Die systematische Überwachung von Bürgern bringt Minderheitenmeinungen zum Schweigen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle amerikanische Studie, über die die Zeitung Washington Post berichtet. Demnach führt das Wissen darüber, potentiell ausgehorcht und überwacht zu werden, dazu, dass Menschen sich im Internet selbst zensieren und abweichende Meinungen unterdrücken. Damit widerspricht die Studie dem oft zitierten „Demokratisierungseffekt“ sozialer Medien und des Internets allgemein.
Die Studie, die in der Zeitschrift Journalism and Mass Communcation Quarterly erschienen ist, untersuchte, welche Auswirkungen eine vermutete Ausspionierung auf Internet-Nutzer hat. Die Mehrheit der Teilnehmer an der Studie reagierte darauf, indem sie Aussagen unterdrückte, von denen sie glaubte, sie repräsentierten eine Minderheitsmeinungen. Dieses Phänomen der „Schweigespirale“, das auf die deutsche Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann zurückgeht, bezeichnet das Phänomen, dass Menschen unpopuläre Meinungen unterdrücken, um soziale Isolation zu vermeiden. Dass Nutzer auch in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter versuchen, ihre Äußerungen nach den Meinungen von Freunden und Followern „maßzuschneidern“, sei ein gut erforschtes Phänomen, schreibt die Washington Post. Dass die vermutete Überwachung durch eine Regierung die Selbstzensur verstärkt, sei aber eine neue, zusätzliche Komponente.
Kommentar: Das war von Anfang an das Ziel gewesen, dass sich Bürger nicht mehr getrauen ihre Meinung zu äußern.













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