Willkommen bei SOTT.net
Mi, 30 Nov 2022
Die Welt für Menschen, die denken

Erdfälle

Bizarro Earth

Bisher größter Erdfall in Tirol entstanden

Die acht Meter breite und sieben Meter tiefe Doline am Mühler Feld zwischen Reutte, Breitenwang und Pflach sorgt für Aufregung. Die Gefahrenzonenpläne werden wohl noch umgeschrieben werden müssen.
erdfall, tirol
© Oberer
Reutte - Der Pächter war am Freitag noch mit dem Traktor über die Wiese gefahren - drei Tage später klaffte am Feld ein tiefes Loch. Steil abfallend, am Grund milchiges Wasser. „Das ist wohl eindeutig ein Gipsloch“, so der Reuttener Bürgermeister Luis Oberer.

„Wir haben uns schon so etwas erwartet“, meint auch der Chef der Tiroler Landesgeologie, Gunther Heißel, dessen Kollege Thomas Figl am Montag vor Ort war. „Rund acht Meter im Durchmesser und bis zur Wasseroberfläche 7,1 Meter tief“, beschreibt er den „Erdfall“, den ein Passant Montagfrüh am Königsweg zwischen Reutte, Breitenwang und Pflach - mitten im Mühler Feld - entdeckt hatte.

Natürlich wurde das Loch gleich großräumig abgesperrt und mit Achtung-Tafeln mit Totenkopf und „Lebensgefahr“ versuchte man die einzelnen Schaulustigen abzuhalten. Inzwischen wurde die Absperrung mit einem Bauzaun verstärkt.

Bizarro Earth

Kleiner Erdfall in Mindelheim

Bild
© Melanie Hofmann
Ein Krater mit einem Durchmesser von rund 50 Zentimetern hat sich am Samstagabend plötzlich in der Frundsbergstraße in Mindelheim aufgetan.
Plötzlich tat sich in der Frundsbergstraße in Mindelheim ein 50 Zentimeter großer Krater auf. Ein Passant hatte das Loch bemerkt.

Im Kreuzungsbereich der Frundsbergstraße in Mindelheim hat sich am Samstagabend plötzlich ein Loch mit einem Durchmesser von rund 50 Zentimetern aufgetan. Wie Mitarbeiter des Straßenbauamtes feststellten, war der Hohlraum unter der Asphaltdecke etwa doppelt so groß. Sie entfernten den Asphalt über dem Krater mit einem Presslufthammer, füllten ihn provisorisch mit Schotter und sperrten den Bereich ab.

Offenbar ist der Bereich ausgeschwemmt worden, die genaue Ursache war am Wochenende allerdings noch unklar. Die Polizei sprach in Analogie zu den „Blow ups“, die bei der letzten Hitzewelle mehrere Autobahnen aufgesprengt und in gefährliche Schanzen verwandelt hatten, von einem „Blow down“.

Der ging in Mindelheim jedoch glimpflich aus: Ein Passant hatte das Loch bemerkt, bevor ein Auto darüberfuhr.

Brick Wall

Senklöcher in Bonn

Bild
© Erhard Paul
Bauarbeiter sicherten den neuesten Krater in Bonns Pflaster, der gleich neben einem anderen Loch entstanden war.
Bonn - Mittwochmorgen wurde an der Villemombler Straße/Schieffelingsweg in Duisdorf nach der Ursache gebuddelt: ein Wasserrohrbruch! Er spülte den Untergrund weg.

Nur drei Meter entfernt wurde bis am Mittwoch ein anderes, sechs Meter tiefes Loch repariert. Das hatte sich vor genau einem Monat in der Mitte der Kreuzung gebildet. Grund hier: ein undichtes Abwasserrohr.

Vor zwei Wochen gab es bereits mehrere Absackungen an der B9, im Juni in Rüngsdorf, im Mai in Mehlem. Die Ursachen sind immer wieder defekte Rohre, marode Baukonstruktionen im Untergrund oder minderwertiges Baumaterial, das vor vielen Jahren eingesetzt wurde.

Das neue Loch in Duisdorf soll spätestens nächste Woche Mittwoch wieder verschwunden sein.

Bad Guys

Weltweite Erdfälle: Eine kurze Auflistung

Plötzlich sackt der Boden weg, verschluckt Autos oder ganze Häuser: Die Festigkeit der Erde trügt manchmal. Sogenannte Erdfälle und Senklöcher können sich unerwartet auftun, wo der Mensch Bergbau betrieb oder das Gestein von Natur aus instabil ist. Hier sind Bilder der spektakulärsten Abgründe.

