Wissenschaft und TechnologieS


Airplane

Technische Defekte bei American Airline - Zwei Notlandungen innerhalb kürzester Zeit

Bei American Airlines sind die Sitze locker: Auf mehreren Boeing 757-Flügen haben sich Passagiersitze aus der Verankerung gelöst, weshalb die Maschinen notlanden mussten. Die technischen Probleme können die Airline teuer zu stehen kommen.
american airline
© Reuters
Nach den Millardenverlusten muss American Airlines mit einem neuen Problem fertig werden: Technische Defekte. Diese interessieren nun auch das Bundesluftfahrtministerium.

Am Samstag musste eine Boeing auf dem Weg von Boston nach Miami notlanden, nachdem sich kurz nach dem Start Passagiersitze aus der Verankerung gelöst hatten. Am Montag kehrte ein Flugzeug, das auf dem Weg nach Miami war, zum John F. Kennedy Airport zurück, nachdem sich auch hier einige Sitze gelöst hatten.

Better Earth

Erstaunlich: Auf dem Saturnmond Titan gibt es Jahreszeiten

Detaillierte Beobachtungen des Saturnmondes Titan decken mittlerweile eine Zeitspanne von 30 Jahren und damit eine vollständige Sonnenumrundung dieser fernen Welt und ihres Mutterplaneten ab. Eine Analyse dieser Daten eines Saturnjahres offenbart nun, dass die sich verändernden Jahreszeiten den Saturnmond stärker beeinflussen als bislang gedacht.
Saturnmond Titan
© Cassini-Huygens DISR. Künstlerische Interpretation der Titanoberfläche aus einer Bodenperspektive (Illu.).
Paris (Frankreich) - Wie Dr. Athena Coustenis vom Observatoire de Paris-Meudon vorab auf dem European Planetary Science Congress berichtete, verändern sich die Umweltbedingungen auf Titan ähnlich wie jene auf der Erde. "Wir können Unterschiede in den atmosphärischen Temperaturen, chemischen Zusammensetzung und Kreislaufmuster, besonders an den Polen feststellen", so die Forscherin.

Blackbox

Außergewöhnlicher Geruch im Cockpit eines Flugzeuges von Germanwings

Bild
© Oliver Berg/DPAEin Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings bei der Landung am Flughafen Köln/Bonn
Dramatische Minuten vor der Landung eines Airbus in Köln: Ein Untersuchungsbericht belegt, wie durch giftige Gase im Cockpit 149 Menschen nur knapp einer Katastrophe entgangen sind

Der Fall liegt fast zwei Jahre zurück, sorgt aber jetzt für Schlagzeilen. Aus einem am Donnerstag von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) in Braunschweig herausgegeben Zwischenbericht (Aktenzeichen BFU 5X018/10) geht hervor, dass ein Passagierjet des Billigfliegers Germanwings am 19. Dezember 2010 nur knapp einer Katastrophe entgangen ist.

Der aus Wien kommende Airbus A319 mit 149 Menschen an Bord befand sich im Landeanflug auf den Flughafen Köln/Bonn, als die Piloten im Cockpit einen außergewöhnlichen Geruch wahrnahmen, eine "Mischung aus verbrannt und elektrisch Riechendem", schreiben die Braunschweiger Beamten in ihrer Untersuchung. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Maschine in ungefähr 1000 Meter Höhe.

Cloud Lightning

Belegt: Auf dem Mars floss tatsächlich einmal Wasser

Die mobile Laboreinheit "Curiosity" der aktuellen NASA-Marsmission "Mars Science Laboratory" (MSL) hat auf dem Mars die Überreste eines einstigen Bachbettes gefunden. Die Bilder, die der Rover zur Erde übermittelt hat belegen eine bislang einzigartige Entdeckung.
Bachbett Mars
© NASA/JPL-Caltech/MSSSEinstiges Bachnett auf dem Mars. (HIER finden Sie eine vergrößerte Darstellung.)
Pasadena (USA) - Für die Wissenschaftler der NASA ist der Anblick der einzelnen im Boden lagernden Kiesel eindeutig: Die Steine wurden einst von einst fließendem Wasser transportiert. Größe und Form der einzelnen Steine geben den Forschern zudem Auskunft darüber, wie schnell und weitläufig der einstige Fluss die Marsoberfläche durchfloss.

"Anhand der Größe der Kiesel können wir abschätzen, dass das einst etwa knöchelhohe Wasser dieses Baches sich mit etwa einem Meter pro Sekunde fortbewegt hat", erklärt der Curiosity-Wissenschaftler William Dietrich von der University of California. "Zwar wurden schon zahlreiche Fachartikel über Kanäle auf dem Mars und dazugehörige Hypothesen über ihre Entstehung veröffentlicht, doch hier sehen wir zum ersten Mal direkt, wie Wasser einst Kiesel über den Mars transportiert hat. Das ist ein Wechsel von bisherigen Spekulationen hin zu einer direkten Beobachtung."

