Das Kind der GesellschaftS


Dollar

Heimliche Doppelabrechnungen: Verbraucherschützer warnen Kassenpatienten vor Ärztebetrug

Betrügerische Arztpraxen profitieren davon, dass Patienten in der Regel nicht wissen, welche Leistungen ihre Kasse übernimmt, schreibt die "Welt am Sonntag".
Patient beim Zahnarzt
© über dts NachrichtenagenturPatient beim Zahnarzt
Verbraucherschützer warnen gesetzlich Versicherte vor Ärzten, die ihre Patienten um Geld betrügen. Unter den rund 120.000 niedergelassenen Medizinern bundesweit gibt es laut Recherchen der Welt am Sonntag einige, die Patienten vermeintliche Selbstzahler-Leistungen verkaufen und sie zugleich bei den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen.

Solche Doppelabrechnungen seien auch in vielen medizinischen Fachrichtungen verbreitet, berichten Experten der Verbraucherzentrale NRW. Etwa bei Augenärzten: Gemeinsam mit ihren Kollegen in Berlin und Rheinland-Pfalz nahmen sie im vergangenen Herbst rund 200 Augenärzte unter die Lupe.

Stormtrooper

Polizeigewalt gegen Flüchtlinge: "Ich leg sie in Ketten und zerre sie raus"

Ein Polizeieinsatz in einem Flüchtlingsheim geriet außer Kontrolle. Nach verbalen Auseinandersetzungen sei es zu Handgreiflichkeiten gekommen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.
Polizeigewalt
© Bernd Thissen/Getty Images
In Warburg in Nordrhein-Westfalen kam es anscheinend zu Handgreiflichkeiten zwischen Polizeibeamten und Asylsuchenden, teilte die Staatsanwaltschaft Paderborn und die Polizei Bielefeld am Freitag mit, berichtet Die Welt.

Demnach fand die Auseinandersetzung am 9. März in einer Flüchtlingsunterkunft statt. Erst soll es zu verbalen Meinungsverschiedenheiten, zwischen drei Polizisten und einigen Bewohnern des Asylheims gekommen sein, und dann zu körperlichen Übergriffen.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die am Einsatz beteiligten Polizisten, so die "Welt" weiter. Es soll geprüft werden, ob sich die Beamten strafbar gemacht haben.

Kommentar:


Bullseye

Autor John Irving besorgt und traurig: US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump ist ein Raubtier

Der US-Bestsellerautor John Irving (Garp und wie er die Welt sah, Das Hotel New Hampshire) ist angetrieben von dem, was ihm Angst macht - da gehe es ihm wie seinem Kollegen Stephen King, mit dem er seit langem befreundet ist. "Ich habe mich Stephen immer sehr nah gefühlt. Wir schreiben unterschiedliche Art von Horror-Geschichten. Aber wir wollen beide unsere Leser erschrecken, ihnen Angst einjagen", sagte Irving der Welt am Sonntag.
Autor John Irving
John Irving
In Irvings neuem Roman Straße der Wunder, wird der Protagonist, ein mexikanisch-amerikanischer Schriftsteller, mit einer Reihe von ebenso wundersamen wie beängstigenden Phänomen konfrontiert - einem von Geistern heimgesuchten Hotel, einer bedrohlichen Statue der Jungfrau Maria und zwei attraktiven Groupies, die man seltsamerweise nicht im Spiegel sehen kann. "Stephen King hat ebenso wie ich auf Melvilles Rat gehört: `Wehe dem, der es darauf anlegt zu gefallen und nicht zu erschrecken`", sagte Irving der Zeitung. Der 74-Jährige Amerikaner lebt seit längerem im kanadischen Toronto, verfolgt von dort aus die gegenwärtigen Turbulenzen im US-Wahlkampf mit großer Sorge.

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Attention

Lufthansa-Maschine hat bei Landung nur knapp Drohne verfehlt

Kurz vor der Landung kam eine Drohne dem Airbus A380 gefährlich nahe. Auf ein Ausweichmanöver konnte trotz Sichtkontakt zu der Drohne jedoch verzichtet werden. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, ist bisher noch nicht geklärt.

