Wissenschaft und TechnologieS


Magnify

Entdeckung neuer Ursache warum Menschen wirklich rechts- oder linkshändig sind

Rechts- oder Linkshänder? Ursache liegt offenbar nicht im Gehirn
Rechtshänder und Linkshänder
© gradt/fotolia.comOb Menschen Rechts- oder Linkshänder werden, bestimmt offenbar nicht das Gehirn, sondern das Rückenmark. Zu diesem Schluss kamen deutsche Forscher.
Schon seit längerem wird angenommen, dass es im Gehirn bestimmt wird, ob ein Mensch Links- oder Rechtshänder ist. Doch nun gibt es Hinweise darauf, dass die Ursache für die Händigkeit woanders liegt - im Rückenmark.

Linkshänder wurden lange gezwungen mit der rechten Hand zu schreiben

Linkshändigkeit wird heutzutage - allerdings nicht in allen Weltregionen - als natürliche Veranlagung akzeptiert. Lange Zeit war das anders. Auch hierzulande wurden Linkshänder bis in die 1970er Jahre in der Schule gezwungen, mit der rechten Hand zu schreiben. Solche „Umschulungen“ können zu schwerwiegenden Problemen führen. Zu nennen sind hier unter anderem mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnis- und Sprachstörungen. Es wird angenommen, dass es im Gehirn bestimmt wird, ob jemand Links-oder Rechtshänder ist. Doch jetzt gibt es dazu neue Erkenntnisse.

Kommentar: Hier noch etwas aus einem englischen Artikel zum Thema:
Außderm fand das Team tatsächlich heraus, was diese Symmetrie verursacht. Sie wird nicht durch reguläre, vererbte genetische Mutationen oder Merkmale beeinflusst, sondern durch Umwelteinflüsse - Einflüsse, die während des Wachstums im Mutterleib auf das Baby einwirken.

Obwohl bisher noch nicht sicher ist, um welche Umwelt- bzw. epigenetische Faktoren es sich handeln könnte, ist es möglich, dass diese Faktoren die Funktionsweise der Enzyme des sich entwickelnden Babys verändern, was wiederum eine Veränderung darin herbeiführt, auf welche Weise Gene ausgedrückt werden können. Dies beeinflusst somit die Einflüsse der Asymmetrie auf die Genaktivität im Rückenmark.



Nuke

Ungeklärte erhöhte radioaktive Strahlung über weiten Teilen Europas gemessen

Im vergangenen Monat wurden in weiten Teilen Europas erhöhte Strahlungswerte gemessen, deren Herkunft Rätsel aufgibt.
RAdioaktivität,radioaktive strahlung
Laut dem französischen Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (IRSN) handelt es sich um geringe Mengen des hoch radioaktiven Radioisotops Jod-131, das in der zweiten Januarwoche zuerst in Norwegen und dann in Finnland, Polen, Tschechische Republik, Deutschland, Frankreich sowie Spanien gemessen wurde.

Da Jod-131 nur eine kurze Halbwertszeit von acht Tagen hat, bedeutet das, dass es irgendwo Anfang letzten Monats zu einem Zwischenfall gekommen sein muss, bei dem Strahlung freigesetzt wurde.

Zwar waren die Strahlungswerte nicht annähernd hoch genug, um eine Gefahr für unsere Gesundheit oder Umwelt darzustellen, dennoch sind die Behörden in Sorge, denn sie konnten bis heute nicht herausfinden, wo die Strahlung herkam und welche Quelle sie auslöste.

Kommentar:


Beaker

Typ 1-Diabetes: Injektion von Autoantigen in Lymphknoten könnte Insulinproduktion erhalten

glutamate decarboxylase structure
Linköping - Die mehrmalige Injektion des Autoantigens GAD65 in einen Lymphknoten der Leiste hat in Kombination mit einer Vitamin D-Behandlung bei mehreren Patienten mit neu diagnostiziertem Typ 1-Diabetes die Restproduktion von Insulin in den Beta-Zellen über mindestens 15 Monate erhalten. Die Forscher stellten ihre neue Variante der Immuntherapie im New England Journal of Medicine (2017; 376: 697-8) vor.

Der Typ 1-Diabetes gehört zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen Abwehrzellen körpereigenes Gewebe angreifen. Beim Typ 1-Diabetes sind die Insulin-produzierenden Beta-Zellen das Opfer. Die Antikörper, die die Autoimmunattacke auslösen, sind häufig gegen die Isoform 65 des Enzyms Glutamat-Decarboxylase (GAD65) gerichtet.

