Gesundheit & WohlbefindenS


Bandaid

Sport vertreibt selbst schwere Depressionen

Von täglichem Training profitieren sogar Menschen mit schweren Depressionen. Dabei half die körperliche Aktivität in einer Studie Patienten, deren erstes Antidepressivum nicht angeschlagen hatte.
Laufender glücklicher Mann
© ColourboxDer Depression davonzulaufen hilft sogar in schweren Fällen.

Ausdauersportler erleben immer wieder die positive Wirkung von Bewegung auf ihre Psyche: das Runners High. Aber nicht nur Gesunde, auch seelisch Kranke profitieren vom Training. Das zeigte eine Vier-Jahres-Studie der psychologischen Abteilung des UT Southwestern Medical Center in Zusammenarbeit mit dem Cooper Institute in Dallas. Die Studie belegt, dass mäßige wie auch intensive tägliche körperliche Betätigung genauso viel hilft wie ein zweites Medikament gegen Depression. Das zweite Medikament kommt dann zum Einsatz, wenn die Anfangsbehandlung keine Besserung gebracht hat.

Den Betroffenen einer Depression geht es nach Behandlungsbeginn mit Antidepressiva zwar besser, allerdings fühlen sie sich nie wieder so wie vor der Krankheit, sagt Madhukar Trivedi, Professor für Psychiatrie und Autor der Studie. Die Studie zeigt, dass Sport gegen schwere Depressionen genauso effektiv hilft wie eine medikamentöse Behandlung. Viele Leute würden daher Sport bevorzugen, vor allem weil Bewegung nachweislich Gesundheit und Wohlbefinden fördert.

Butterfly

Studie: Eine glückliche Ehe ist gesundheitsfördernd

Eine glückliche Ehe kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Das wurde in einer Studie der University of Rochester belegt. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit für einen glücklich verheirateten Mann dreimal höher, auch 15 Jahre nach einer Bypass-Operation noch am Leben zu sein, als für unglückliche Männer.

Der Effekt der ehelichen Zufriedenheit sei hierbei jedoch genauso wichtig wie die traditionellen Faktoren Tabakkonsum, Übergewicht und Bluthochdruck.


Dabei gäbe es Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Während verheiratete Männer generell eine höhere Lebenserwartung hätten, sei bei Frauen auch die Qualität der Beziehung von Bedeutung. Glückliche Ehen erhöhten die Lebenserwartung einer Frau um das Vierfache, wohingegen eine unglückliche Ehe gar keinen Effekt auf ihre Gesundheit habe.

© 2011 dts Nachrichtenagentur

Fish

Rückschau Omega-3-Fettsäuren: Wie viel Fischöl ist genug?

Omega-3-Fettsäuren gelten als wirksamer Herzschutz. Im Rahmen einer Metastudie haben Forscher nun berechnet, wie viel Fischöl gesunde aber auch bereits erkrankte Menschen einnehmen sollten.
fischöl
© SucresaleLachs enthält viele Omega-3-Fettsäuren

Fisch schützt das Herz. Vor allem fettreichere Seefische wie Hering und Makrele sind besonders wirksam: Sie enthalten größere Mengen Omega-3-Fettsäuren. Ärzte empfehlen schon seit Langem, regelmäßig Fischmahlzeiten zu verzehren oder ersatzweise entsprechende Kapseln einzunehmen. Doch welche Mengen sind notwendig?

Dieser Frage sind Wissenschaftler der renommierten Mayo Clinic nachgegangen. Sie haben dazu eine Reihe von großen Studien mit insgesamt rund 32 000 Probanden ausgewertet. Die Untersuchungen ergaben, dass Versuchspersonen, die Omega-3-Fettsäuren einnahmen, 19 bis 45 Prozent weniger Infarkte erlitten.

Ambulance

Depression bei Männern: Unerkannt, unterdrückt, unverstanden

Spätestens seit dem Selbstmord von Robert Enke sind Depressionen bei Männern ein Thema. Doch erkannt werden sie immer noch zu selten, auch die Betroffenen sprechen nicht gerne darüber. Hilfe erfahren sie in der ersten Tagesklinik für depressive Männer.
Depression
© Colourbox

Mchael Blumenstein rastete bei nichtigen Anlässen aus und schrie Frau und Kinder an. "Ständig war da diese innere Gereiztheit. Dazu hatte ich Magenprobleme, dabei war organisch alles in Ordnung", erzählt der 44-Jährige im Klinikum Wahrendorff bei Hannover. Den Jobverlust hatte er scheinbar weggesteckt, kümmerte sich um die heute sechs und vier Jahre alten Söhne. Bei den Jungen wurde dann ein Gendefekt festgestellt, der ältere erkrankte zudem an Leukämie. "Nach außen war ich der fröhliche Li-La-Launebär. Man baut eine Fassade auf, aber irgendwann hält die Maske nicht mehr."

