Das Kind der GesellschaftS


Bomb

Explosion bei italienischer Schule

italien, schule
© dpa, Dario CaricatoSicherheitskräfte untersuchen den Ort der Explosion.
Rom. Nach der Bombenexplosion vor einer italienischen Schule mit einer Toten und mehreren Verletzten werden immer mehr Zweifel an der Theorie laut, dass die Mafia hinter dem Anschlag stecken könnte. Der Anti-Mafia-Staatsanwalt Cataldo Motta sagte, das Attentat trage nicht die Handschrift des organisierten Verbrechens, weil bei der Bombe Benzin und nicht - wie bei der Mafia üblich - Dynamit verwendet worden sei.

Auch der nationale Polizeichef Antonio Manganelli sprach von Zweifeln an der Mafia-Theorie. Innenministerin Anna Maria Cancellieri sagte, die Ermittler hätten zu diesem Zeitpunkt noch keine Hinweise darauf, dass der Anschlag ein Werk der Mafia sei. Die Art des Attentats sei außerdem nicht deren übliche Vorgehensweise, sagte sie dem Sender Sky.

Die Berufsschule ist nach einem getöteten Staatsanwalt und dessen Frau benannt. Giovanni Falcone, der sich gegen die Mafia einsetzte, und seine Frau kamen vor genau 20 Jahren bei einem Bombenanschlag der Cosa Nostra in Sizilien ums Leben.

Light Sabers

Ehemaliger Bankenchef in Island verurteilt

Der ehemalige Chef der Kaupthing Bank Sigurður Einarsson wurde vom Bezirksgericht in Reykjavik dazu veruteilt, der Bank 550 Millionen isländische Kronen (gut 3,4 Mio Euro) zurückzuzahlen.

Sigurður hatte zu Hochzeiten des Bankenbooms ein Darlehen von 5,5 Mrd ISK (ca. 34 Mio Euro) aufgenommen, um dafür Aktien der Bank zu kaufen. Für gut 10% der Summe hatte er damals eine persönliche Bürgschaft unterschrieben (der Rest wird vermutlich über den Aktienwert abgesichert worden sein), dieses Darlehen war von der Bank wenige Tage vor dem Kollaps im Herbst 2008 abgeschrieben worden.

Das Auflösungskomittee der Bank hat diese Abschreibung später zurückgezogen und eine volle Rückzahlung der garantierten Summe gefordert. Von dieser Art Darlehen hat es damals unter den Topmanagern der verschiedenen Banken eine ganze Reihe gegeben, in allen Fällen wurden die garantierten Summen mittlerweile zurückgefordert verbunden mit der Möglichkeit, über die Rückzahlungsmodalitäten zu verhandeln.

Newspaper

Schweden erschaffen neues Wort und umfassendes Erziehungsprogramm um Geschlechterdiskriminierung abzuschaffen

Vermutlich ist man in keinem anderen Land der Erde derart bemüht, Geschlechterrollen möglichst final zu erledigen, wie in Schweden. Jetzt hält ein neues Kunstwort Einzug in die schwedische Sprache, das kleine Wörtchen »hen«. Es soll die Ansprache eine Person ermöglichen, ohne dabei ihr Geschlecht zu nennen. Denn in Schweden gilt es inzwischen als eine ausgesprochene Diskriminierung, wenn man als Mann oder Frau angesprochen wird.
Schwedische Flagge
© Unbekannt
Während für Frauen das Wort »sie« (schwedisch »hon«) und für Männer das Wort »er« (schwedisch »han«) existiert, soll nun »hen« für alles andere und was auch immer stehen. Es entspricht nicht unserem »es«, dafür gibt es auch in Schweden bereits das Pendant »det«. Man ist also politisch bemüht, angebliche Diskriminierung beiseite zu schaffen, die allein dadurch entsteht, dass ich jemanden als Frau oder Mann erkenne und natürlich auch so anspreche. Schwedische Sprachwissenschaftlerinnen hatten diesen Vorschlag bereits in den 60er-Jahren erstmals öffentlich gemacht. Es hat eine Weile gedauert, aber jetzt setzt es sich durch.

Man könnte es wie üblich als eine abstruse Idee der Gender-Mainstreaming-Aktivisten abtun, die ja fleißig daran arbeiten, dass wir uns alle möglichst nicht mehr in Geschlechterrollen gepresst fühlen, sondern uns selbst aussuchen, ob wir uns denn heute als Mann oder als Frau fühlen und wie wir entsprechend angesprochen werden wollen. Doch die Schweden reden nicht nur, sie schaffen Fakten. Immerhin hat sich auch der schwedische Sprachrat bereits damit befasst und das Wort »Hen« ist demnach seit 2009 in einem ersten Wörterbuch vertreten, wenn auch erst im enzyklopädischen Teil und nicht im Wortbuchteil des sprachlichen Nachschlagewerkes.