Ein Team um Johnny Ludvigsson von der Universität Linköping versucht seit einigen Jahren, die Autoimmunattacke durch die Gabe von GAD65 zu stoppen. Dies geschieht in der Hoffnung, dass das Antigen von T-Zellen aufgenommen und als normaler Bestandteil des Körpers akzeptiert wird. Bei allergischen Erkrankungen ist eine solche Immun­therapie häufig wirksam.

Kommentar:


Bulb

NASA schlägt vor den Begriff "Planet" neu zu definieren: Sonnensytem hat somit über 100 Planeten

Wenn der Vorschlag der NASA, den Begriff »Planet« neu zu definieren, Erfolg haben sollte, könnte unser eigenes Sonnensystem demnächst über 100 Planeten besitzen.
Planeten Sonnensystem
© NASA/JPL
Damit ein Himmelskörper (in unserem eigenen Sonnensystem) als Planet bezeichnet werden darf, muss er nach dem Beschluss der Internationalen Astronomischen Union (IAU) im August 2006 folgende Voraussetzungen erfüllen:

Bulb

Sensation: Ungewöhnliche Ur-Mikroben werden wieder zum Leben erweckt

Nach der Entdeckung prähistorischer Mikroben, die seit Jahrtausenden in Gipskristallen eingeschlossen lagen, ist es den Forschern gelungen, sie sogar wieder zum Leben zu erwecken.

Mikroben
© Mike Spilde
Das NASA Astrobiology Institute (NAI) hat ihre sensationelle Entdeckung gerade auf der vom 16. - 21. Februar stattfindenden Jahresversammlung der American Association for the Advancement of Science (AAAS) bekannt gegeben. Die außergewöhnlichen Organismen wurden in Gipskristallen gefunden, die sich in der mexikanischen Mine von Naica befinden - einem Ort, der zum Synonym für das Studieren des Lebens in extremer Umgebung geworden ist.


Blue Planet

Forscher fordern Anerkennung eines achten Kontinents: Zealandia

achter Kontinent Zealandia
© fotolia/ harvepino
Es misst rund fünf Millionen Quadratkilometer und ist zu 94 Prozent im Wasser versunken: Neuseeländische Wissenschaftler setzen sich dafür ein, "Zealandia" endlich zum Kontinent zu erklären.

Im südwestlichen Pazifik liegt eine riesige Landmasse, die fast vollständig von Wasser bedeckt ist. Die einzigen Bereiche, die heute noch aus dem Meer herausragen, sind Neuseeland und Neukaledonien. In einer aktuellen Veröffentlichung fordert ein Team um Nick Mortimer vom neuseeländischen Forschungsinstitut GNS Science nun, die Masse mit dem Namen "Zealandia" endlich als eigenen Kontinent anzuerkennen.

Magnify

Forscher entdecken riesige Anomalie unter den USA

Kohlenstoffreservoir USA
© Infografik Die Welt/ZGB Grafik
Forscher haben ein gigantisches Reservoir an Kohlenstoff so groß wie Mexiko unterhalb der USA entdeckt. Möglicherweise könnte das Gas wie bei Vulkanen an die Erdoberfläche gelangen.

Es tut sich was im Erdinnern, 350 Kilometer tief, unterhalb der westlichen USA. Forscher haben ein gigantisches Reservoir aus Kohlenstoff, der in teils flüssigem Gestein gelöst ist, entdeckt. Flächenmäßig soll er einmal die Größe von Mexiko oder fünfmal die Größe von Deutschland umfassen. Diese Erkenntnis veröffentlichten Saswata Hier-Majumder vom College Royal Holloway an der University of London und Benoit Tauzin von der Université de Lyon im Journal Earth and Planetary Science Letters.

Die Wissenschaftler analysierten seismische Daten. Dabei entdeckten sie eine Anomalie auf 1,8 Millionen Quadratkilometern und zwischen 25 und 70 Kilometer Dicke. Den Berechnungen der Forscher zufolge enthält die Zone etwa 0,2 bis 0,5 Prozent geschmolzenes Material.