A380
© dpaEine Maschine des Typs A380 der Lufthansa kam einer Drohne gefährlich nahe.
Eine Maschine der Lufthansa ist beim Landeanflug auf den internationalen Flughafen in Los Angeles beinahe mit einer Drohne zusammengestoßen. Der Kapitän habe den Airbus A380 aber sicher gelandet, teilte ein Sprecher der Fluggesellschaft am Samstag in Frankfurt mit.

Der Lufthansa-Flug LH456 war mit 501 Passagieren und 24 Besatzungsmitgliedern an Bord von Frankfurt aus gestartet und noch etwa 22 Kilometer von seinem Zielflughafen entfernt gewesen, so die US-Luftfahrtbehörde FAA. Der Zwischenfall ereignete sich um 13.34 Uhr Ortszeit (21.34 Uhr MEZ) in einer Höhe von rund 1500 Metern.

Die Drohne sei aus dem Cockpit zu sehen gewesen, weil sie nur 60 Meter über dem Flugzeug unterwegs war. Die Crew habe ein Ausweichmanöver jedoch für unnötig gehalten und den Passagierjet kurz darauf sicher gelandet, sagte ein Behördensprecher.

Kommentar: Gegen solche gefährlichen und leichtsinnigen Drohnenpiloten gibt es Abhilfe:

Probleme mit aufdringlichen Drohnen? SkyWall 100 schießt die kleinen Fluggeräte mit Netzen vom Himmel


Attention

Der Flüchtlingsstrom kommt zum Erliegen - Viele Notunterkünfte stehen halb leer

Deutlich weniger Flüchtlinge erreichen Deutschland, seit die Balkanroute abgeriegelt worden ist. Viele Erstaufnahmestellen haben freie Plätze, vor allem im Osten.

refugee camp hamburg Germany
© Christian Charisius/dpaFlüchtlinge beziehen eine Notunterkunft im Hamburger Stadtteil Harvestehude.
In vielen Bundesländern stehen Erstaufnahmeeinrichtungen und Notunterkünfte für Flüchtlinge zu großen Teilen leer. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Welt am Sonntag. In Ostdeutschland ist der Leerstand am größten. Gerade einmal 18,5 Prozent der Plätze in Ersteinrichtungen sind in Thüringen vergeben, so wenig wie sonst in keinem anderen Bundesland. Danach folgt Sachsen mit 20 Prozent und Brandenburg mit etwa 44 Prozent Belegung in ihren Unterkünften. Gemeinden nutzen viele Turnhallen, in denen Flüchtlinge zunächst untergebracht worden waren, wieder für den Sportbetrieb. Im Gegensatz dazu haben die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin weiterhin große Schwierigkeiten, genug Plätze für Flüchtlinge zu stellen.

Lokale Medien hatten bereits von der Unterbelegung der Notunterkünfte in einigen Regionen Deutschlands berichtet. Das Göttinger Tageblatt schrieb, in Niedersachsen gebe es rund 5.000 unbelegte Plätze in Flüchtlingsunterkünften. In Niedersachsen seien insgesamt 81 Prozent der 28.300 verfügbaren Plätze für Flüchtlinge belegt. Derzeit erreichen sehr viel weniger Flüchtlinge Deutschland als noch in den vergangenen Monaten. Die Bundespolizei registrierte bundesweit vom 14. bis 16. März pro Tag jeweils 100, 83 und 78 Einwanderer, sagte ein Sprecher der Behörde ZEIT ONLINE. In den Monaten zuvor waren die Zahlen deutlich höher. Vom 14. bis zum 16. Februar zählte die Bundespolizei jeweils 2.723, 2.042 und 797 Menschen. Seit Mitte des vergangenen Monats seien die Zahlen dann dauerhaft im dreistelligen Bereich geblieben. Im Januar noch kamen fast täglich mehr als 1.000 Menschen.

Kommentar: Das wird der deutschen Kartoffel sicher gefallen, da sich das Elend jetzt nicht mehr vor der eigenen Haustür abspielt, sondern wieder weit weg, irgendwo, Hauptsache man muss es nicht sehen und das Leben kann wieder "normale" Wege gehen.