Über seinen Zusammenbruch und die Vorgeschichte spricht Blumenstein jetzt täglich mit neun Leidensgenossen in der im Januar eingerichteten Tagesklinik für depressive Männer im Stadtteil Ilten der niedersächsischen Stadt Sehnde - ein bundesweit einzigartiges Projekt.

Magnify

Studie wirft Zweifel an imprägnierten Mückennetzen gegen Malaria auf

London - Mit Insektenvernichtungsmitteln behandelte Mückennetze zum Schutz vor Malaria bringen einer wissenschaftlichen Studie zufolge möglicherweise mehr Schaden als Nutzen. Zum einen würden die Stechmücken, die die lebensgefährliche Malaria-Krankheit übertragen, offenbar resistent gegen die Chemikalien in den Mückennetzen, erklärten Forscher des Instituts für Entwicklungsforschung im Senegal in einer am Donnerstag veröffentlichten Langzeitstudie. Zum anderen verlören Einheimische, die im Laufe der Zeit eine körpereigene Abwehr gegen den Erreger entwickelt hatten, diese Immunität möglicherweise, wenn es weniger Mücken gebe. Umso anfälliger seien sie dann, wenn die widerstandsfähigen Mücken sich ausbreiteten.

"Diese Erkenntnisse sind sehr besorgniserregend", stellten die Wissenschaftler um Jean-François Trape fest, die ihre Erkenntnisse in der britischen Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlichten. Die Forscher untersuchten mehr als 500 Dorfbewohner aus Dielmo im Landesinneren des Senegal sowie das örtliche Vorkommen von Stechmücken. Sie begannen ihre Beobachtungen, bevor im August 2008 mit Insektengift behandelte Mückennetze an die Menschen ausgegeben wurden, und setzen sie danach fort. Von August 2008 bis August 2010 gingen die Malaria-Erkrankungen demnach drastisch zurück und fielen auf unter acht Prozent des vorherigen Standes.

Sherlock

Hunde erschnüffeln Lungenkrebs

Empfindliche Hundenasen erkennen auch Frühstadien
Hund
© WaxXxGooN/pixelio.deHunde können Lungenkrebs schon im Frühstadium erriechen.

Nicht nur zum Auffinden von versteckten Drogen eignen sich ausgebildete Spürhunde, die feinen Nasen der Vierbeiner können auch Krebserkrankungen sprichwörtlich „erschnüffeln“. Dies konnten Wissenschaftler der Klinik Schillerhöhe bei Stuttgart nachweisen. Die Mediziner versprechen sich dadurch neue Erkenntnisse in der Frühdiagnose von Lungenkrebs.

Für ihre Studie sammelten die Forscher Atemproben von 220 Testpersonen, darunter Lungenkrebs-Patienten, gesunde Personen und Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die vier Hunde, die für die Tests speziell trainiert wurden, erkannten mit einer Trefferquote von 72 Prozent die Proben der Lungenkrebskranken. Das Ergebnis bestätigt die Annahme, dass Lungenkrebs spezielle organische Verbindungen produziert, die durch die Atemluft an die Umwelt abgegeben werden. Durch zahlreiche Tests und Ausschlussverfahren konnten die Wissenschaftler sicherstellen, dass die Hunde tatsächlich diese organischen Verbindungen riechen und sich nicht von Zigarettenrauch, Essensgerüchen, Medikamenten oder anderen Erkrankungen beeinflussen lassen.

Attention

Gefährliche Chemikalie: Bisphenol A Kassenbons gefährden Kinder

In Babyflaschen darf er nicht mehr enthalten sein, in Kassenbons ist er es noch: der gefährliche Stoff Bisphenol A. Den Kassenzettel zu berühren, setzt nur geringe Mengen der Chemikalie frei. Kleinkinder sollten die Quittung jedoch nicht in die Finger bekommen.
kassenbon
© picture-alliance/ dpaViele Kassenbons enthalten die umstrittene Chemikalie Bisphenol A.

Die umstrittene Chemikalie Bisphenol A, die jüngst EU-weit aus Babyfläschchen verbannt wurde, ist weiter in vielen Kassenbons enthalten. Darauf macht das Greenpeace-Magazin aufmerksam, das eine Studie dazu in Auftrag gegeben hatte. Sieben von acht Einkaufsquittungen enthielten demnach Bisphenol A (BPA) oder das verwandte Bisphenol S (BPS). Die nachgewiesenen Mengen überschritten teilweise den Tagesrichtwert, den ein schlanker Erwachsener laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit aufnehmen sollte. Beim Berühren der Bons werden aber nur sehr viel geringere Mengen frei. Allerdings sollten Eltern ihren Kleinkindern keine Kassenbons zum Spielen geben, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin.

