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Mo, 20 Jan 2020
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Geschichtenerzählen förderte sozialen Zusammenhalt - noch vor der Entstehung von Religionen

Stammesältester der Agta, Naturvolk
© Daniel Smith
Ein Stammesältester der Agta erzählt eine Geschichte.
London (Großbritannien) - Bislang galten die ersten organisierte Religionen, also der Glaube an übermächtige und auch strafende Götter, als Stifter der Regeln und Werte des sozialen Zusammenlebens. Eine neue Studie englischer Wissenschaftler zeigt nun, dass schon vor der Entstehung der Religionen, die Geschichtenerzähler die gleiche Funktion in den Jäger-und-Sammler-Gemeinschaften erfüllten - und bis heute erfüllen.

Wie das Team um den Anthropologen Daniel Smith, Andrea Migliano und Lucio Vinicius vom University College London aktuell im Fachjournal Nature Communications (DOI: 10.1038/s41467-017-02036-8) berichtet, bildeten die Geschichten dieser Märchenerzähler die Grundlage für das soziale Zusammenleben und die gemeinschaftlichen Werte - und das lange bevor vergleichbare Mechanismen in den größeren Agrargemeinschaften durch moralisierende hohe Götter entstanden.

Die Forscher berichten auch, dass es diese Geschichtenerzähler waren, die in ihren Gemeinschaften sogar noch angesehener und beliebter waren, als die besten Wildbeuter. Dieser soziale Stand drückte sich sogar in einer höheren Reproduktionsrate dieser Geschichtenerzähler aus.

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Kritikunfähig und selbstverliebt: So werden Kinder zu Egoisten und Narzissten

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Forscher um Eddie Brummelman von der Universität Amsterdam untersuchten bereits 2014, wie Kinder später zu aggressiven Jugendlichen werden können - und krankhaft selbstverliebt sind. Das berichtete das Forscherteam im Magazin Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften und der Businessinsider.

Diese Kinder erwarten eine Sonderbehandlung, sie können sich nicht unterordnen und entwickeln Persönlichkeitsstörungen wie Soziopathie und Narzissmus.

Die niederländischen Forscher begleiteten Kinder im Alter zwischen sieben bis elf Jahren, da dieses Alter als risikoreich für die Ausprägung von derartigen Störungen gilt.

Sie fanden die Ursache für Narzissmus bei den Eltern: Halten diese ihre Kinder für etwas Besseres, fördern sie eine Entwicklung in Richtung Narzissmus. Der Begriff Narziss stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet jemanden, der sich in sein Bild von sich selbst verliebt.

Kommentar:


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John F. Kennedy und die Verzerrung der Politischen Ponerologie

Der heutige 22. November 2013 markiert den 50. Jahrestag von John F. Kennedys Ermordung. Es war ein tragisches Ereignis für die meisten Amerikaner und für alle Menschen der Welt, die sich Frieden statt Krieg wünschen, Gleichheit statt Unrecht und Wohlstand anstatt Gier.

Heute, ein halbes Jahrhundert später, ist dank ausgezeichneter Nachforschungen klar, dass JFKs Mord von einer psychopathischen Kabale gewissenlos kalkuliert und durchgeführt wurde.

Kennedy Psychopath
© kevindutton.co.uk
Kevin Dutton stellt John F. Kennedy auf seiner Webseite als einen Psychopathen hin, lässt George W. Bush relativ unbeachtet
Umso erschreckender war es für die Redaktion von Sott.net als sie entdeckte, dass ein gewisser Psychologe und Bestsellerautor namens Kevin Dutton argumentiert, dass JFK ein Psychopath war. Bei näherer Inspektion des Materials haben sich jedoch einige Probleme gezeigt.

Viele unserer Leser wissen, dass einer der Schwerpunkte von Sott.net die Verbreitung von Informationen über Psychopathologie ist, die laut Psychologe Andrzej Łobaczewski unter den Machthabern und Entscheidungsträgern unserer Gesellschaft vermehrt anzutreffen ist. Andrzej Łobaczewskis Buch Politische Ponerologie, das das Sott.net Team im Jahr 2006 entdeckte, war der Schlüssel zu dem Verständnis dieses zentralen Problems unserer Zivilisation und dessen verheerende Auswirkungen, die heute so klar zu beobachten sind.

