
© mid.ruLawrow Pressekonferenz 170707
Frage: Herr Lawrow, wie ist dieses lange Treffen verlaufen?
Sergej Lawrow: Wenn die Präsidenten sehen, dass es Fragen gibt, die besprochen werden müssen, wobei sie nicht nur die Meinungen austauschen, sondern auch etwas entscheiden können, dann spielt die Zeit meines Erachtens keine entscheidende Rolle. Das Gespräch dauerte tatsächlich sehr lange. Ich haben den Eindruck, dass dabei bestätigt wurde, dass die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump von den nationalen Interessen ihrer Länder vorangetrieben werden und diese vor allem darin sehen, nach beiderseitig nützlichen Vereinbarungen zu suchen und sich nicht auf irgendwelche Konfrontationsszenarien zu konzentrieren und Probleme aus dem Finger zu saugen. So sachlich und konkret wurden nämlich die Themen Syrien, Ukraine, Korea, Cybersicherheit und mehrere andere Probleme besprochen.
Einige durchaus konkrete Momente wurden vereinbart.
Erstens haben ausgerechnet heute in Amman (Jordanien) Experten aus Russland, den USA und Jordanien ihre Arbeit beendet und ein Memorandum zur Bildung von Deeskalationszonen im Südwesten Syriens abgesprochen, und zwar in den Gebieten Daraa, Quneitra und Suweida. Dort wird am 9. Juli um 12.00 Ortszeit ein Waffenstillstand ausgerufen.
Kommentar: Oder vielleicht doch. Denn die Tatsache, dass der IS nun auch noch in Mossul besiegt ist, dürfte den US-Unterstützern dieser Terrororganisation überhaupt nicht schmecken. Also ist es recht wahrscheinlich, dass es sich um eine versteckte Drohung der USA an den Irak handelt, die man als "Warnung" verpacken kann: Wenn ihr nicht nach unseren Vorstellungen spurt, hetzen wir euch (und euren Nachbarn) einen neuen IS auf den Hals!