Das Kind der GesellschaftS


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Burn-out, "tickende Zeitbombe" in Unternehmen

Eine Umfrage der IG Metall zeigt eine deutliche Zunahme psychischer Erkrankungen. Der Leistungsdruck in den Firmen habe stark zugenommen - mit dramatischen Folgen.
stress,burn out
© PA/DPA

Der IG Metall zufolge droht beruflicher Stress zu einer der „größten gesundheitlichen Gefahren des 21. Jahrhunderts“ zu werden. Die Gewerkschaft hat in einer Blitzumfrage unter Betriebsräten abgefragt, ob psychische Erkrankungen im Unternehmen zugenommen hätten - 86 Prozent konnten eine solche Zunahme feststellen, 40 Prozent schätzten diese als „stark“ oder „sehr stark“ ein.

„In den Metallbetrieben und anderen Unternehmen unseres Organisationsbereichs ist eine dramatische Zunahme psychischer Erkrankungen und von Burn-out festzustellen“, sagte Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall. „Hier tickt nichts Geringeres als eine gesellschaftliche Zeitbombe“. Urban forderte angesichts der Entwicklung vom Gesetzgeber eine „Anti-Stress-Verordnung“.

Ambulance

Studie: Jeder fünfte Jugendarbeiter ausgebrannt

MAGDEBURG/DPA. Etwa jeder fünfte Sozialarbeiter in der Kinder- und Jugendarbeit in Sachsen-Anhalt fühlt sich einer Studie zufolge ausgebrannt. Etwa ein Fünftel der Pädagogen, die in Jugendverbänden oder -zentren arbeiteten, gelte demnach als extrem belastet, erklärte der Leiter der Untersuchung, Prof. Peter-Ulrich Wendt von der Hochschule Magdeburg-Stendal, am Mittwoch. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie zeigten allerdings auch, dass die Fachkräfte für ihre pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fachlich sehr gut aufgestellt seien. Nach Angaben des Kinder- und Jugendringes arbeiten in Sachsen-Anhalt rund 700 Pädagogen in der Kinder- und Jugendarbeit.

«Es zeichnet sich eindeutig eine Verfachlichung und Professionalisierung ab», erklärte Wendt. Gleichzeitig werde in der Studie aber deutlich, dass die Fachkräfte für ihre eigentliche Arbeit immer weniger Zeit hatten. Bei den Trägern ihrer Einrichtungen finden die Pädagogen der Studie zufolge nur selten Hilfe. «In für die Fachkräfte kritischen und belastenden beruflichen Situationen gibt es keine ausreichenden Stützungs- und Beratungssysteme», berichtete Wendt. Wer könne, greife in solchen Situationen auf die eigene Familie oder Freunde zurück. Hier seien die Jugendämter, das Landesjugendamt und das Sozialministerium gefragt.

Newspaper

Kleider machen Hautfarbe

Eine US-Studie hat mit Hilfe von Computerporträts unbewussten Rassismus nachgewiesen: Ob jemand als schwarz oder weiß wahrgenommen wird, hängt demnach nicht nur von der Hautfarbe eines Menschen ab, sondern von seiner Kleidung.
Gesichter, schwarz und weiß
© Tufts UniversityAuf den Betrachter wirkt die Hautfarbe der Personen in der Mitte der Reihe häufiger schwarz, wenn sie Arbeitskittel statt Anzug tragen.

Kleider machen Leute, das hat sich spätestens seit Gottfried Kellers gleichnamiger Novelle aus dem 19. Jahrhundert herumgesprochen.

Unbekannt war bisher allerdings, dass die Garderobe auch beeinflusst, ob die Hautfarbe ihres Trägers als weiß oder schwarz eingeschätzt wird. Darauf lassen Ergebnisse von Forschern um den Psychologen Jonathan Freeman von der amerikanischen Tufts University schließen (PLoS One, online).

Die Wissenschaftler erstellten am Computer identische Reihen von Gesichtern mit unterschiedlicher Hauttönung von weiß bis schwarz. Eine Reihe der bis zur Brust sichtbaren Porträts war mit Krawatte und Jackett gezeichnet, die andere mit einem Hausmeisterkittel.

Network

Blauer Geheimdienst bestätigt: User werden auch ausgeloggt verfolgt

Wer einmal beim Social Network angemeldet war, sendet konstant Informationen über sein Surfverhalten, auch wenn er bereits ausgeloggt ist. Facebook beteuert, dass die Daten rasch wieder gelöscht werden.

