Wissenschaft und TechnologieS


Telescope

Urtümliches organisches Material und Wasserozean auf Pluto?

Pluto-Oberfläche
© ESO/L. CalcadaKünstlerische Darstellung der Pluto-Oberfläche.

Laurel/ USA - Im Juli 2015 soll die NASA-Sonde "New Horizons" den Zwergplaneten Pluto erreichen. Von der ersten Erkundung eines Zwergplaneten überhaupt erhoffen sich die Wissenschaftler völlig neue Erkenntnisse nicht nur über die junge Planetenklasse im Allgemeinen, sondern vor allem über Pluto selbst. Hier, so spekulieren einige Forscher, könnte sogar primitives organisches Material und verborgene Wasserozeane gefunden werden.

2006 gestartet, rast die Sonde derzeit mit 1,6 Millionen Stundenkilometern in Richtung des ehemals neunten Planeten des Sonnensystems, dem - ebenfalls 2006 - von der "Astronomischen Union" (AU) der Planetenstatus aberkannt und der Himmelskörper zu einem Zwergplaneten, genauer gesagt zu einem "Plutoiden", erklärt wurde.

Bacon

Rückschau Das Beste aus dem Web: "Es gibt keine ausreichenden Belege, dass Fett ein Risiko für das Herz-Kreislauf-System darstellt"

Zu viel Fett macht fett und krank. Sagt die Mama, sagt der Arzt, sagen eigentlich alle. Na ja, fast alle - es mehren sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass diese These nie wirklich bewiesen wurde. Im Gegenteil. . .

Die Behauptung, dass zu viel Fett für Herzinfarkte verantwortlich sei, ist ein wissenschaftliches Dogma. Falsch ist es trotzdem, da ist sich der renommierte amerikanische Wissenschaftsjournalist Gary Taubes sicher. Sein neues Buch: Good Calories, bad Calories („Gute Kalorien, schlechte Kalorien“) hat in den USA für Aufsehen gesorgt.

Taubes erzählt darin nicht nur, woher das Dogma kommt und wie es sich quasi weltweit festsetzen konnte. Er zitiert zudem Studien, die ergaben: Zu viele Kohlenhydrate können für die Blutfettwerte oder Blutfette viel gefährlicher sein als zu viel Fett.

Kommentar: Es ist nicht unbedingt das zu viele Essen an sich, sondern viel mehr das zu viele Essen von Kohlenhydraten, was sich so problematisch auswirkt. Nora T. Gedgaudas beschreibt in ihrem Buch Primal Body Primal Mind, dass besonders die Kombination von Kohlenhydraten und Fetten sehr ungeeignet ist.

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Sherlock

Alzheimer, ein neuer Therapieansatz

Forscher haben einen Mechanismus zur Reinigung des Gehirns entdeckt. Für weitere Studien werden noch Teilnehmer gesucht
brain
© 3DScience.com

Rostock. Die Alzheimer-Demenz zählt zu den am meisten gefürchteten Erkrankungen im Alter. Trotz intensiver Forschung hat die Medizin noch nicht herausgefunden, was zu den giftigen Eiweißablagerungen im Gehirn führt, die die Nervenzellen zerstören. Jetzt haben Rostocker Forscher einen Mechanismus entdeckt, der bei der Reinigung des Gehirns von Vorstufen dieser Ablagerungen eine wichtige Rolle spielt, und damit auch einen neuen Ansatz für Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit gefunden. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden gestern im Fachmagazin The Journal of Clinical Investigation veröffentlicht.

Eine zentrale Rolle bei dieser Forschung spielt die sogenannte Blut-Hirnschranke, die verhindert, dass Stoffe einfach zwischen dem Blut und dem Gehirn hin- und herfließen können. Substanzen können diese Barriere nur an bestimmten Durchtrittstellen passieren oder mithilfe von Transportmolekülen überwinden. "Diese Transporter funktionieren normalerweise ein Leben lang", erklärt Studienleiter Prof. Jens Pahnke von der Universität Rostock und dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen.

Kommentar: Ein anderer Frageansatz könnte sein, wie diese Giftstoffe eigentlich in das Gehirn gelangen können? Durch Behandlung mit Antiobiotika, Ernährung mit Gluten und anderen Stoffen kann der Dünndarm geschädigt werden und somit gelangen schädigende Stoffe in den Blutkreislauf. Gluten wird auch damit in Verbindung gebracht, die Blutgehirnschranke zu schädigen, was somit eventuell dazu führen kann, dass andere ungewollte Stoffe in das Gehirn gelangen.