Bild
© REUTERS/ China Daily
Rückwärts bergab: Ein Bus in der chinesischen Stadt Ruian im Osten des Landes wurde nach einer unterirdischen Explosion in die Luft geschleudert und sackte dann in den entstandenen Krater. Das Bild stammt aus dem Jahr 2011. Fahrgäste saßen nicht in dem Bus.
Hamburg - Deutschland schaute nach Thüringen, ins kleine Städtchen Schmalkalden, wo gerade einmal 20.000 Menschen leben. Denn ein Loch hatte sich aufgetan, so groß wie eine Turnhalle, damals im Herbst 2010. Es hatte ein Auto verschluckt - und wer in der Nähe wohnte, durfte nicht zurück in sein Haus.

erdfall
© REUTERS/ Casa Presidencial
Abgrund mitten in der Stadt: Dieses massive Senkloch in Guatemala Stadt geht zurück auf die heftigen Regenfälle, die mit dem Tropensturm Agatha im Jahr 2010 durch die Stadt fegten.
Es war ein besonders heftiger Bodeneinsturz, doch bei weitem nicht der einzige. Dutzende solcher sogenannten Erdfälle gibt es jedes Jahr in dem Bundesland - und auch anderswo. Sie lassen sich kaum vorhersagen, plötzlich sackt der Boden weg.

Bild
© Reuters
Vieh-Lift: Diese Kuh blieb unverletzt. Weder tat sie sich ernsthaft weh, als sie im Frühjahr 2001 in das fünf Meter tiefe Senkloch stürzte, noch wurde sie bei der Rettung durch die Feuerwehrleute verletzt.

Kommentar: Schauen Sie auch die folgenden Artikel von Sott.net an:

Erdfälle und Sinkholes - Ein Zeichen der Zeit?

Und es gibt auch eine Google-Karte von vielen gemeldeten Erdfällen


Binoculars

Erdfall in der Antarktis? Beobachtungen des Cryosat

antarktis
© ESA/ M. McMillan
Gut sichtbar: Obwohl der Cook Sub-Glacial Lake unter rund 2,7 Kilometer Eis begraben ist, brachte der rasante Abfluss auch an der Oberfläche Veränderungen. Auf den Satellitenbildern ist der so entstandene Krater gut erkennbar. Forscher Malcolm McMillan sagte "BBC News", die Formation messe 260 Quadratkilometer und sei bis zu 70 Meter tief.
Unter dem Eis der Antarktis schwappen riesige Wassermassen. Jetzt haben Forscher mit Hilfe von Satellitendaten eine verborgene Flut rekonstruiert - die bisher größte ihrer Art. Sie hat einen 260 Quadratkilometer großen Krater in der Eisdecke hinterlassen.

Tief unter dem Eis der Antarktis verbirgt sich eine wundersame Welt. Unter dem kilometerdicken Panzer befindet sich ein ganzes Netzwerk von Seen, die zum Teil miteinander verbunden sind. Insgesamt 400 von ihnen kennen Forscher bislang. Das Wasser in den verborgenen Seen ist flüssig wegen des gigantischen Drucks, der vom darüberliegenden Eis ausgeübt wird - und gilt als interessanter Wohnort exotischer Lebensformen.

Mit Hilfe von Satellitendaten haben Forscher nun Hinweise darauf gefunden, was passiert, wenn sich einer dieser Seen in kürzester Zeit entleert. Wissenschaftler um Malcolm McMillan von der britischen University of Leeds hatten Daten des Esa-Satelliten Cryosat und des Nasa-Satelliten ICESat kombiniert. Konkret ging es um einen Krater im ostantarktischen Eisschild, der vermutlich beim Abfluss des sogenannten Cook Sub-Glacial Lake entstanden war.

In den Jahren 2007 und 2008 verschwanden binnen 18 Monaten insgesamt sechs Kubikkilometer Wasser aus dem Reservoir unter dem Eis, wie die Forscher im Fachmagazin Geophysical Research Letters schreiben. Laut Esa entspricht das in etwa der Wassermenge, die im schottischen Loch Ness gespeichert ist - oder ungefähr doppelt so viel wie im Starnberger See. Das mache das Ereignis zur "größten Flut aller Zeiten" - auch wenn der genaue Grund noch unbekannt sei.

Bad Guys

Erdfall in Toledo, Ohio: Auto verschwindet unter der Erde

In Toledo im US-Bundesstaat Ohio tat sich auf einer Kreuzung plötzlich ein metertiefes Loch auf. Eine 60-Jährige Autofahrerin stürzte mit ihrem Wagen in den Krater.
erdfall
© AP
Das Auto in dem metertiefen Krater. Link ist die Leiter zu sehen, mit der die 60-jährige Pamela Knox aus dem Loch geholt wurde
Spektakulärer Unfall im Zentrum von Toledo im US-Bundesstaat Ohio: Eine Autofahrerin stürzte am Mittwochabend mit ihrem Wagen in ein sechs Meter tiefes Loch.

Unter der viel befahrenen Straße war offenbar eine Wasserleitung gebrochen und hatte die Straße aufgeweicht. Im Beton war ein mehrere Meter langes und breites Loch entstanden. Als die 60-jährige Autofahrerin Pamela Knox die Stelle passierte, stürzte sie mit ihrem Chevy mehrere Meter in die Tiefe.

Bad Guys

Erde gab nach: Erdfall in Großbockedra

Wie erst jetzt bekannt wurde, ereignete sich in Großbockedra am Montagnachmittag auf einem Wiesengrundstück ein Erdfall.

