
© dpaDemonstration gegen Syrien-Krieg in Washington
Zunächst sah alles nach einem schnellen Vergeltungsschlag gegen das syrische Regime aus. Doch nach dem britischen Premier Cameron bekommt nun auch US-Präsident Obama Gegenwind im Kongress, auch aus seiner eigenen Partei. Kein Wunder,
eine deutliche Mehrheit der US-Bürger ist gegen einen Militärschlag. Nach einem Jahrzehnt der Kriege sind die Amerikaner kriegsmüde.
Francesca Gamondi ist eine pensionierte Lehrerin aus Washington. Angesprochen auf Syrien, schüttelt sie den Kopf. Das Dilemma von Präsident Obama sei ihr durchaus bewusst, die Fernsehbilder der Giftgas-Opfer finde auch sie schrecklich. Aber nach den Erfahrungen im Irak und in Afghanistan empfiehlt sie ihrem Präsidenten: "Auf keinen Fall militärisch reagieren! Wir schlittern sonst von einem Krieg im Nahen Osten zum nächsten. Wir lösen keine Probleme, wir geben Milliarden aus. Und dann hassen sie uns auch noch."
So wie Francesca denken viele Amerikaner. In Umfragen lehnen
zwei von drei US-Bürgern ein Eingreifen in Syrien ab. Nur jeder zehnte Befragte ist der Meinung, Amerika müsse reagieren. Selbst wenn es eindeutige Beweise gäbe, dass Syriens Regime Giftgas gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt hat, wäre nur jeder vierte Befragte für einen Militäreinsatz. Die Hälfte sagt: Bloß raushalten aus diesem unübersichtlichen Krieg.