In 30 deutschen Städten sind insgesamt mehr als 10.000 Menschen gegen die ausufernde Überwachung durch US-Geheimdienste auf die Straße gegangen. Sie sind auch das Taktieren der Bundesregierung leid.

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Irgendwann lässt sie sich doch mitreißen. Die junge Frau, die in ihrem geblümten Sommerkleid und dem Strohhut mit der breiten Krempe nicht aussieht, als gehöre sie dem Schwarzen Block, der Antifa oder irgendeinem kommunistischen Bund an. "Scheiß NSA, scheiß NSA", brüllt sie mit einer Gruppe demonstrationserprobter junger Männer, als sie an der amerikanischen Botschaft in Berlin vorbeiläuft.
Judith, 23, ist heute das erste Mal auf einer Demonstration. Weil sie nun endlich genug hat von den taktierenden Politikern und dem Herumgedruckse der Bundesregierung, erklärt sie. Seit Wochen ist bekannt, dass die USA im großen Stil die Kommunikation von Bürgern und Politikern in Deutschland auskundschaften. Und doch sind noch immer Umfang und Details der Ausspähung unklar. "
Die Terrorgefahr muss als Grund herhalten, unsere verfassungsmäßigen Rechte auszuhöhlen", sagt die Demonstrantin, "das kann doch nicht wahr sein".
So wie Judith gehen an diesem Samstag in mehr als 30 deutschen Städten Menschen aus Protest gegen willkürliche und flächendeckende Überwachung durch Geheimdienste auf die Straße. Zu den Demonstrationen hatte das globale Bündnis "#StopWatchingUs", die Piratenpartei, die Grünen und verschiedene Nichtregierungsorganisationen aufgerufen.