
Die psychische Belastung kann einem nicht nur den Tag vermiesen, sondern sogar das Erbgut. Das will die Studie von Dr. Stracy Drury von der Tulane University aufzeigen. Für ihre Analyse wurde genetisches Material von insgesamt 80 Kindern untersucht. Die Teilnehmer waren zwischen fünf und 15 Jahren alt und stammen alle aus New Orleans. Außerdem wurden ihren Eltern befragt und die Zustände zu Hause analysiert. Gravierende Erlebnisse wurden ebenfalls notiert. Dr. Drury kommt nach einem Bericht der Fachzeitschrift Pediatrics zu dem Ergebnis, dass stressige Erfahrungen sich direkt auf die Chromosomen von Kindern auswirken. Entscheidend ist dabei der Blick auf das Ende der Chromosomen. Denn ihre Forschung hat ergeben, dass die Telomere in diesem Fall schlecht ausgebildet sind. Die bislang nur sprichwörtlichen seelischen Narben konnten also erstmals auch im Labor dargestellt werden. Telomere sind die Ende der Chromosomen, die aus wiederholender DNA und assoziierten Proteinen bestehen.












Kommentar: Die Verbindung von Psyche und Körper war unseren Vorfahren bereits vor ein paar Tausend Jahren bekannt. Erst heute beginnen wir dieses Wissen wieder "neu zu entdecken". Schädliche Kindheitserlebnisse und chronischer Stress können nicht nur die DNA verändern, sondern auch eine Reihe von Krankheiten und Störungen wie Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes, Reizdarmsyndrom, multiple Sklerose und Arthritis auslösen.
Der kanadische Arzt Dr. Gabor Maté hat diese die Verbindung von Psyche und Körper in seinem Buch When the Body Says No: Understanding the Stress-Disease Connection ("Wenn der Körper Nein sagt: Die Verbindung zwischen Stress und Krankheit verstehen") ausführlich untersucht. Lesen Sie hier ein Interview von Dr. Gabor Maté.