Der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, hat dem Westen vorgeworfen, Umstürze und Staatsstreiche in diversen Ländern mit zweierlei Maß zu messen. Als Beispiel nannte Lawrow die Ukraine und die Türkei. In beiden Fällen zeigte sich eine grundverschiedene Terminologie in westlichen Bewertungen zu den Ereignissen.

© ReutersIn einem Interview kritisierte der Außenminister der Russischen Föderation, Sergej Lawrow, den aus seiner Sicht äußerst uneinheitlichen Bewertungsmaßstab des Westens mit Blick auf staatsfeindliche Unruhen in unterschiedlichen Ländern.
In einem Interview für das Amtsblatt des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik der Russischen Föderation wies der russische Chefdiplomat darauf hin, dass die Vereinigten Staaten im Fall der bewaffneten Revolte in Kiew eine
vermeintliche "Bedrohung vonseiten Russlands" ersonnen hätten,
um ihre Einflusssphäre in Europa zu stärken. Dabei habe der Westen den verfassungswidrigen Staatsstreich gegen den gewählten früheren Präsidenten der Ukraine, Wiktor Janukowitsch, aktiv unterstützt.
Die Doppelstandards liegen auf der Hand. Keiner unserer westlichen Partner ist auf den Gedanken gekommen, mit Blick auf die Ukraine das deutlich zu machen, was man jüngst im Zusammenhang mit dem Putschversuch in der Türkei gesagt hat - nämlich, dass solche Umstürze inakzeptabel sind", erklärte Sergej Lawrow im Vorfeld des Östlichen Wirtschaftsforums in Wladiwostok.
Dabei betonte der russische Diplomat, dass der Westen gegenüber der Türkei nicht einmal besondere Verpflichtungen gehabt hätte - anders, als dies im Zusammenhang mit den Maidan-Krawallen der Fall gewesen sei. Damals hatten sich Frankreich, Deutschland und Polen noch am 20. Februar 2014 schriftlich dazu verpflichtet, ein Abkommen zwischen Wiktor Janukowitsch und der Opposition zu unterstützen.
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