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Di, 27 Sep 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Sind Bakterien Schuld an Schizophrenie zu erkranken?

Ob man schizophren ist, kann man auch an den Mikroben-Arten im Mund erkennen. Laut US-Forschern siedeln hier bei Schizophrenie-Patienten gänzlich andere Bakterien als bei gesunden Menschen.
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© Tyron Molteni via Fotolia
Immer mehr Studien zeigen, welchen gewaltigen Einfluss das menschliche Mikrobiom auf die Gesundheit jedes Einzelnen hat. Viele Krankheiten hängen von den winzigen Untermietern ab - auch psychische. Eine neue Studie hat nun einen Zusammenhang zwischen unserer Rachenflora und Schizophrenie gefunden. “Deutliche Unterschiede” gäbe es zwischen den Bakterien im Hals von Schizophreniepatienten und denen der gesunden Kontrollgruppe, so berichten die Wissenschaftler der George Washington University im Fachjournal PeerJ Computer Science.

Die Forscher um Keith Crandall, Leiter des Instituts für Computerbiologie der Universität, untersuchten die Bakterienbesiedlung im Mund- und Rachenraum von 16 Patienten mit Schizophrenie und 16 Kontrollprobanden ohne die psychische Erkrankung. Im Detail fanden sie heraus, dass die Hälse der Erkrankten größere Mengen an Milchsäurebakterien enthielten - die unter anderem für die Regelung von Entzündungsprozessen zuständig sind. Das Mikrobiom der Schizophrenen enthielt zudem nur wenige unterschiedliche Arten, von denen aber keine Art dominierte. Dagegen enthielt das Mikrobiom der gesunden Kontrollgruppe viele unterschiedliche Arten, wurde jedoch von wenigen Arten dominiert. Auch die mikrobiellen Stoffwechselpfade unterschieden sich.

Kommentar: Es wird schon seit längerer Zeit vermutet, dass Infektionen (Bakterien und Viren) Schizophrenie und sogar chronische Krankheiten verursachen können. Eventuell könnten weitere Forschungen auf die Ursachenentstehung kommen und Menschen wirklich helfen, anstatt nur Symptome zu behandeln.


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Ist Esslust auch ein Suchtverhalten? Neuronale Veränderungen des Gehirns bei Übergewichtigen ähneln einer Drogensucht

Gehirn Übergewichtiger reagiert auf Essensreize ähnlich wie das von Süchtigen
© Jose Assenco / freeimages
Esslust als Sucht?
Warum fällt es vielen Übergewichtigen so schwer, weniger zu essen? Eine mögliche Antwort liefert nun ein Blick ins Gehirn. Denn bei Übergewichtigen reagiert das Belohnungszentrum stärker auf Essensreize als bei Normalgewichtigen, wie Forscher herausfanden. Ihrer Meinung nach spricht dies dafür, dass das Essen bei Menschen mit Übergewicht durchaus suchthafte Züge aufweist. Gleichzeitig aber könnte die typische Hirnsignatur genutzt werden, um den Betroffenen gezieltere Hilfe anzubieten, so die Wissenschaftler im Fachmagazin Scientific Reports.

Ob Schokolade, Chips oder Junkfood: Vielen Menschen fällt es schwer, auf solche kalorienreiche und nicht gerade gesunde Leckereien zu verzichten. Gerade Menschen mit zu viel Pfunden auf den Rippen quälen sich oft mit Diäten, nur um hinterher wieder zuzunehmen. Erst vor kurzem ergab eine Studie, dass nur ein Bruchteil der Übergewichtigen es schafft, langfristig abzunehmen. Aber warum?

MIB

Keine limbische Resonanz: Psychopathen gähnen nicht mit anderen Menschen

Es ist ein Phänomen, dass wir alle kennen. Wenn jemand in unserer Umgebung gähnt, fangen andere auch zu gähnen an. Nur bei Psychopathen wirkt das Gähnen nicht ansteckend, wie eine Studie jetzt zeigt.
© SOTT.net
Psychopathen regieren unsere Welt: 6% der Weltbevölkerung sind geborene genetische Psychopathen -> Können Sie sich vorstellen, was das für den Rest von uns bedeutet?
Müde, hungrig oder langweilig - plötzlich reißen wir den Mund weit auf, schließen die Augen und atmen tief ein und aus. Warum wir überhaupt Gähnen beschäftigt Forscher schon seit langem, es gibt verschiedene Theorien über dieses Verhalten.

