Die Magdalenenflut verwüstete 1342 weite Teile Deutschlands und bereitete der Pest den Weg. Die Folgen des Hochwassers sind bis heute in der Landschaft sichtbar. Könnte sich der hydrologische GAU wiederholen?
© Ingo2802, Wikimedia CommonsElbehochwasser an der Stadtmauer von Tangermünde, 24. August 2002
"Am Maria Magdalenatag und am folgenden Tag fiel ein außerordentlicher Wolkenbruch, welcher den Mainstrom so sehr anschwellte, daß der selbe allenthalben weit aus seinem Bette trat, Äcker und Weingärten zerstörte und viele Häuser samt Bewohner fortriß. Auch die Brücke in Würzburg sowie die Brücken anderer Mainstädte wurden durch die Wuth des Gewässers zertrümmert. In der Stadt Würzburg trat der Strom bis an die erste steinerne Säule an den Domgreden." (Chronik der Stadt Würzburg)

© Mainfränkisches Muse- um in Würzburg / Bork 2006"Am 21. Juli 1342 stieg der Main in wenigen Stunden gewaltig an. Die Mainbrücke mit ihren Türmen, die Mauern und viele steinerne Häuser der Stadt stürzten zusammen. Am Domportal erreichte das Wasser die steinernen Statuen, oberhalb der Stufen." (Bauinschrift vom Hof zum Großen Löwen in Würzburg, Mainfränkisches Muse-um in Würzburg)
Das Jahr 1342 begann für viele Menschen verheerend: Der Winter war bereits sehr kalt und schneereich verlaufen, als im Februar plötzlich Tauwetter einsetzte. Die Flüsse schwollen an, und in Prag riss die Moldau die Judithbrücke fort - den Vorläufer der heutigen Karlsbrücke. Dann kehrten Frost und Schnee zurück, die Süddeutschland, Österreich und die Schweiz noch im April fest im Griff hatten, bevor sich ein unterkühlter, nasser Frühling einstellte, dessen schlechtes Wetter sich bis in die ersten Wochen des Sommers fortsetzte. Eine kurze Hitzewelle Anfang Juli brachte nur vorübergehend Erleichterung - denn dann brach die Katastrophe los.
Intensiver Dauerregen setzte um den 19. Juli in Franken ein, der sich in den folgenden Tagen nach Nordwesten hin ausweitete. Am 22. Juli hatte er die untere Weser erreicht, am 25. Juli die Nordseeküste. Tagelang prasselte das Nass vom Himmel, ähnlich wie dieses Jahr Ende Mai bis Anfang Juni: Fast ganz Deutschland versank hinter einer Regenwand; in deren Gefolge Main, Rhein, Donau, Weser und Elbe anschwollen. "Nur der äußerste Südwesten war nicht betroffen, also die Region südwestlich des Neckars, und auch das Gebiet zwischen Donau und Alpenvorland blieb verschont", erzählt der Ökosystemforscher
Hans-Rudolf Bork von der Universität Kiel, der sich intensiv mit dem so genannten Magdalenenhochwasser des Jahres. 1342 befasst. Benannt ist es nach dem Tag der Heiligen Maria Magdalena, der am 22. Juli begangen wird - eine Flut, die in den Aufzeichnungen der damaligen Chronisten und in der Natur tiefe Spuren hinterlassen hat.
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