Die Neuauflages dieses Buches in der englischen Fassung im Jahr 2007 hat einen großen Einschlag im Internet verursacht (siehe Diagramm) und Medien-Agenturen begannen, das vormalige relativ unbekannte Tabu-Thema Psychopathie in Schrift und Film zu behandeln. Selbst im deutschsprachigen Internet kommt immer mehr Interesse auf. Viele Blogs und Nachrichten-Seiten verbreiteten weiterhin die Konzepte.

Political ponerology google trends
© Google Trends
Google-Suchbegriff "Political Ponerology" seit 2005

Kommentar: Dieser Artikel ist Teil einer Forschungs-Serie von Sott.net:


Beaker

Wirkstoff aus Fliegenpilz bei Depressionen: Forscher entdecken günstige Wirkung von Psilocybin

Fliegenpilz
© CC0 / Pixabay
Fliegenpilz
Das rote Kostüm des Weihnachtsmanns hat auch etwas mit dem Aussehen von Fliegenpilzen zu tun. Sibirische Schamanen brauten aus den Pilzhüten ein Getränk, um sich selbst und ihre "Gemeinde" in tiefen Trance zu versetzen. Britische Forscher haben eine ähnliche Verwendung für die rotweißen Giftpilze gefunden.

Auch den Indianern war die Wirkung der "magischen" Pilze wohlvertraut, schreibt am Mittwoch die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta". Die amerikanischen Ureinwohner teilten ihr Wissen mit den Kolonisatoren aus Europa. Sehr viel später wurde aus den Fliegenpilzen dann Psilocybin gewonnen - ein Rauschgift, das jedoch, so die Zeitung, sanfter wirkt als das grobe LSD.

Jedenfalls haben Forscher vom Imperial College in London jetzt an 20 Versuchspersonen gezeigt, dass Psilocybin die Gehirnaktivität von Depressionskranken resetten kann, berichtet die Zeitung unter Verweis auf das Fachblatt "Scientific Reports".

Monkey Wrench

Wie man mit Emotionen umgeht und seine narrativen Geschichten verändert

narratives
Die kraftvollsten Geschichten dürften jene sein, die wir uns selbst erzählen, sagt Brené Brown. Doch Vorsicht - sie sind für gewöhnlich Fiktion.

Mein Mann Steve und ich hatten einen dieser Tage. An jenem Morgen haben wir verschlafen. Charlie konnte seinen Rucksack nicht finden und Ellen musste sich aus dem Bett quälen, da sie lange wach geblieben war, um zu lernen. Auf Arbeit hatte ich dann fünf Besprechungen direkt hintereinander und Steve, ein Kinderarzt, hatte mit der Erkältungs- und Grippesaison zu kämpfen. Um die Zeit des Abendessens waren wir praktisch den Tränen nahe.

Steve öffnete den Kühlschrank und seufzte. "Wir haben keine Lebensmittel. Nicht einmal Aufschnitt." Ich fauchte zurück: "Ich tue mein Bestes. Du kannst auch einkaufen gehen!" "Ich weiß", erwiderte er mit gemäßigter Stimme. "Ich tue es jede Woche. Was ist los?"

Ich wusste genau, was los war: Ich hatte seinen Kommentar zu einer Geschichte umgewandelt: dass ich eine unorganisierte, unzuverlässige Partnerin und Mutter sei. Ich entschuldigte mich und begann meinen nächsten Satz mit der Phrase, die zur großen Hilfe in meiner Ehe, der Kindererziehung und im Berufsleben geworden war: "Die Geschichte, die ich erfinde ist die, dass du mir die Schuld dafür gibst, dass keine Lebensmittel da sind - dass ich es vermasselt habe."

Steve sagte: "Nein, ich wollte gestern einkaufen gehen, aber ich hatte keine Zeit. Ich gebe dir keine Schuld. Ich bin hungrig."