Sicher ist, dass Gähnen bei Menschen, Schimpansen und Hunden ansteckend wirkt. Allein das Gähn-Geräusch löst bei Artgenossen das Bedürfnis aus selbst zu gähnen. Dieses Phänomen führen Wissenschaftler auf das Einfühlungsvermögen zurück: Wer sich gut in andere hineinversetzen und seine Gefühle nachempfinden kann, lässt sich besonders leicht anstecken. Gähnen hat bei sozialen Säugetieren auch etwas mit der Bindung zu tun, daneben stärkt es das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe. Die emotionale Nähe spielt hier natürlich eine entscheidende Rolle. Von Freunden oder Familienmitglieder lassen wir uns leichter anstecken als von Fremden. Finden wir jemanden sympathisch gähnen wir mit, obwohl wir es gar nicht müssen.

Kommentar: Der genannte Punkt, dass man Menschen nicht sofort abstempeln soll ist sehr wichtig. Denn oftmals benötigt es Jahre hinter die "Maske der Vernunft" eines Psychopathen schauen zu können.


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Voruteil über Entscheidungsfähigkeit von Frauen widerlegt: Wankelmütigkeit durch gestörte Hirnströme

Entscheidungen nach Vorliebe beruhen auf Kommunikation zwischen spezifischen Hirnregionen
© Universität Zürich
Ist der Informationsfluss zwischen zwei Hirnarealen gestört, werden wir wankelmütiger.
Steak oder lieber Geschnetzeltes, und zum Nachtisch Eis oder doch lieber Kuchen? Solche Entscheidungen fallen schwerer, wenn die Kommunikation zwischen bestimmten Hirnregionen gestört ist. Wissenschaftler aus der Schweiz haben diesen Effekt im Experiment gezeigt. Die im Magazin Nature Communications vorgestellten Ergebnisse widerlegen außerdem ein altes Vorurteil über die Entscheidungsfähigkeit von Frauen.

Im Restaurant erst stundenlanges Studieren der Speisekarte, dann Unsicherheit beim Bestellen und vielleicht sogar noch eine nachträglich geänderte Bestellung - wir alle kennen solche Situationen: Manchmal fällt es schwer, sich zu entscheiden. Solche Schwierigkeiten kommen im Alltag in allen Lebensbereichen vor, nicht nur beim Essen. Sie betreffen vor allem Fragen, bei denen persönliche Vorlieben eine Rolle spielen. Es ist dagegen einfach, wenn man etwa Steaks liebt oder Eis überhaupt nicht mag.

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Das Gehirn kann durch Neurogenese neue Zellen bilden - 5 Wege zur Verbesserung der Wahrnehmung

Bis vor circa 20 Jahren galt als sicher, dass ein ausgereiftes Gehirn keine neuen Gehirnzellen mehr bilden könnte. Heute sind sich Wissenschaftler weitgehend einig darüber, dass eine Neurogenese im menschlichen Gehirn möglich ist. Auch im Erwachsenenalter können neue Neuronen gebildet werden, und die Bildung kann durch die richtige Ernährung und Lebensweise sogar noch gesteigert werden.

© Lightspring / Shutterstock
In zwei Gehirnregionen, der subventrikulären Zone und dem Hippocampus, gibt es Hinweise auf Neurogenese im reifen Gehirn. Vor allem der Hippocampus ist für Lernen und Gedächtnis zuständig, Funktionsstörungen können zu neurodegenerativen Erkrankungen wie Depression, Angst und Parkinson führen. Das Risiko lässt sich jedoch verringern, und gleichzeitig kann die Bildung von Gehirnzellen im Erwachsenenalter durch die fünf folgenden Schritte gefördert werden:

1) Sport.

Es klingt vielleicht wie ein Klischee, aber die effektivste Methode zur Förderung der Neurogenese im Gehirn ist regelmäßige sportliche Betätigung. Das Herz durch Laufen, Radfahren oder Schwimmen zum Pumpen zu bringen und die Durchblutung zu steigern, erhöht den Spiegel des Wachstumsfaktors BDNF (»brain derived neurotrophic factor«) und des Nervenwachstumsfaktors GDNF (»glial cell line-derived trophic factor«). Beide fördern die Neurogenese.