Meteor

Neu entdeckter Komet könnte der hellste Besucher der letzten 100 Jahre sein

Russische Astronomen haben am 21. September 2012 einen bislang unbekannten Kometen entdeckt, der am 28. November 2013 seinen sonnennächsten Punkt erreichen wird. Während der Komet für die Erde keine Bedrohung darstellt, könnte er zu einem der hellsten temporären Objekte am Nachthimmel werden und sogar die Helligkeit des Vollmondes übertreffen - oder auch nicht.
Komet C/2012 S1 (ISON)
© remanzacco.blogspot.itTeleskopaufnahme des Kometen C/2012 S1 (ISON).
Moskau (Russland) - Wie Witali Newski und Artem Nowitschonok vom International Scientific Optical Network (ISON) berichten, ist der Komet noch im Sternbild Krebs schon zu finden und wurde auf den Namen C/2012 S1 (ISON) getauft.

Auch US-amerikanische Kollegen der NASA teilen die Hoffnung der Russen, dass der Komet in rund einem Jahr ein spektakuläres Himmelsschauspiel inszenieren wird. "Der Komet könnte möglicherweise spektakulär werden, es könnte aber auch ganz anders kommen. Bei Kometen weiß man das nie so genau."

Telescope

Merkur sticht heraus: Oberfläche gleicht seltenen Meteoriten

Der innerste Planet Merkur unterscheidet sich deutlich von allen anderen Planeten im Sonnensystem. Tatsächlich erscheint die Oberfläche von Merkur vielmehr wie die einer seltenen Art von Meteoriten als der eines Planeten. Immer noch offen ist zudem die Frage nach Wassereis an den Polen des Planeten.
Oberfläche Merkur
© NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Carnegie Institution of WashingtonDie Oberflächenfarben des Merkur (u.) im Vergleich zur früheren Ansicht des innersten Planeten (o.).
Washington (USA) - Wie die Forscher um Shoshana Wieder von der Carnegie Institution of Washington im Journal of Geophysical Research-Planets berichten, stützt sich die neue Studie auf Analysen der Daten der NASA-Merkur-Sonde "Messenger".

Frühere Untersuchungen hatten nahe gelegt, dass große Teile des Merkur (etwa sechs Prozent seiner Oberfläche und damit rund 60 Prozent der Landfläche der USA) mit einer dicken Schicht verfestigter Lava überdeckt sind, die sich vor 3,5 bis 4 Milliarden Jahren begann abzukühlen und so vor allem die nördlichen sanften Ebenen formte.

Telescope

Milchstraße von Halo aus heißem Gas umgeben

Mit dem Weltraum-Röntgenteleskop Chandra haben Astronomen Beweise dafür gefunden, dass unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, von einem gewaltigen Halo aus bis zu 2,5 Millionen Grad heißem Gas umgeben ist, der sich mehrere tausend Lichtjahre ausdehnt. Die Masse dieser Hülle, so schätzen die Wissenschaftler, entspricht in etwa der aller Sterne in der Milchstraße. Sollte diese Masse bestätigt werden, könnte sie eine Erklärung für das Rätsel der fehlenden sogenannten baryonische Masse liefern.
Milchstraße, Gas-Halo
© NASA/CXC/M.Weiss; NASA/CXC/Ohio State/A Gupta et al.Künstlerische Illustration des heißen Gas-Halos um die Milchstraße.
Washington (USA) - Während das kosmologische Standardmodell relativ genaue theoretische Vorhersagen zum Anteil der gewöhnlichen Materie, die von Physikern als "bayronisch" bezeichnet wird, macht, konnten bisherige Sternendurchmusterungen anhand der bekannten Masse in Sternen und Gaswolken doch nur etwa die Hälfte dieser vorhergesagte Masse nachweisen.