Satellite

NASA-Sonde zeigt: Zwergplanet Ceres weist elementare Bausteine des Lebens auf

Oberfläche Zwergplanet Ceres
© Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDAFalschfarbendarstellung der Ceres-Oberfläche
Die NASA-Sonde „Dawn“ hat auf dem Zwergplaneten Ceres Regionen ausgemacht, die reich an organischen Stoffen sind. Die Forscher schließen, dass diese Stoffe aus dem Planeteninnern stammen und nicht von außen zugeführt wurden - das wiederum könnte Ceres zu einem weitren hoffnungsvollen Kandidaten für außerirdisches Leben im Sonnensystem machen.

Wie das Team um Dr. Simone Marchi vom Southwest Research Institute (SRI) aktuell im Fachjournal „Science“ (DOI: 10.1126/science.aaj2305) berichtet, handele es sich um lokale hohe Konzentrationen der organischen Stoffe in der Umgebung des 50 Kilometer durchmessenden Ernutet -Kraters auf der Nordhalbkugel des Zwergplaneten.

„Diese Entdeckung hat aus astrobiologischer Sicht weite Konsequenzen“, so Marchi und führt weiter aus: „Gemeinsam mit dem bereits zuvor entdeckten Wassereis, ammoniakhaltigen wässrigen Mineralien, Kohlenstoff und Salzen bilden diese Stoffe die Schlüsselzutaten des Lebens.“

Kommentar:


Mars

Herrschte einst Leben auf dem Mars? - Satellitenbilder offenbaren jüngere Wasserspuren

NASA-Sonde Wasserspuren Mars
© Copyright/Quelle: Dr. Mary Bourke (Trinity College Dublin), NASAZwischen aktiven Mars-Dünen im Lucaya-Krater (hier eine Falschfarbendarstellung der Bilddaten der HiRISE-Kamera an Bord der NASA-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“, MRO) haben Geologen Bodenmuster entdeckt (s. Pfeile), die charakteristisch für einstiges Wasser sind.
Auf Satellitenaufnahmen des Mars haben Wissenschaftler Spuren entdeckt, die jenen entsprechen, wie sie auf der Erde durch Fluten in sandigen Dünenfeldern hinterlassen werden. Die Geologen schlussfolgern nun, dass die besagte Marsregion noch vor geologisch „jüngerer“ Zeit auf ähnliche Weise überflutet wurde. Der Ort könnte damit ein interessantes Ziel für die Suche nach Leben auf dem Mars sein.

Wie das Team um Dr. Mary Bourke vom Trinity College und Professor Heather Viles von der University of Oxford aktuell im Fachjournal „Geophysical Research Letters“ (DOI: 10.1002/2016GL071467) berichtet, handelt es sich um streifenartige Strukturen in einer Dünenlandschaft im Lucaya-Krater.

„Auf der Erde werden Dünenfelder in Gebieten mit schwankendem Grundwasserspiegel immer wieder von Wasser überflutet - meist dort, wo Seen, Flüsse und Küsten in der Nähe sind“, erläutert die Geologin und führt weiter aus: „Diese periodischen Fluten hinterlassen ein sehr aussagekräftiges Muster im Boden.“

Kommentar:


Clipboard

Genetisch umprogrammierte Leberzellen könnten Diabetes heilen - Versuch bei Mäusen bisher erfolgreich

Leberzellen lassen sich durch die Aktivierung eines einzigen Gens zu Vorläuferzellen des Pankreas umprogrammieren. Eine Zelltherapie für Diabetiker rückt damit näher.
insulin injection
© Heinz-Peter Bader / Reuters
Berlin - Was bei Mäusen bereits funktioniert hat, könnte eine Zelltherapie künftig auch für Diabetes-Patienten ermöglichen: Ein Forscherteam vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz Gemeinschaft (MDC) konnte im Tiermodell Leberzellen durch die Aktivierung eines einzigen Gens zu Vorläuferzellen des Pankreas umprogrammieren (Nat Comm 2017; 8: 14127). Damit könnte in Zukunft eine Zelltherapie für Diabetes-Patienten möglich sein, heißt es in einer Mitteilung des MDC.

Bei Menschen, die unter Diabetes Typ I leiden, gehen die Inselzellen des Pankreas bekanntermaßen aufgrund einer unheilbaren Autoimmunreaktion zugrunde. Ohne diese Inselzellen produziert der Körper der Patienten das Hormon Insulin nicht mehr, der Blutzuckerspiegel steigt und es kommt zum Diabetes. Die Erkrankten müssen sich lebenslang Insulin spritzen.

Kommentar:

  • Weiterer Erfolg: Forschern gelingt es, dass Mäuse für kurze Zeit kein Insulin benötigen