Music

Nach einer OP: Musik mindert Bedarf an Schmerzmitteln

Wer auf den OP-Tisch muss, sollte davor eine Playlist mit seinen Lieblingsliedern zusammenstellen. Die Musik kann Angst und Schmerzen rund um Operationen nehmen - und sogar Bewusstlose beeinflussen.
© AP
Musik kann nach Operationen helfen, Schmerzen und Angst der Patienten zu lindern. Zu diesem Ergebnis kommen britische Wissenschaftler, die 72 Studien zu dem Thema ausgewertet haben. Die Musik mindert demnach den Bedarf an Schmerzmitteln und macht die Patienten zufriedener. Die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus verkürze sich durchs Musikhören aber nicht, schreiben die Forscher um Catherine Meads von der Brunel University in Uxbridge im Fachmagazin The Lancet.

An den ausgewerteten Studien hatten jeweils 20 bis 458 Patienten teilgenommen, insgesamt fast 7000 Menschen. Die Forscher untersuchten die Wirkung von Musik vor, während und nach Operationen. Mal hatten die Versuchspersonen Kopfhörer auf, mal kam die Musik aus Lautsprechern.

Die Analyse ergab, dass die Wahl der Musikstücke und der Zeitpunkt der Beschallung kaum einen Unterschied machen. In der Regel seien für die Tests jedoch beruhigende Musikstücke gewählt worden, so die Forscher. Die Melodien wirken laut den Untersuchungen sogar bei bewusstlosen Patienten.

Family

Bist du vertrauenswürdig? Die Pupillenweite als unbewusstes Signal für Vertrauen oder Misstrauen

Wie die Pupillen unseres Gegenübers unser Vertrauen oder Misstrauen wecken

Verräterische Pupillen: Ob wir jemandem vertrauen, hängt auch von seinen Augen ab. Denn unbewusst achten wir darauf, ob unser Gegenüber seine Pupillen weitert oder verengt. Ist Ersteres der Fall, neigen wir eher dazu, ihm zu vertrauen, wie ein Experiment belegt. Dieses unwillkürliche und unbewusst wahrgenommene Pupillensignal spielt daher eine wichtige Rolle für unsere sozialen Interaktionen, so die Forscher im Fachmagazin Psychological Science.
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Wenn es darum geht, jemanden zu vertrauen, dann schauen wir genau hin. Denn unbewusst wertet unser Gehirn verschiedenste Merkmale unseres Gegenübers aus, um zu entscheiden, ob er vertrauenswürdig ist. So spielt beispielsweise ein authentisches Lächeln eine wichtige Rolle, aber auch die Gesichtszüge und sogar die Stimme. Jetzt zeigt sich, dass auch unsere Pupillen verräterische Signale senden.

Kommentar: Vorsicht ist geboten bei psychopathischen Personen: Sie verstehen es meisterhaft, soziale Signale so gut vorzutäuschen, dass selbst Psychopathie-Experten auf sie hereinfallen. Da sich die Pupillen auch bei Freude oder sexueller Erregung weiten, sollte man dieses Signal - sowie auch solche wie z.B. die eines Lächelns oder von Charisma - demnach nicht als sichere Hinweise auf die Absichten einer Person werten. Erfahren Sie mehr über Psychopathie in den folgenden Artikeln:


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Zuviel Arbeit, zu wenig Zeit: Schon mäßiger Stress sabotiert die Selbstkontrolle und beeinflusst unsere Entscheidungen

Neuronale Muster im Gehirn verändern sich bei Entscheidungen unter Stress
© Freeimages.com/Luca Baroncini
Zu viel arbeit, zu wenig Zeit: Stress beeinflusst unsere Entscheidungen
Gesundes Obst oder lieber Kuchen? Wenn wir unter Stress leiden, dann wird wahrscheinlich der ungesunde, aber leckere Kuchen gewinnen. Denn schon mäßiger Stress kann unsere Selbstkontrolle herabsetzen und unsere Entscheidungen beeinflussen, wie Neurologen mittels Hirnscans beobachtet haben. Das Wissen um diesen Effekt könnte nun helfen, Maßnahmen zur Stützung unserer Selbstkontrolle zu finden, schreiben die Forscher im Magazin Neuron.

Starker Stress schlägt nicht nur auf die Nerven und kann Müdigkeit, Schmerzen und Burn-out-Syndrom verursachen. Auch unser Verhalten ändert sich unter Stress: Wir bekommen Probleme, schnelle Entscheidungen zu treffen, und entscheiden uns anders. Dies liegt daran, dass bei starkem Stress die Selbstkontrolle im Gehirn geradezu ausgebremst wird: Wir gehen weniger streng mit uns selbst um.