Eye 1

Autoritarismus wird Mainstream - Trump, AfD und andere Rechte: Stärke und Ordnung, egal wie

trump supporter
© REUTERSTrump-Unterstützer in Ohio
Sicherheit statt Freiheit, Ordnung statt Offenheit: Der Erfolg von Donald Trump in den USA oder der AfD in Deutschland ist das Symptom einer tief verwurzelten Sehnsucht nach Autorität.

Was, wenn das Chaos die neue Ordnung wäre?

Nicht in dem Sinn, dass wir uns an das Chaos gewöhnen müssen. Sondern in dem Sinn, dass das, was wir für das Chaos halten, nur die Kontur einer neuen Ordnung ist, die wir mit alten Begriffen beschreiben und mit alten Maßstäben messen und die deshalb fremd und verstörend wirkt.

Der Clown zum Beispiel, der mit Wasserflaschen herumspritzt und Präsident werden will, Drumpf?

Oder dieser Flohsack an Vorbestraften, mit Haftbefehl Verfolgten, Gescheiterten, Karrieristen, schräg Begabten und puren Rassisten, die ein anderes, autoritäreres Land wollen, die AfD, die sich nun "Partei des sozialen Friedens" nennt?

Sie haben, so scheint es, das Parteiensystem gesprengt.

Che Guevara

Angst vor der (unteren) Realität - Wohlhabende demonstrieren gegen Obdachlosenunterkunft im Reichenviertel in Paris

In einem Pariser Nobelviertel soll eine Unterkunft für Obdachlose errichtet werden. Die Anwohner gehen auf die Barrikaden. Die Stadtpolitiker reagieren mit bemerkenswerter Hilflosigkeit.
16. Arrondissement in Paris
© Wikipedia/Keven Law
Im sonst so gesetzten, noblen 16. Pariser Arrondissement stehen die Zeichen auf Revolte. „Die Menschen im 16. haben den Ruf, den Arsch nicht aus dem Sessel zu bekommen, Fernsehen zu schauen und Kaviar zu essen“, warnt der konservative Bezirksbürgermeister Claude Goasguen. „Aber sie verteidigen ihre Interessen genauso wie alle anderen auch.“

Und ihre Interessen sehen die Bewohner des bürgerlich-vornehmen Bezirks im Pariser Westen durch eine Obdachlosen-Unterkunft gefährdet, die direkt vor ihrer Haustür entstehen soll. 200 Menschen sollen ab dem Sommer in sechs modularen Gebäuden am Rande des Stadtwaldes Bois de Boulogne Platz finden. Die Anwohner befürchten die Ankunft zahlreicher Flüchtlinge und Zustände wie im nordfranzösischen Calais - dass sich der Wald also in einen neuen „Dschungel“ verwandelt, wie das Flüchtlingslager am Ärmelkanal genannt wird.

Zehntausende Bewohner des ruhigen Wohnviertels, in dem hinter eleganten Fassaden sündhaft teure Wohnungen liegen, haben bereits eine Petition gegen die geplante Obdachlosen-Unterkunft unterzeichnet. Bezirksbürgermeister Goasguen droht mit „Demonstrationen und rechtlichen Schritten“. Eine Informationsveranstaltung endete kürzlich in Tumulten, eine Behördenvertreterin musste sich als „Schlampe“ beschimpfen lassen - eine in dem schicken Bezirk eher unübliche Vokabel.


Kommentar: Wurde die Person dort mit der Wahrheit konfrontiert?


Rathaus und Regierung - beide sozialistisch geführt und deswegen im stramm konservativen 16. Bezirk ohnehin wenig geschätzt - aber bleiben hart: „Das Zentrum wird gebaut“, bekräftigte Premierminister Manuel Valls vor wenigen Tagen. In ganz Paris gebe es 78 Obdachlosen-Unterkünfte, im 16. Bezirk nicht ein einziges. „Die Aufnahme von Menschen in Schwierigkeiten darf sich nicht auf Arbeiterviertel konzentrieren.“

