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Vegetarier werden, Steine in Spülkästen legen, Möbel vom Dachboden versteigern - alles Spartipps für Hartz-IV-Empfänger im Kreis Pinneberg. Scharfe Kritik an der Broschüre kommt von sozialen Organisationen. Die Bundesagentur für Arbeit nimmt die Macher in Schutz.Leitungswasser schmeckt doch auch ganz gut. Und auf dem Markt ist Gemüse manchmal billiger als aus dem Supermarkt. Das sind einige der Botschaften aus der Broschüre des Jobcenters Kreis Pinneberg an die Empfänger von Hartz IV.
"Dümmliche Spartipps verhöhnen Hartz-IV-Empfänger"Die Broschüre erzählt unter anderem in Comics die Geschichte der fiktiven vierköpfigen Familie Fischer. Vater Knut muss Arbeitslosengeld II beantragen, zusammen mit Frau und Kindern beschließt er zum Beispiel, auf Fleisch zu verzichten. "Ich will sowieso Vegetarier werden", wird Tochter Lara zitiert - sie ist "bester Laune". Wenig später verkauft die Familie elf Jahre alte Möbel im Internet. "Wahnsinn!", brüllt Vater Knut, als ein Schrank weggeht. Sohn Ben erklärt, dass Verkäufe aus dem Hausrat nicht angerechnet würden - anders als Gemälde oder Schmuck.
Von sozialen Verbänden kommt harsche Kritik. Mit der Broschüre würden Hartz-IV-Empfänger geradezu verhöhnt, sagte Martin Behrsing vom Erwerbslosen-Forum Deutschland. Hartz IV lasse sich nicht "mit dümmlichen Spartipps" bewältigen, weil damit kein menschenwürdiges Existenzminimum gesichert werde. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, nannte die Spartipps
"albern".
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