Facebook hat eine Anschuldigung bestätigt, laut der das Social Network das Nutzungsverhalten seiner Mitglieder auch dann aufzeichnet, wenn sie gar nicht mehr eingeloggt sind. Ein Facebook-Entwickler gab gegenüber dem Wall Street Journal zu, dass dem tatsächlich der Fall ist. Man bemühe sich aber, die Daten so schnell wie möglich wieder zu löschen. Die Daten würden deshalb weiterverfolgt, um die Nutzung des "Like"-Buttons auf anderen Websites zu ermöglichen. Auch soll damit Missbrauch, etwa Phishing-Attacken, vorgebeugt werden. Ein weiterer Sprecher des Unternehmens beteuerte, dass die Informationen nicht dazu genutzt würden, um gezielter Anzeigen ausliefern zu können.

Ambulance

U-Bahn-Unglück: Mehr als 210 Verletzte in Shanghai

Am Dienstag sind bei einem U-Bahn-Unglück in Shanghai mehr als 210 Menschen verletzt worden. Berichten zufolge fuhr ein Zug auf einen anderen auf. Das Unglück verursachte ein Verkehrschaos in der Innenstadt von Shanghai.

Bei einem U-Bahn-Unglück in Shanghai sind am Dienstag mehr als 210 Menschen verletzt worden. Örtlichen Berichten zufolge fuhr ein Zug auf einen anderen auf. In den Berichten wurden Probleme mit der Signalanlage als mögliche Ursache genannt. Das Unglück ereignete sich auf der Linie 10, einer der neuesten Strecken in der chinesischen Metropole. Auf Bildern, die Passagiere im Internet veröffentlichten, waren blutüberströmte Verletzte zu sehen, die auf dem Boden der U-Bahn lagen.

Das Unglück verursachte ein Verkehrschaos in der Innenstadt von Shanghai. Die Polizei stellte Straßensperren auf, um den Weg für Rettungswagen freizumachen. Hunderte Schaulustige versammelten sich und sahen dabei zu, wie Passagiere aus der U-Bahn geholt wurden.

Laptop

Internetsucht: Soziale Netzwerke und Online-Spiele machen vor allem Jugendliche abhängig

Berlin - Mehr als eine halbe Million Menschen in Deutschland sind internetsüchtig. Das sind rund ein Prozent der Bevölkerung, sagt Mechthild Dyckmans (FDP), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, gestern in Berlin. Damit liege die Online-Sucht auf dem Niveau der Cannabis-Abhängigkeit.

Am stärksten betroffen ist die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen. Dort werden 2,4 Prozent als internetabhängig eingestuft. Sie verbringen mehr als vier Stunden am Tag im Internet. Weitere 13,6 Prozent, also etwa jeder Siebte, sind mehr als drei Stunden täglich online und damit suchtgefährdet. Das Problem betrifft vor allem junge Mädchen. Etwa jede sechste im Alter zwischen 14 und 16 Jahren gilt als gefährdet, fast fünf Prozent haben die Grenze zur Abhängigkeit bereits überschritten. Das größte Suchtpotenzial haben soziale Netzwerke wie Facebook, Jappy oder Schüler-VZ. Drei Viertel aller weiblichen und zwei Drittel aller männlichen Abhängigen unter 25 gaben an, dort einen großen Teil ihrer freien Zeit zu verbringen. Während Mädchen lieber chatten, tauchen Jungen in die virtuelle Realität von Online-Spielen wie World of Warcraft ab.

Bad Guys

Studie: Zwei Millionen Tote jährlich wegen Luftverschmutzung

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass jährlich mehr als zwei Millionen Menschen frühzeitig an Krankheiten sterben, die durch verunreinigte Luft verursacht werden.

Die WHO veröffentlichte in Genf ihre neuste Studie über Luftverschmutzung. Dafür wurde die Feinstaubkonzentration in der Atmosphäre von 1100 Städten in 91 Ländern untersucht. Viele der Daten seien aber schon mehrere Jahre alt.

Gemäss der Studie sind vor allem Menschen von gesundheitlichen Schäden durch Luftverschmutzung betroffen, die in rasch wachsenden Städten leben.

Attention

Ausschreitungen gegen Roma überschatten Wahlkampf in Bulgarien

Sofia - In Bulgarien haben Ausschreitungen gegen Roma den Auftakt des Wahlkampfs für die Präsidentschaftswahl am 23. Oktober überschattet. "Das Schlimmste ist, diesen Wahlkampf ethnisch zu prägen", warnte Staatspräsident Georgi Parwanow am Montag. "Sollten wir dies zulassen, erwartet uns nichts Gutes", sagte er.

Zusammen mit Regierungschef Bojko Borissow besuchte Parwanow das südbulgarische Dorf Katuniza in Raum Plowdiw. Dort hatte es am Wochenende Ausschreitungen slawischstämmiger Bulgaren gegen einen wohlhabenden Roma-Clan gegeben. Die Zusammenstöße fielen mit dem Beginn des Wahlkampfes zusammen. Der Urnengang im Oktober ist zugleich auch Regionalwahl für das Land.