BPA in vielen Gebrauchsgegenständen vorhanden

Seit Längerem ist bekannt, dass BPA in Bons, aber auch anderen Thermopapieren wie Fahrkarten oder Parktickets vorkommt und dort nicht fest gebunden ist. Außerdem ist die Substanz in vielen Gebrauchsgegenständen aus Kunststoff, in Konservendosenbeschichtungen oder Mikrowellen-Geschirr enthalten. Die Chemikalie ist weder hochgiftig noch gibt es Hinweise, dass sie Krebs auslöst. Aber sie kann ähnlich wie das Hormon Östrogen wirken. Forscher fanden zudem Anzeichen dafür, dass sie die Reifung des Gehirns von Ungeborenen und Kleinkindern schädigen kann.

Ambulance

Wer sich ausgebrannt fühlt ist ernsthaft krank

Zirka neun Millionen Deutsche überschreiten dauerhaft ihre Leistungsgrenze. Gegen das Burnout-Syndrom helfen Gelassenheit und ein gesundes Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse.
Überforderung
© dpaÜberforderung und Perfektionismus im Job können krank machen. Betroffene wissen sich oft nicht zu helfen

Wenn die Seele Schaden nimmt, schleicht sich das Ausbrennen langsam ins Leben ein - bis irgendwann überhaupt nichts mehr geht. Rien ne va plus! Das Burnout-Syndrom breitet sich wie eine Epidemie aus. Die langfristigen Schäden sind gravierend. Der Begriff Burnout wurde 1974 von dem Psychoanalytiker Freudenberger geprägt. Burnout bedeutet durch chronischen Stress in Hochpotenz innerlich auszubrennen. Burnout ist eine Selbstausbeutung über die Grenzen der Gesundheitsschädigung, die sich schleichend vollzieht. Je nach Phase des Burnouts reicht das Spektrum der Ausprägung von Erschöpfung und Konzentrationsstörungen bis hin zu Depression und Suizidgedanken.

Von den circa neun Millionen Betroffenen, die ihre Leistungsgrenzen mit höchsten Erwartungen an sich selbst und andere dauerhaft mit einem Marathon-Workload überschreiten, kommt es zu Aussagen, wie: „Ich fühle mich wie gerädert.“ Oder: „Ich habe an nichts mehr Spaß“, „Nachts kann ich kaum mehr schlafen“, „Mir kommt alles so sinnlos vor“ oder: „Ich bin am Ende meiner Kräfte.“

Kommentar: Éiriú Eolas ist ein erprobtes Atem- und Meditationsprogramm, das sehr effektiv gegen Stress wirkt und bereits überall auf der Welt erfolgreich praktiziert wird. Probieren Sie es kostenfrei aus.


Question

Stimmt's?: Machen Klimaanlagen krank?

Temperaturregler Klimaanlage
© Jan Woitas/dpaDer Temperaturregler einer Klimaanlage in einem Intercity-Reisezug

Klimaanlagen entzweien die Menschen. Manche schätzen es, an heißen Sommertagen zumindest im Büro einen kühlen Zufluchtsort zu haben, für andere ist die künstliche Kaltluft grundsätzlich des Teufels. Manche Büroguerillas verstopfen sogar die Lüftungsgitter, um sich vor der Klimatisierung zu schützen. Ein häufig wiederholtes Argument: Klimaanlagen seien »Virenschleudern«, sie machten die Menschen krank.

Was ist da dran? Viren, Bakterien und Pilzsporen können die Anlagen nur verteilen, wenn die Mikroben irgendwo im System nisten. Und tatsächlich haben Studien gezeigt, dass Klimaanlagen, die schlecht gewartet werden und bei denen es an vielen Stellen permanent feucht ist, offenbar zu Brutstätten von Krankheitserregern werden können. In einer Studie, die 2003 in The Lancet veröffentlicht wurde, reduzierte eine Bestrahlung aller feuchten Stellen in der Klimaanlage die Zahl der Atemwegserkrankungen bei den Büroangestellten deutlich.

Sun

Medikamente und Sonne vertragen sich nicht immer

Wer bestimmte Arzneimittel einnimmt, sollte Sonnenstrahlen besser meiden. Sonst drohen womöglich Hautschäden
sonne,wüste
© unbekanntUnter der Einnahme mancher Arzneimittel ist Sonnenschutz besonders wichtig

Sonnenstrahlen wärmen - in Maßen genossen - angenehm die Haut, heben die Stimmung und regen die Bildung des für den Knochenbau so wichtigen Vitamins D an. Doch wer Medikamente einnimmt, muss die Sonne unter Umständen meiden.

Es gilt, den Beipackzettel des Arzneimittels genau zu studieren. Denn manchmal enthält er die Warnung, während der Therapiedauer auf Sonnenbäder zu verzichten. Der Apotheker Dr. Walter Fuchs aus Bad Abbach erklärt im Interview, warum diese Warnung unbedingt ernst zu nehmen ist.

Kommentar: Lesen Sie auch den folgenden Artikel, dass selbst ein Sonnenbad mit Sonnencreme, nicht unbedingt gesundheitsförderlich ist:

Sommer! Sonne! Sonnenbrand? - Der Irrtum mit Sonnencremes