Question

Nach einer neuen Studie beträgt die Wahrscheinlichkeit der Existenz von Dunkler Energie 99,996 Prozent

Die bislang noch hypothetische "Dunkle Energie" zählt zu den großen kosmischen Rätseln unserer Zeit und wird vom derzeitigen Standardmodell der Kosmologie als Verallgemeinerung der kosmologischen Konstanten der allgemeinen Relativitätstheorie für die Beschleunigung der Ausdehnung des Universums verantwortlich gemacht. Um was es sich dabei jedoch genau handelt und ob es sie überhaupt gibt, darüber sind sich selbst Wissenschaftler nicht einig. Zumindest deutsche und britische Wissenschaftler sind sich nun jedoch zu "99,996 Prozent" sicher, dass es die Dunkle Energie gibt. Was die Dunkle Energie jedoch ist, können auch die Autoren der neuen Studie noch nicht sagen.
Bild
© NASA/BlueEarth; Milky Way: ESO/S. Brunier; CMB: NASA/WMAPVisuelle Veranschaulichung der in der aktuellen Studie verwendeten Daten, in Form eines Schalenmodells für die extragalaktischen Karten mit zunehmender Entfernung zur Erde (l.). Während es sich bei der ersten Schale (r.v.d. Erde) um die Milchstrasse im sichtbaren Licht handelt, stellt die letzte und größte Schale die aktuelle Temperaturkarte der kosmischen Hintergrundstrahlung dar, wie sie mit dem WMAP-Satelliten erstellt wurde.
München (Deutschland) - Laut den bisherigen Vorstellungen der von der Existenz der Dunklen Energie überzeugten Wissenschaftler besteht unser Universum zu 73 Prozent aus der mysteriösen Kraft, die u.a. für die 2010 nachgewiesene bis heute beschleunigt ablaufende Ausdehnung des Universums verantwortlich sein soll. (Der Rest des Universums besteht demnach zu 23 Prozent aus sog. Dunkler Materie und nur zu 4,6 % aus der sichtbaren, "normalen" Materie.)

Sherlock

Kluge Vögel: Krähen begreifen versteckte Ursachen

Kluge Vögel besitzen bisher nur vom Menschen bekannte Fähigkeit

Forscher haben einen weiteren Beleg für die hohe Intelligenz von Krähen gefunden: Die Rabenvögel besitzen die Fähigkeit, von einem Phänomen auf seine versteckte Ursache zu schließen. Sie begreifen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen einem Stock, der sich scheinbar von selbst bewegt, und einem Menschen, der kurz darauf ein Versteck in der Nähe des Stocks verlässt. Das hat ein internationales Forscherteam in einem Experiment mit Neukaledonienkrähen herausgefunden. Bisher galt die Fähigkeit, solche Schlussfolgerungen zu ziehen, als reine Domäne des Menschen. Das habe man jetzt widerlegt, berichten die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".

Krähe, Vogel
© Mick SibleyEine Neukaledonische Krähe (Corvus moneduloides) nutzt ein Werkzeug, um in einem Loch nach Futter zu angeln.
"Stellen Sie sich vor, Sie blicken von oben auf einen Wald hinab und sehen, wie sich die Äste und Blätter eines Baumes bewegen, obwohl kein Wind weht", erklären Alex Taylor von der University of Auckland in Neuseeland und seine Kollegen. Instinktiv verstehe der Mensch, dass es eine für ihn nicht sichtbare Ursache für dieses Phänomen geben müsse, beispielsweise einen Affen, der sich durch die Baumkronen schwingt und diese in Bewegung versetzt. Diese Fähigkeit, auf eine versteckte Ursache zu schließen, beherrschen Kinder bereits ab einem Alter von sieben bis zehn Monaten, wie die Forscher berichten. Ungeklärt sei aber bisher gewesen, ob auch ein Tier, beispielsweise ein Vogel, zu dieser Art von Schlussfolgerungen fähig sei.

Info

"Rabenmütter": Blockade nur eines Gens schaltet Muttergefühle bei Mäusen aus

Erbgut-Manipulation blockiert biologisch entscheidendes Verhalten bei Mäuseweibchen
DNA, DNS
© MMCDDNA
Das Ausschalten nur eines einzigen Gens macht Mäuse zu Rabenmüttern: Sie lecken und säugen dann ihre hilflosen Jungen nicht mehr und holen sie auch nicht zurück, wenn diese aus dem Nest krabbeln. Das hat ein internationales Forscherteam in einem Experiment herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten dafür bei Mäusemüttern das Gen ER-Alpha nur in einem kleinen, in Augennähe liegenden Gehirnareal blockiert. Als Folge veränderte sich das Verhalten der Weibchen- aber nur in ganz bestimmten Bereichen: Die Mäuse hätten keinerlei mütterliche Fürsorge mehr gezeigt und auch kaum noch auf sexuelle Avancen durch Männchen reagiert.

"Unsere Studie liefert ein einzigartiges Beispiel dafür, dass die Manipulation nur eines Gens in spezifischen Gehirnzellen biologisch entscheidende Verhaltensweisen ändern kann", schreiben Ana Ribeiro von der Rockefeller University in New York und ihre Kollegen im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.