Großbockedra. Mit einem Heuwender wurde auf diesem Grundstück Heu eingebracht, als ein Rad des Heuwenders bis zur Achse im Boden versank. Bei näherer Kontrolle zeigte sich, dass die Erde in diesem Bereich nachgegeben hatte. Mit einem Teleskoplader wurde der Heuwender herausgehoben.

"Ein Loch mit einem Durchmesser von rund einem Meter hatte sich im Erdreich aufgetan. Die Tiefe beträgt schätzungsweise etwa fünf bis sechs Meter. Und es ist ein riesiger Hohlraum zu sehen", berichtet Bürgermeister Volker Wende, der gleichzeitig als Mitarbeiter der Agrargenossenschaft vor Ort war. "Nach keiner Seite hin ist die Größe des Hohlraumes richtig abzuschätzen. Auf dem Grund liegen noch ein Rest des eingebrochenen Erdreiches sowie etwas Heu. Am Dienstagvormittag waren Wissenschaftler der Uni Jena vor Ort, nachdem die Polizei am Montag das Gelände abgesperrt hat", erzählt Volker Wende. Auf die Ergebnisse der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie wartet der Bürgermeister unterdessen noch.

Bizarro Earth

Erdfall auf Sachsenring

Das ist das größte Loch vom Sachsenring. Im Gewerbegebiet direkt neben dem Traditionskurs tat sich am Montag die Straße auf. Wie durch ein Wunder, fuhr kein Autofahrer in den Riesenkrater.
erdfall, sachsenring
© Andreas Kretschel
Fassungslos schaut Björn Viertel (26) in den Krater. Kurz zuvor war er mit einem Laster über die Straße gefahren.
Hohenstein - „Ich fuhr noch kurz zuvor mit meinem Laster über die Straße. Nur eine Delle war zu sehen“, sagt Björn Viertel (26). Der Schlosser arbeitet bei „Grünland“. Für sie und andere Unternehmen ist die Straße „Am Sachsenring“ die einzige Zufahrt.

„Nun hoffen alle, dass das Loch nicht noch größer wird“, so Viertel. Bereits jetzt misst es zwei mal zwei Meter im Durchmesser. Dazu ist es rund zwei Meter tief. Viertel sperrte gleich mit einem Zaun die Gefahrenstelle vorsorglich ab.

Binoculars

Erdfall in Großleinungen

Bild
© Fred Reise
Blick auf die Unfallstelle an der Wipper.
Ein Mitte 60-jähriger Mann ist am Samstagnachmittag bei Wippra gestürzt und in die Hochwasser führende Wipper gefallen. Der Mann konnte sich zwar an einem Baum festhalten, erreichte das Ufer aber nicht mehr aus eigener Kraft.

Sangerhausen. Dramatische Minuten haben sich am Sonnabendabend an der Hochwasser führenden Wipper bei Wippra abgespielt. Ein Mitte 60-jähriger Mann war gegen 18 Uhr gestürzt und in die Wipper gefallen. Nach Angaben der Feuerwehr konnte er sich zwar an einem Baum festhalten, erreichte das Ufer aber nicht aus eigener Kraft. Auch ein herbeigeeilter Spaziergänger konnte ihn nicht aus dem reißen Strom ziehen.

Erst durch die Alarmierung der Feuerwehr und die Hilfe der Rettungskräfte wurde er ans sichere Ufer gebracht. Seine Körpertemperatur war da bereits auf 33 Grad abgesunken. Ein Rettungswagen transportierte ihn in das Sangerhäuser Klinikum, wo er auf der Intensivstation behandelt wurde.

Chalkboard

Krater bei Erfurt wächst - 200m lang, 30m breit und 16m tief

Der Erdfall zwischen Kühnhausen und Elxleben (Kreis Erfurt) ist mittlerweile 200 Meter lang. Die betroffene Landstraße musste nun für alle Verkehrsteilnehmer voll gesperrt werden.
kühnhausen, erdfall
© dp
Mittlerweile ist die Straße zwischen Kühnhausen und Elxleben auch für Fußgänger und Radfahrer voll gesperrt.
Kühnhausen - Der Erdfall bei Kühnhausen ist größer als bisher angenommen. Die Straße zwischen Kühnhausen und Elxleben ist mittlerweile auch für Fußgänger und Radfahrer voll gesperrt, Schilder warnen mit "Lebensgefahr". Die B 4 war gestern in Richtung Nordhausen nur noch halbseitig befahrbar. Fachleute der Geophysik untersuchten dort den Untergrund.

Die Größe des Erdfalls habe sich mittlerweile als 200 Meter lang und 30 Meter breit heraus gestellt. Die Tiefe betrage nach jetzigen Erkenntnissen 16 Meter, erst in dieser Tiefe gebe es wieder tragfähigen Boden. Der Erdfall erstrecke sich auf den gesamten Bereich der Straße zwischen Kühnhausen und Elxleben, informierte gestern der Leiter des Tiefbauamtes Gerhard Glanz. Eindeutig seien die starken Regenfälle der vergangenen Wochen dafür verantwortlich, dass sich das Loch in der Erde aufgetan habe. Gips im Untergrund sei durch das Wasser ausgewaschen worden.