Auf der Grundlage von astronomischen, geologischen, chemischen und biologischen Modellen kommen kanadische und deutsche Wissenschaftler zu dem Schluss, dass das Leben nur wenige hundert Millionen Jahre, nachdem die Erdoberfläche soweit abgekühlt war und sobald flüssiges Wasser existieren konnte, durch die Einbringung organischer Stoffe entstand, als diese so die Entstehung von selbstreplizierenden RNA-Molekülen erst ermöglichten.

© B. K. D. PearceWiege des Lebens: Ein warmer kleiner Teich auf dem Bumpass Hell Trail im Lassen Volcanic National Park in Kalifornien. In ähnlichen Gewässern könnten die ersten selbstreplizierenden RNA-Moleküle entstanden sein.
Hamilton (Kanada) - Wie das Team um Ben Pearce von der McMaster University und Thomas Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) aktuell im Fachjournal "Proceedings der National Academy of Science of the United States of America" (PNAS; DOI:
10.1073/pnas.1710339114) berichten, basieren ihre Schlussfolgerungen auf einem Modell, das heutiges Wissen zu Planetenentstehung, Geologie, Chemie und Biologie zusammenfasst.
Bislang hatte noch niemand zuvor diese Berechnungen durchgeführt.
"Das vielleicht interessanteste Ergebnis der Berechnungen ist, dass das Leben vergleichsweise früh entstanden sein dürfte, nämlich nur wenige hundert Millionen Jahre, nachdem die Erde ausreichend abgekühlt war, um flüssiges Oberflächenwasser wie Teiche oder Ozeane zuzulassen.
Damals trafen ungleich mehr Meteorite auf die Erde als heutzutage", so die Autoren der Studie und führen weiter aus: "Weil unser Modell so viele Ergebnisse aus so vielen verschiedenen Bereichen einschließt, ist es erstaunlich, dass alles so schlüssig zusammenhängt. Jeder Schritt unseres Modells führte ganz natürlich zum nächsten." Dass dabei am Ende ein klares Bild herauskam ist für die Forscher "ein klares Indiz dafür, dass unser Szenario so falsch nicht sein kann".
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