Brain

Immer wieder neue Aufgaben erlernen: Das Gehirn veranstaltet Casting für Gehirnzellen

Gehirn
© denisismagilov/fotolia.com
Das Gehirn veranstaltet Casting.
Das Gehirn veranstaltet Casting für verschiedene Zellen

Seit Jahrzehnten fragen sich Neurowissenschaftler, wie das Gehirn immer wieder neue Aufgaben erlernen kann, ohne im Laufe des Lebens ständig wachsen zu müssen. Es gibt Hinweise, dass die Anzahl der Hirnzellen - zum Beispiel der Nervenzellen und Gliazellen - anfänglich zunimmt, wenn wir lernen, aber viele später verworfen oder anderen Rollen zugeordnet werden. Wissenschaftler aus Deutschland und Schweden stellen diese Theorie in der Fachzeitschrift Trends in Cognitive Sciences vor.

"Das Volumen des Gehirns nimmt in den ersten Phasen des Lernens zu, und normalisiert sich dann teilweise oder sogar vollständig", sagt Erstautorin Elisabeth Wenger, Neurowissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin. "Es scheint effizient zu sein, erst die Möglichkeiten auszukundschaften, verschiedene Strukturen und Zelltypen auszuprobieren, die besten auszuwählen und dann die loszuwerden, die nicht mehr benötigt werden."

Sie beschreibt Hirnzellen metaphorisch als Schauspieler, die sich an einem Casting für einen Film beteiligen, dessen Regisseur das Gehirn ist: Das Gehirn lädt verschiedene Kandidaten ein, indem es neue Zellen produziert, und dies verursacht sein makroskopisch erkennbares Volumenwachstum. Das Gehirn probiert dann verschiedene Funktionen aus - um zu erkennen, welche Zellen die Information am besten speichern oder weitergeben können; diese werden dann behalten. Die anderen Kandidaten werden dann abgewiesen oder es werden ihnen andere Rollen gegeben.

Control Panel

Bereits Babys können Wahrscheinlichkeiten einschätzen

Studie Babys und Sinn für Wahrscheinlichkeiten
© mpi cbs
Eine Maschine spuckt gelbe und blaue Bälle aus. Die Babys starrten länger auf den linken Korb, der – unwahrscheinlicherweise – mehr gelbe Bälle enthielt.
Bereits sechs Monate alte Kleinkinder dürften Wahrscheinlichkeiten abschätzen können. Das berichten Forscher rund um Ezgi Kayhan, Neurowissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Im Journal Child Development schreiben die Wissenschaftler, wie die Babys zwischen zwei Ereignissen hinsichtlich ihrer relativen Wahrscheinlichkeit unterschieden.

75 Kleinkinder zwischen sechs und 18 Monaten bekamen dabei animierte Filme zu sehen, in denen eine Art Lottomaschine farbige Bälle in verschiedenen Häufigkeiten ausspuckte. Der Haken? Da es viel mehr blaue als gelbe Bälle gab, war es 625-mal unwahrscheinlicher, dass die Maschine einen gelben Ball von sich gab. Ein Behälter voll von Gelben war demnach quasi unmöglich.

Als ein solcher Behälter trotzdem in einem Video simuliert wurde, konnten die Forscher anhand er sogenannten Eyetracking-Methode beobachten, wie die Babys diesen Korb besonders lange anstarrten - ein Indiz für Skepsis.

2 + 2 = 4

Forscher begreifen es endlich: Golfkriegssyndrom ist echte Krankheit

Soldaten, Militär
© AP Photo/ Balint Szlanko
Schlaflosigkeit, Krämpfe, Kopfschmerzen - immer mehr Menschen klagen über chronische Müdigkeit. Ähnliche Symptome weisen Patienten auf, die am Golfkriegssyndrom leiden. Viele Ärzte glauben, diese Krankheit sei psychisch bedingt. Doch ein Forscherteam will laut dem Fachblatt "Scientific Records" genetische Ursachen dafür entdeckt haben.

"Wir haben drei Molekülsätze entdeckt, die die Gehirne von Patienten mit chronischer Müdigkeit und dem Golfkriegssyndrom stabil reproduzieren. Diese Nachricht wird sicherlich alle erfreuen, die diese Syndrome aufweisen. Denn sie müssen sich oft anhören, ihr Leiden sei rein psychisch bedingt", sagt Dr. James Baraniuk von der Georgetown University in den USA.