People 2

Demonstration: Tausend Kurden üben Kritik an Türkei und EU-Flüchtlingspolitik

Zum persischen Neujahrsfest Newroz ziehen Tausende Kurden durch Hannovers Innenstadt. Ihre Kritik richtet sich nicht nur gegen die türkischen Militäreinsätze, sondern auch gegen das EU-Flüchtlingsabkommen.
kurden demonstration
© dpa/Symbolfoto
Mehrere Tausend Kurden haben anlässlich des persischen Neujahrsfests Newroz in Hannover gegen die politische Lage in der Türkei demonstriert. Im Mittelpunkt stehe die Kritik an den massiven Militäreinsätzen gegen Kurden im Südosten des Landes, sagte die Organisatorin Aytan Kaplan. Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Protestierenden trugen Fahnen mit dem Konterfei des inhaftierten Kurdenführers Abdullah Öcalan. Auch Flaggen der Kurdenmiliz «YPG» waren zu sehen. Auf Transparenten stand unter anderem: «Nein zur EU-Kampagne mit Diktator Erdogan».


Die Polizei ging am Samstag von rund 9000 Teilnehmern aus. Die Veranstalter sprachen am Nachmittag hingegen von rund 30 000 Menschen.

Airplane Paper

Probleme am Flugzeugträger der USA: Flugzeug musste durchstarten - 8 Verletzte

Acht US-Marinesoldaten haben bei der Landung eines Flugzeugs auf dem Flugzeugträger „USS Eisenhower“ vor der Küste des US-Bundesstaats Virginia Verletzungen erlitten, wie der Fernsehsender CNN berichtet.
uss eisenhower
© REUTERS/ Cho Jung-ho/Yonhap
Nach Angaben des Senders ist am Freitag die Fanganlage auf Deck, die als Bremse für die landenden Flugzeuge dient, gebrochen, als ein Kampfjet „E-2C Hawkeye“ gerade landen wollte.

Bei dem Unfall hat es keine Toten gegeben. Alle verletzten Marinesoldaten seien in einem stabilen Zustand, ihre Verletzungen seien nicht lebensgefährlich.

Der Pilot konnte noch rechtzeitig wieder aufsteigen und sicher zu einer Militärbasis in Norfolk zurückkehren. Fachleute haben an der Maschine keine Beschädigungen festgestellt, die Besatzung ist unverletzt. Die US-Marine untersucht derzeit den Unfall.

Kommentar: Schon etwas symbolisch, dass die USA nicht die Bremse bei ihren Provokationen gegenüber Russland ziehen können.


Cardboard Box

Wie die NSDAP: "AfD Armee Fraktion" verschickt Drohbriefe an ehemalige Politiker

Eine bislang unbekannte Gruppe will abtrünnige Politiker der rechtspopulisitschen Partei einschüchtern - und droht mit Gewalt.
hans olaf henkel
© dpa
Eine bislang unbekannte Gruppierung namens "AfD Armee Fraktion" (AAF) hat einem Zeitungsbericht zufolge Drohbriefe an sechs ehemalige Mitglieder der AfD versandt, die sich der Partei "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) angeschlossen haben. Wie die Welt am Sonntag berichtet, ging eines der Schreiben an das Ex-Mitglied des AfD-Bundesvorstandes, Hans-Olaf Henkel.

Der 76-jährige Politiker fand demnach im Briefkasten seiner öffentlich nicht bekannten Berliner Adresse einen Brief, in dem er ultimativ aufgefordert wurde, sein Mandat im Europäischen Parlament "an Frauke Petry und ihre Männer" zurückzugeben. "Wie werden uns für jede Stimme rächen, die Du die AfD kostest! Blutig!!! Tod Dir und Deinen Alfa Schwachmaten", zitierte die Zeitung aus dem anonymen Schreiben.


Kommentar: Stecken dahinter bezahlte Agenten? Oder nur Deppen, die bezahlt wurden?


"Verpiss Dich mit Deiner Arschloch Partei"

Wegen seiner Überzeugungen sei er bereits seit Jahrzehnten immer wieder angefeindet worden, sagte Henkel dem Blatt. "Aber was ich an innerparteilicher Kritik, an Beleidigungen und Drohungen von den Rechtsaußen aus der AfD erlebte, sprengte alles", sagte er weiter. Er hatte die AfD im vergangenen Juli aus Protest gegen die Wahl Petrys zur neuen Bundesvorsitzenden verlassen und sich später der Alfa-Partei angeschlossen. Der frühere Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) blieb aber weiterhin Abgeordneter des Brüsseler Parlaments, in das er im Mai 2014 gewählt worden war.