Bulb

Lehrbuchwissen auf den Kopf gestellt: Gestein düngt Pflanzen

Bisher galt die Annahme, dass Pflanzen den lebenswichtigen Stickstoff nur aus der Luft aufnehmen können. Jetzt haben die Forscher eine andere Stickstoffquelle ausgemacht und müssen ihr Lehrbuchwissen über den Haufen werfen.
Nadelwald
© picture-alliance/dpa/dpawebStickstoffreiches Gestein kurbelt offensichtlich das Wachstum von auf ihm wachsenden Nadelwäldern an.

Stickstoffhaltiges Gestein düngt einer neuen Untersuchung zufolge die Pflanzen, die über ihm wachsen. So bilden Nadelbäume mehr Nadeln aus, wenn der Wald auf stickstoffreicherem Gesteinsuntergrund steht, berichten US-Umweltwissenschaftler im Fachblatt Nature. Bisher hatten Wissenschaftler angenommen, dass Pflanzen nur Stickstoff aus der Atmosphäre aufnehmen - die im Gestein fest gebundenen Stickstoffvorkommen galten als unverwertbar.

Stickstoff ist für alle Lebewesen lebenswichtig und kurbelt das Wachstum an. Daher besteht Pflanzendünger hauptsächlich aus leicht verwertbaren Stickstoffverbindungen. Da Stickstoff- und Kohlenstoffkreislauf eines Ökosystems miteinander verwoben sind, könnten die Erkenntnisse bestehende Kohlendioxidprognosen über den Haufen werfen, vermuten die Forscher. Es müsse nun geklärt werden, wie Stickstoff in Gestein den Klimawandel beeinflusse.


Magnify

Saures wird anders verarbeitet: Geschmack im Gehirn lokalisiert

Forscher können in Gehirnen von Mäusen bestimmte Regionen für die vier Geschmacksrichtungen süß, salzig, bitter und umami erkennen. Für Saures konnte jedoch kein bestimmter Bereich ausgemacht werden. Wahrscheinlich wird dieser Geschmack anders verarbeitet.
Gehirn einer Ratte
© picture alliance / dpaDer Blick ins Gehirn einer Ratte.

Süß, salzig, bitter und umami (herzhaft): US-Forscher haben vier von fünf Geschmacksempfindungen im Gehirn lokalisiert. Bei der Untersuchung von Mäusen stellten sie fest, dass jeder Geschmack eine eigene Region im Gehirn anspricht, einen so genannten Hotspot. Nur für die Wahrnehmung von saurem Geschmack konnten sie keine spezielle Region finden, wie die Autoren um Charles S. Zuker und Xiaoke Chen von der Columbia-Universität in New York im Fachjournal "Science" schreiben. Möglicherweise liege dieser Hotspot außerhalb der untersuchten Hirnregionen, oder aber saure Sinnesreize würden anders verarbeitet, ähnlich wie Schmerzen oder Berührung.

Zuker und Kollegen erstellten aus ihren Beobachtungen eine Art Landkarte. Derlei Karten gibt es auch schon für andere Sinneswahrnehmungen, beispielsweise für das Sehen, Hören und den Tastsinn. Vor allem geht es um die einzelnen Regionen der Großhirnrinde.

Bug

Spinnenseide hilft beim Züchten künstlicher Haut

Spinnfäden sind sehr stark, dehnbar und werden vom menschlichen Körper toleriert
spinne,melken
© unbekanntDas "Melken" von Spinnen ist nicht jedermanns Sache. Hanna Wendt hält hier den kleinen Rahmen, auf den sie Seide der Goldenen Radnetzspinne, die im Hintergrund zu sehen ist, aufgespult hat.

Nicht nur als potenzieller Schutz gegen Projektile, wie ein Kunstprojekt zuletzt zeigte, kann Spinnenseide eingesetzt werden, auch als als Schlüssel zum erfolgreichen Züchten von künstlicher Haut kann das Material dienen. Hanna Wendt von der Klinik für Plastische Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) experimentierte im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit dem Stoff und wies nach, dass sich die Fasern vor allem für die Heilung chronischer Wunden und Verbrennungen eignen. Sie veröffentlichte ihre Ergebnisse im Journal PLoS ONE.

"Spinnenseide ist den Aufgaben der Haut bestens gewachsen: Sie ist sehr stark, trotzdem dehnbar und wird vom menschlichen Körper toleriert. Somit kann sie mehr leisten als andere Materialien, die bisher zur Züchtung künstlicher Haut untersucht worden sind", sagt die Wissenschafterin. Forscherinnen dieser Klinik hatten zuvor bereits herausgefunden, dass diese Seide bei der Regeneration von Nerven hilft und sich als Nahtmaterial eignet.

Igloo

Antibiotika-Resistenzen aus der Eiszeit

Hamilton - Das rasche Auftreten von Vancomycin-Resistenzen Ende der 80er Jahre hat viele Experten damals überrascht. Doch das Resistenzgen musste nicht von den Bakterien neu erfunden werden. Kanadische Forscher wiesen es zusammen mit anderen Resistenzgenen in einer eiszeitlichen Bodenprobe nach. In Nature (2011; doi: 10.1038/nature10388) berichten sie, wie sie das Eiszeit-Gen „wiederbelebten“.