Heart - Black

Mann wird von Belästigern angegriffen, nachdem er eine Frau schützen wollte

28-Jähriger wird von unbekannten Tätern angegriffen und stürzt in U-Bahn-Gleisbett

Berlin. Ein 28-jähriger Mann ist am Samstagmorgen in Kreuzberg angegriffen und verletzt worden, weil er eine junge Frau vor Belästigungen schützen wollte. Zunächst hatte der Mann auf dem U-Bahnhof Mehringdamm beobachtet, wie drei Männer gegenüber einer jungen Frau aufdringlich wurden, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Er habe die drei Männer aufgefordert, die 22-Jährige in Ruhe zu lassen. Daraufhin sei es zu einem verbalen Streit gekommen.

Als der Mann sich dann von der Gruppe abwandte, wurde er von mindestens zwei Tätern von hinten angegriffen und geschlagen, wie es weiter hieß. Daraufhin stürzte der Helfer ins Gleisbett und zog sich eine Wunde am Kopf zu. Die Angreifer flohen; Sicherheitsleute der BVG holten den Mann zurück auf den Bahnsteig. Der Verletzte wurde ambulant in einer Klinik behandelt.

dapd-bln

Brick Wall

Mutter möchte Porno drehen, um Kinder zu ernähren

nadja suleman
© afpNadya Suleman, Mutter von Achtlingen in Kalifornien, braucht dringend Geld
Mit der Geburt von Achtlingen wurde Nadya Suleman als "Octomom" in den USA berühmt, nun soll sie enorme Schulden haben. Um ihre insgesamt 14 Kinder zu ernähren, will sie in einem Porno auftreten.

Nadya Suleman, bekannt als "Octomom", machte 2009 mit der Geburt von Achtlingen in den USA Furore und trat in diversen TV-Shows auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte die heute 36-Jährige bereits sechs Kinder, die alle durch künstliche Befruchtung erzeugt wurden - und war arbeitslos, geschieden und auf staatliche Unterstützung angewiesen.

In der Folge machte sie immer wieder mit finanziellen Schwierigkeiten Schlagzeilen. Nun hat Suleman laut "Tmz.com" bis zu einer Million Dollar Schulden bei diversen Gläubigern wie Ärzten, Anwälten und Lehrern. Sie habe Insolvenz ("Chapter 7") eingereicht, ihr droht die Zwangsräumung.

UFO

Esoterik und UFOs

Kreationismus, Alternativmedizin und Esoterik: Menschen setzen wegen dubioser Theorien Vermögen, Beruf oder Gesundheit aufs Spiel. Die "Skeptiker" untersuchen Phänomene und tagen derzeit in Berlin.
esoterik, ufo
© pa/dpa/Chromorange/Getty
Von heute an treffen sich in Berlin mehrere Hundert Wissenschaftler und Mediziner zum 6. Welt-Skeptiker-Kongress. Ihnen geht es darum, naturwissenschaftlich-kritisches Denken zu fördern. Die Skeptiker befassen sich mit Kreationismus, Alternativmedizin und esoterischen Phänomenen wie Astrologie, Wahrsagerei, Gedankenlesen und Erdstrahlen. Gastgeber ist die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. (GWUP). Die Skeptiker wollen auf der Basis von wissenschaftlichen Fakten informieren, sodass Menschen rationale Entscheidungen fällen können. Denn häufig, sagt GWUP-Mitarbeiterin Julia Offe, setzten Menschen auf der Basis fragwürdiger Theorien Vermögen, Beruf oder sogar ihre Gesundheit aufs Spiel.

Kommentar: Der Artikel ist gut und logisch, bis auf oben erwähnten und den letzten Teil, wo bekannte Phänomene abgelehnt oder nicht weiter diskutiert werden, und wodurch deutlich wird, das auch Skeptiker und Wissenschaftler in ihren Glaubenssätzen verfangen sein können. Die Interviewte hat offensichtlich nicht alle Daten überprüft und ist nicht offen ist für andere Erklärungen, zum Beispiel, dass UFOs, wie aus dem Namen zu erklären ist, unbekannt sind.




Airplane

Notlandung am Münchener Flughafen

Rauch im Cockpit, Triebwerksprobleme - ein Flugzeug der Lufthansa-Tochter Air Dolomiti muss in München notlanden. Fünf Menschen werden verletzt. Experten untersuchen den Flieger. Vor wenigen Wochen zerschellte ein Jet gleichen Typs in Russland. Mehr als 30 Menschen starben.
notlandung, flughafen münchen, atr 72
© dapd
Auf dem Weg nach Italien ist ein Flugzeug mit 62 Menschen an Bord auf dem Münchner Flughafen notgelandet. Fünf Insassen erlitten nach Angaben der Polizei leichte Verletzungen. Etliche Menschen sahen die dramatische Landung mit an. Sie feierten bei einem Besucherfest den Umzug des Airports von der Stadt ins Erdinger Moos vor 20 Jahren.

