
© dpaIn dieser Straße sollen die drei Frauen in London als Sklavinnen gehalten worden sein
30 Jahre lang befanden sich drei Frauen in der Hand offenbar skrupelloser Sklavenhalter. Wohl durch Gewalt wurden sie gefügig gemacht. Sklaverei ist bis heute weltweit ein Problem. Allein in Deutschland sollen 10.000 Menschen wie Sklaven leben.Mitten in einer europäischen Metropole wurden drei Frauen über 30 Jahre lang als Sklavinnen gehalten. Wie kann das sein? Diese Frage stellt sich am Tag nach Bekanntwerden der fast unerträglichen
Nachricht aus London. Der Fall wirft ein Licht auf die Sklaverei als ein Phänomen der modernen Gesellschaft, das nach den Worten des britischen Innen-Staatssekretärs James Brokenshire viele "in den Geschichtsbüchern" vermuteten.
"So schlimm dieser Fall auch ist -
er ist kein Einzelfall", sagt Ranya Alkadamani von der australischen Walk-Free-Foundation, die den World Slavery Index erstellt. Demnach leben weltweit 29 Millionen Menschen unter Umständen, die als Sklaverei bezeichnet werden können: Zwangsarbeiter, Hausdiener, Prostituierte. Mauretanien ist weltweit vorne, doch auch in westlichen Ländern ist das Phänomen nicht unbekannt.
Kommentar:
3,8 Milliarden Euro ist eine riesige Summe. Die Weltbank gibt nur 740 Millionen Euro Hilfsgelder an Taifun-Opfer auf den Philippinen. Es ist ein "Zeichen der Zeit", das von einer riesigen Ungleichheit zeugt.