Dass Resistenzen gegen Antibiotika älter sind als die Anwendung der Medikamente, ist eigentlich nicht überraschend. Antibiotika sind nämlich Naturprodukte. Sie existierten in der Natur bereits vor ihrer medizinischen Anwendung.

Sie werden von Pilzen und Bakterien gebildet, um sich vor dem Angriff anderer Lebewesen zu schützen. Und auch die Resistenzgene findet man nicht nur in den Kliniken, sondern überall im Erdreich. Experten schätzen das Alter von Antibiotika auf 40 Megajahre bis 2 Gigajahre, und die Antibiotikaresistenzen sollten nicht wesentlich jünger sein.

Pharoah

Archäologen finden Grabkammer im Stonehenge-Steinbruch

Der Steinkreis von Stonehenge.
© FrankLaumann.deArchiv: Der Steinkreis von Stonehenge.

Carn Menyn/ Wales - Im Steinbruch von Carn Menyn in den Preseli-Bergen in Wales, aus dem die sogenannten Blausteine für den Bau der ersten Phase des imposanten Steinkreises von Stonehenge stammen, haben Archäologen eine bislang unbekannte Grabkammer entdeckt.

Von nun geplanten Radiokarbondatierungen (C14) erhoffen sich die Archäologen weitere Belege für eine Verbindung zwischen dem Steinbruch und Stonehenge. Im Innern der einstigen Grabkammer, die sich ganz in der Nähe eines bereits bekannten Gangrabes befindet, fanden die Forscher neben organischem Material auch zwei ehemals aufrecht stehende Steine. Auch sie stellen einen direkten Bezug zur Architektur von Stonehenge auf, deren erste Bauphase ebenfalls Paare von Blausteinen beinhaltete.

Telescope

Mars-Rover findet ehemals heiße Wasserquelle auf dem Mars

Mars-Rover
© NASA/JPL-Caltech23. August 2011: Der Greifarm des Mars-Rovers "Opportunity" untersucht "Tisdae 2", einen helltonigen Felsen in der Nähe des Kraters "Endeavour". |

Pasadena/ USA - Erst kürzlich an seinem neuen Arbeitsplatz angekommen (...wir berichteten), ist der NASA-Mars-Rover "Opportunity" auf eine gänzlich neue Form von Gestein am Rande des Marskraters Endeavour gestoßen. Die Zusammensetzung eines untersuchten Felsens spricht dafür, dass dieser einst flüssigem und zudem heißem Wasser ausgesetzt war.

Die Analyse des auf den Namen "Tisdale 2" getauften Brockens offenbart, dass dieser eine Zusammensetzung ähnlich wie vulkanisches Gestein aufweist, allerdings findet sich darin deutlich mehr Zink und Brom als gewöhnlich.

Bei Brom und Zink handelt es sich meist um wässrige Ablagerungen - besonders durch heißes Gewässer. "Auf der Erde benötigt das Leben Wasser und Energie um sich Fuß zu fassen. Hydrothermale Systeme sind hierfür also bestens geeignet. Die Orte solcher einstiger Schlote sind also geradezu prädestiniert für die Suche nach Beweisen für einstiges Marsleben.

Rocket

Start des ersten chinesischen Weltraummoduls wegen technischer Probleme verschoben

Ein Sprecher der chinesischen Raumfahrtbehörde bestätigte gestern, dass der Start des ersten Weltraummoduls verschoben worden sei. Das Programm bleibe unterbrochen, bis man untersucht hat, wieso die Sonde SJ-11-04 nicht in die Erdumlaufbahn eingetreten war.
china,weltraum
© unbekannt

Laut dem Sprecher soll das erste chinesische Weltraumodul Tiangong-1 nun von einer Trägerrakete des Typs Long March II-F ins All geschickt werden. Die Long March II-F und die Rakete des Typs Long March II-F, welche die SJ-11-04 nicht in die Laufbahn bringen konnte, gehören zur gleichen Produktionsserie. Bevor man den Grund für die Störung beim Start der SJ-11-04 nicht herausfindet, kann nicht ausgeschlossen werden, dass mit der Rakete Long March II-F ein technischer Defekt gleicher Art droht.

Die experimentelle Sonde SJ-11-04 konnte nicht in den Orbit eintreten, nachdem deren Trägerrakete Long March II-F versagt hatte. Die Rakete war am 18. August um 17 Uhr 28 vom Satellitenstartzentrum Jiuquan gestartet worden. Die Ursache der Störung wird derzeit untersucht. Es ist noch unklar, wann das Modul gestartet werden kann.