Kommentar: Wenn wir gestresst sind, befindet sich unser Organismus im Kampf-oder-Flucht-Modus, und der präfrontale Cortex wird abgeschaltet, d.h., der Bereich im Gehirn, welcher für situationsangemessene Handlungssteuerung und die Regulation von Emotionen zuständig ist. Da Stress jedoch für die meisten Menschen ein täglich wiederkehrender Begleiter ist, resultiert das nicht selten in einem Zustand von Dauerstress, der langfristig krank machen kann. Eine hervorragende Methode für den gesunden Umgang mit Stress sind Atem- und Meditationsübungen. Probieren Sie das wissenschaftlich erprobte Stressabbauprogramm Éiriú Eolas aus, das mittlerweile von Tausenden Menschen weltweit praktiziert wird:


Die

Schizophrenie ist allein dem Menschen vorbehalten

Komplexes Gehirn: Menschen können schizophren werden - Tiere nicht

Bis heute sind die Ursachen für die Entwicklung einer Schizophrenie weitgehend unklar. Bekannt ist, dass nur Menschen schizophren werden können, Tiere jedoch nicht. Forscher haben nun herausgefunden, warum das so ist.

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Ursachen für Schizophrenie weitgehend unklar

Rund ein Prozent der Bevölkerung entwickelt im Laufe des Lebens eine Schizophrenie. Die Ursachen für die Entwicklung einer Schizophrenie sind noch immer weitgehend unklar. Vor kurzem haben Wissenschaftler bestimmte Genveränderungen als Schizophrenie-Risikofaktor entdeckt. Patienten, die an dieser schweren psychischen Erkrankung leiden, weisen eine zwei- bis dreifach höhere Sterberate auf als Personen ohne eine solche Diagnose. Todesursachen sind häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie in einer Studie im vergangenen Jahr festgestellt wurde. Bei schizophrenen Menschen verändern sich die Wahrnehmung, das Denken und das Fühlen ebenso wie der innere Antrieb und die Art, sich zu bewegen. In vielen Fällen so stark, dass Freunde oder Angehörige meinen, einen anderen Menschen vor sich zu haben.

Tiere können nicht schizophren werden

Wie Die Welt online berichtet, hat Schizophrenie eine Ausnahmestellung: Die schwere Krankheit ist dem Menschen vorbehalten. Andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angst- oder Zwangsstörungen können auch Tiere bekommen. So können Hunde überängstlich sein, Affen depressiv, und Tiere, die gefangen gehalten werden, entwickeln nicht selten auch Zwangsstörungen. Schizophrenie hingegen wurde den Angaben zufolge im Tierreich noch nie beobachtet. Warum das so ist, haben nun Forscher um den Genetiker Joel Dudley von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York herausgefunden. Im Fachjournal Molecular Biology and Evolution berichten die Wissenschaftler, dass das hoch spezialisierte komplexe Gehirn dafür verantwortlich ist, dass sich Schizophrenie entwickeln konnte - und zwar ausschließlich beim Menschen.

Kommentar: Genetik wird immer als alleiniger Faktor genannt, doch was ist zum Beispiel mit Infektionen die eine Schizophrenie auch verursachen können?


Control Panel

Hormon Cortisol scheint Verlangen nach Heroin zu hemmen

Heroin macht schnell abhängig und löst bei den Betroffenen ein starkes Verlangen nach der Droge aus. Das Hormon Cortisol könnte da Abhilfe schaffen, sagen nun Schweizer Forscher.
Das Stresshormon Cortisol kann möglicherweise das Bedürfnis, Heroin zu konsumieren, bei Suchtkranken reduzieren, wie ein Team um Marc Walter von der Universität Basel im Fachmagazin Translational Psychiatry berichtet. Die Forschenden verabreichten 29 Heroinabhängigen, die die Droge im Rahmen eines kontrollierten Entzugs weiterhin in bestimmten Mengen einnahmen, vor der Heroinabgabe entweder eine Cortisoltablette oder ein Placebo. Nach ein bis drei Wochen wiederholten sie das Prozedere, dieses Mal allerdings mit vertauschten Gruppen. Dabei stellten sie fest, dass das subjektive Verlangen der Teilnehmer nach dem Suchtmittel nach Einnahme von Cortisol im Durchschnitt um rund 25 Prozent sank im Vergleich zur Placebosituation.