Am Golfkriegssyndrom leiden laut dem Blatt rund ein Viertel aller US-Soldaten, die im ersten Irakkrieg, bei der Operation "Desert Storm", eingesetzt waren. Nach ihrer Rückkehr sollen sie über ständige Müdigkeitsattacken, Muskelkrämpfe, Bewusstseinstrübungen, Juckreiz und Durchfall geklagt haben. Doch körperliche Ursachen dieser Symptome konnten lange Zeit nicht gefunden werden.

Brain

"Totale Erinnerung": Frau kann sich an jeden Tag ihres Lebens, sogar an ihre Gedanken als Baby erinnern

Rebecca Sharrock mit hyperthymestischem Syndrom HSAM

Rebecca Sharrock kann sich an jeden Tag ihres Lebens erinnern
Wenn man sie nach ihrer allerersten Erinnerung fragt, werden die meisten Menschen als vage Antwort höchstens eines ihrer ersten Geburtstagsfeiern oder irgendein traumatisches Kindheitserlebnis benennen können - das zudem sicherlich mit allerlei Klischees und vermutlich sehr ungenau beschrieben wird. Nicht jedoch Rebecca Sharrock, die an dem sogenannten hyperthymestischen Syndrom (HSAM, Highly Superior Autobiographical Memory) leidet und sich noch an alles erinnern kann, was seit ihrer Geburt passierte.

HSAM ist eine extrem seltene Erkrankung, die es einer Person ermöglicht, sich an präzise Details ihres ganzen oder zumindest des größten Teil ihres Lebens zu erinnern. Bei Rebecca Sharrock aus dem australischen Brisbane ist es anders, sie kann sich noch an jeden einzelnen Tag ihres Lebens erinnern, seit sie ein Neugeborenes war. Sie hat noch alle je erlebte Träume, Emotionen oder Gedanken in ihrem Gedächtnis abgespeichert und kann Schmerzen wiedererleben oder Speisen erneut schmecken.

Rebecca schildert auf Unilad, dass die Gedankengänge eines Kleinkindes im Grunde genauso wie bei Erwachsenen sind, nur dass sie auf die Sprache als Werkzeug verzichten müssen. Die Hauptunterschiede in ihrem Denken als kleines Kind seien, dass sie viel neugieriger und aufmerksamer gewesen war als heute. Sie erinnert sich, dass ihr allererster Gedanke als Säugling die Erkenntnis war, dass ihr lautstarkes Weinen zur Folge hatte, dass ihre Mutter ihr etwas zu Essen brachte. Zuvor schrie sie nur wenn sie sich unwohl fühlte oder eine innere Unruhe spürte, doch das änderte sich schnell, als sie merkte, dass sie dadurch auch etwas zu Essen bekommen konnte.

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Studie: Wale und Delfine haben menschenähnliche Kultur und Gesellschaft

Delfine
© gemeinfrei
Manchester (Großbritannien) - Wale und Delfine leben in eng geknüpften sozialen Gruppen, bilden komplexe Beziehungen, sprechen miteinander und das zudem in regionalen Dialekten. Damit teilen die Meeressäuger zahlreiche Eigenschaften mit uns Menschen, die zudem - auch das zeigt die aktuelle Studie - mit der proportionalen Hirngröße der Arten einhergeht, obwohl die Struktur unserer Gehirne sich deutlich unterscheidet.

Wie das internationale Team aus Wissenschaftlern um Dr. Susanne Shultz von der University of Manchester aktuell im Fachjournal Nature Ecology & Evolution (DOI: 10.1038/s41559-017-0336-y) berichtet, handele es bei dem Ergebnis der Untersuchungen um die erste umfangreiche Datenerfassung zu Hirngröße und dem sozialen Verhalten von Walen.

Hierzu haben die Forscher Informationen zu 90 unterschiedlichen Arten von Walen, Delfinen und Schweinswalen zusammengetragen und können nun anschaulich aufzeigen, dass die Tiere hochentwickelte soziale und gemeinschaftliche Verhaltensweisen entwickelt haben, wie sie vielfach auch die Grundlagen der menschlichen Kultur ausmachen. Die Studie zeigt zudem, dass diese sozialen und kulturellen Eigenschaften mit der Größe und Ausdehnung des Gehirns (der sog. Encephalisation) einhergehen.

Die Liste an Verhaltensähnlichkeiten zwischen Walen, Menschen und anderen Primaten ist demnach lang:

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