Die Maschine der italienischen Fluglinie Air Dolomiti, eine Lufthansa-Tochter, startete in München, nahm Kurs auf Venedig. Das Flugzeug war nur kurze Zeit in der Luft, als sich Rauch im Cockpit und in der Kabine entwickelte. Der Pilot drehte um und flog nach München zurück. Die Ursache war vermutlich ein technischer Defekt.

Dollar

"Bank Run" setzt in Spanien ein

"Bank run" auf verstaatlichte Bankia, deren Aktien in den freien Fall übergehen, womit Zweifel am Staat steigen

Die wachsenden Zweifel am spanischen Bankensystem haben am Donnerstag die Aktien erneut in den Keller gehen lassen. Die Aktien der großen Bankia-Bank gingen sogar in den freien Fall über und verloren zeitweise fast 30% an Wert. Zum Börsenschluss verzeichneten die Aktien einem Verlust von gut 14%. Seit dem Börsengang im Juli 2011 hat die Aktie der viertgrößten Bank fast 70% eingebüßt. Ein großer Teil an Wert verlor sie in den letzten Tagen, nachdem angekündigt worden war, die aus sieben Sparkassen fusionierte Bank werde verstaatlicht.

Nicht nur Anleger trennen sich von den Aktien, offenbar hat auch ein "Bank run" eingesetzt. Die Tageszeitung El Mundo berichtet mit Bezug auf eine Verwaltungsratssitzung der Bank, dass Sparer verstärkt ihr Geld abziehen. Schon in der letzten Woche seien eine Milliarde Euro an Einlagen abgeflossen. selbst wenn sowohl Bankia als auch die Regierung den massiven Kapitalabfluss dementieren und behaupten, dass Geld der Sparer sicher sei, wird der Bank nicht mehr getraut.

Yoda

Griechen haben 700 Millionen Euro von Banken abgehoben

Die Krise in Griechenland hat sich dramatisch zugespitzt: Bürger räumen ihre Konten leer, die Banken brauchen immer mehr Nothilfen von der Notenbank. Beobachter warnen vor einem Fass ohne Boden.
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© DPA
Angesichts der chaotischen politischen Zustände im Land plündern offenbar immer mehr Griechen ihre Konten - und bringen dadurch die Banken selbst in Gefahr. Die griechische Zentralbank muss mit neuen Notkrediten für die Institute in die Bresche springen. Noch sind die Notenbanker bereit, diese Rettungspolitik fortzusetzen.

Doch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gibt es bereits kritische Stimmen, die vor weiteren Milliardenspritzen warnen. Sie lehnen es ab, weiteres Geld in ein Fass ohne Boden zu leiten. "Irgendwann muss Schluss sein, wenn wir unsere Prinzipien nicht völlig verraten wollen", heißt es in Notenbankkreisen. Ohne frische Zentralbankmittel stünde das griechische Bankensystem jedoch vor dem Kollaps.

In den vergangenen Tagen hat die Sorge um die Zukunft der griechischen Banken weiter zugenommen. Kurz bevor Griechenlands Präsident Karolos Papoulias die Führer der zerstrittenen Parteien am Montag in seiner Residenz versammelte, um sie - vergeblich - zur Bildung einer Regierung zu bewegen, telefonierte er mit dem Chef der griechischen Zentralbank.

Bell

Partizipative Demokratie in Island, ein Modell für Europa und gegen Machteliten

Island ist kurz davor, sich eine neue Verfassung zu geben und ging dabei einen besonderen Weg: Keine Politiker, sondern die Bürger selbst entwarfen den Vorschlag für ein Grundgesetz. Ein Modell für Europa?

Es ist ein einzigartiges Experiment, das Island gerade zum politischen Labor Europa macht. Das kleine Land, das nur etwa 320.000 Einwohner zählt, hat einen Verfassungsrat aus der Mitte seiner Bürger gewählt. Wenn der Entwurf des Rates tatsächlich zur neuen Verfassung Islands werden sollte, könnte das Projekt ein Vorbild für partizipative Demokratie in Europa sein - auch für Deutschland.

Seit 68 Jahren leben die Isländer schon mit einer Übergangslösung. So lange ist es her, dass mit der Unabhängigkeit des Inselstaates die dänische Verfassung übernommen wurde. Geändert hat man damals nur das Wort "König", Island wollte eine Republik werden. Man ersetzte es also kurzerhand durch "Präsident" und ließ das Volk in einem Referendum über die "neue" Verfassung entscheiden. Es sollte eine Übergangslösung sein. Verfassungskommissionen des Parlaments sollten sich damit auseinandersetzen - schließlich stammte die 1944 übernommene Verfassung aus dem Jahre 1874 und war schon damals revisionsbedürftig.