Erstmals hat ein deutscher Richter einen Facebook-Account beschlagnahmt. Bislang hat Facebook keine Daten herausgerückt, der Fall könnte aber trotzdem bald erledigt sein.

© Julian Stratenschulte/dpaEine Frau sitzt vor einem Computerbildschirm, auf dem die Facebook-Seite der Polizei Hannover zu sehen ist.
Der Machtkampf zwischen einem Reutlinger Amtsrichter und dem Internet-Netzwerk Facebook könnte ohne Sieger zu Ende gehen: Richter Sierk Hamann wollte als wohl erster Strafrichter in Deutschland den Facebook-Account eines Angeklagten beschlagnahmen. Allerdings gehe es ihm einzig und allein darum, seinen Fall aufzuklären - und nicht darum, das Unternehmen mit allen rechtlichen Mitteln zur Herausgabe der Daten zu zwingen, sagte er bei der Fortsetzung des Prozesses.
Weil der 20-jährige Angeklagte nun ankündigte, die Daten aus seinem Facebook-Profil freiwillig preiszugeben, könnte Hamann seinen Beschlagnahmebeschluss zurücknehmen.
Der Richter vermutet, dass der junge Mann einem Komplizen in Facebook-Nachrichten den entscheidenden Tipp für einen Einbruch in ein Wohnhaus gegeben haben könnte. Das zu beweisen ist jedoch schwer, weil deutsche Ermittler nicht so einfach an Nachrichten rankommen, die über Facebook verschickt werden.