Die Dorfbewohner wollten die Familie des Roma-Bosses "Zar Kiro" (König Kiro) vertreiben, da sie ihn und seine Angehörigen für den Tod eines slawischstämmigen Jugendlichen bei einem Verkehrsunfall für verantwortlich halten. Die Dorfbewohner beschuldigen den wohlhabenden Roma-Boss seit langem, sie zu terrorisieren und selbst unantastbar zu sein. Auch bei den Roma ist "Zar Kiro" äußerst umstritten.

Eye 2

Propaganda-Alarm: Aktienhändler rücksichtsloser als Psychopathen

Börsenmakler tun einer Studie zufolge alles, um erfolgreicher zu sein als ihre Konkurrenten. In einem Vergleich mit Psychopathen schnitten sie noch egoistischer ab.
Börsenhändler in Chicago
© AFPBörsenhändler in Chicago

Die Universität St. Gallen untersuchte die Kooperationsbereitschaft und den Egoismus von 28 Profi-Händlern, wie der Spiegel berichtete. Die Versuchspersonen mussten demnach Computersimulationen durchspielen und Intelligenztests machen. Die Börsenmakler verhielten sich im Ergebnis „zum Beispiel noch egoistischer und risikobereiter als eine Gruppe von Psychopathen, die den gleichen Test absolvierte“, sagte Thomas Noll, Vollzugsleiter des Schweizer Gefängnisses Pöschwies nördlich von Zürich.


Kommentar: Die Forscher dieser Studie und die Autoren dieses Artikels wissen entweder nicht genug über das Thema oder führen bewusst oder unbewusst in die Irre. Paul Babiak und Robert Hare haben in ihrem Buch Menschenschinder oder Manager: Psychopathen bei der Arbeit deutlich gemacht, dass gerade in den obersten Chefetagen von Manager-Berufen viele Psychopathen zu finden sind. Denn Psychopathen sind nicht nur in Gefängnissen zu finden und sind nicht etwa bloß die Serienkiller, die uns das Fernsehen zeigt.

Lesen Sie unsere Artikelserie Der Psychopath und Lobaczewskis Buch Politische Ponerologie, um sich über das wahre Ausmaß dieser Thematik bewusst zu werden.

Question

Kann die Erde sieben Milliarden Menschen ernähren?

Ab Oktober werden mehr als sieben Milliarden Menschen leben. Nahrungsmittel, Wasser und Energie sind schon knapp - und ungleich verteilt. Wohin steuert die Erde?
inder
© PA/DPAGläubige Hindus bei einer Kundgebung. Indien gehört zu den bevölkerungsreichsten Staaten der Erde

Alle Palmen waren abgeholzt und alle Böden ausgelaugt. Da genügten die Ernten nicht mehr, um alle Bewohner der Insel zu ernähren. Zuerst kam der Hunger, dann ein Bürgerkrieg, dann zogen die Menschen von ihren Häusern an der Küste in Höhlen. Deren Eingänge vermauerten sie, um sich besser zu schützen. Nach dem Zusammenbruch der Gemeinschaften und der Inselreligion streiften marodierende Banden über das Eiland - und die Menschen begannen, ihre Toten zu essen, weil sie keine andere Nahrung fanden.

So beschreibt der Evolutionsbiologe und Ethnologe Jared Diamond den Zusammenbruch der Gesellschaft auf den Osterinseln. In seinem Buch Kollaps erzählt er von Gesellschaften, die Gefahr liefen oder laufen, die Ressourcen ihres Lebensraumes zu überdehnen und sich damit selbst auszurotten. Das Buch war weltweit ein Bestseller. Diamonds Warnung, dass wir selbst dabei sind, die Ressourcen der Erde zu überdehnen, schien auf fruchtbaren Boden zu fallen. Pessimisten warnen seit Jahrhunderten davor, dass die wachsende Weltbevölkerung die Kapazitätsgrenzen der Erde zu sprengen droht. Zwar hat sich bisher keine der Warnungen bewahrheitet, trotzdem kehren die alten Ängste zurück.

Kommentar: Die Zerstörung der Erde und Artenvielfalt ist ein Resultat des Ackerbaus. Böden werden ausgelaugt und sind irgendwann nicht mehr in der Lage Pflanzen wachsen zu lassen. Das Resultat: Wüsten. Die Wüsten werden zusätzlich bedingt durch den Wasserentzug und die Verwendung des Wassers für die Agrarnutzung. Man kann sicherlich die Frage stellen was zuerst da war: Überbevölkerung oder Ackerbau? Wobei eventuell der Ackerbau die Übervölkerung brachte und damit auch viele Krankheiten und Krieg. [Lierre Keith, 2009: The Vegetarian Myth ]

Die Themata Psychopathie und riesige Konzerne, wo es um Geld, Macht und Kontrolle geht, stehen dann noch auf einer anderen Karte. Denn mit Nahrungsmitteln, kann man Menschen regieren und beeinflussen.