
© Quelle: crdvenezuela.comKopfbild der Webseite der oppositionellen "Komitees zur Rettung der Demokratie"
Die venezolanische Opposition hat mit ihren gewaltsamen Protesten nicht die erhofften Ergebnisse erzielt - wie wird sie weiter vorgehen?Das Problem der venezolanischen Rechten ist, dass sie eine Zielsetzung ohne das dafür notwendige Kräfteverhältnis vorgeschlagen hat.
Obwohl die Entscheidung hierfür in Wirklichkeit keine nationale sondern eine nordamerikanische gewesen ist, wo die strategische und operative Leitungsetage der aktuellen Aktionen residiert.Fehlendes Kräfteverhältnis, weil eine Regierung, kurz gesagt, ohne das Gewicht der popularen Klassen oder der Bolivarischen Streitkräfte (FANB) nicht mit Gewalt abgesetzt werden kann. Und heute, 90 Tage
1 nach Beginn dieses Zyklus, haben sie weiterhin keine dieser beiden Variablen auf ihrer Seite.
Das bedeutet nicht, dass sie ihre Politik in Richtung dieser beiden Faktoren aufgegeben hätten. Im Fall der popularen Klassen wurde entschieden - da man bereits davon überzeugt ist, diese nicht für den politischen Aufruf zur Absetzung der Regierung gewinnen zu können - sie wirtschaftlich noch mehr zu ersticken. So erklären sich auch Aktionen wie das Anzünden eines Lebensmittellagers, das für ärmere Viertel bestimmt war - 60 Tonnen verbrannt - , der Angriff auf LKW, die staatliche Nahrungsmittel transportieren, die Erhöhung von Preisen. Sie wollen die materiellen Bedingungen verschärfen, die wiederum die Türen für Plünderungen öffnen, die sie selbst mit ihren Stoßtrupps organisieren.
Was die FANB angeht, haben sie verschiedene Manöver gleichzeitig gewählt. Eines ist der systematische bewaffnete Angriff sowohl gegen deren Hauptstützpunkt in Caracas (La Carlota) wie auch gegen Kasernen und Bataillone an verschiedenen Punkten des Landes; der jüngste wurde Dienstagnacht in Acarigua registriert, wo sie Waffen raubten und einen Soldaten töteten. Ein weiteres ist der Versuch der ständigen Demoralisierung mittels Attacken in Sozialen Netzwerken. Ein drittes Element, das seit Beginn der Proteste eingesetzt wird, besteht in öffentlichen Aufrufen an die FANB, die Anweisungen der Regierung zu missachten und sich dem Putsch anzuschließen; Julio Borges, der Präsident der Nationalversammlung, tat dies erneut am vergangenen Mittwoch und bot den Soldaten, die sich anschließen, eine Begnadigung an, die er gar nicht gewähren kann. Und schließlich arbeiten sie wie immer in den Zeiten der Revolution verdeckt, um einen Teil der Streitkräfte herauszubrechen.
Sie haben das Problem, dass all diese verschiedenen Taktiken nicht zum erhofften Ergebnis geführt haben. Da sie die Unterstützung gewichtiger Akteure der FANB nicht erreicht haben, wird das Szenario wohl in eine Verlängerung übergehen. Darauf scheinen sie sich vorzubereiten.
Kommentar: Die Verbindungen sind klar: Ein als "linksgerichtet" erachteter Teil des Mainstreams (aka Sprachrohr der Eliten) stimmte die Protestler und ihre Unterstützer schon Monate zuvor auf einen politisch undifferenzierten Protest ein, der vom eigentlich Wichtigen ablenkte. Und zusätzlich wurde Demonstrieren und Protestieren einmal erneut in Miskredit gebracht. Die große Anzahl dabei verletzter Polizisten rechtfertigt sozusagen in den Augen der Machthabenden die zunehmend beobachtbare Militarisierung der Sicherheitskräfte:
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