Ein aufschlussreicher Bericht des früheren Botschafters Indiens in Damaskus macht klar: Die Darstellung des Westens, der syrische Präsident Assad sollte durch einen Volksaufstand gestürzt werden, ist nicht haltbar. Der Krieg wurde von außen angezettelt, unter anderem von den Golf-Staaten und der Al Qaida. Mit ihr arbeiteten die USA über den Al Nusra-Flügel zusammen. Assad hat die Gefahr unterschätzt - weil er wusste, dass sein Volk hinter ihm steht.

© dpaDer syrische Präsident Baschar al-Assad hat die Gefahr unterschätzt, die ein vom Ausland angezettelter Aufstand für ihn bedeuten würde.
V. P. Haran diente von 2009 bis 2012 als Indiens Botschafter in Syrien. Er hat mit dem mehrfach preisgekrönten indischen Magazin
Fountain Ink darüber gesprochen, wie Teile der
Medien den Aufstand aufgebauscht haben und über Zeichen dafür, das Al-Qaida bereits seit den frühen Tagen des Konflikts ein Mitspieler war (Übersetzung: Deutsche Wirtschafts Nachrichten). Die Einschätzung des Botschafters bestätigt die
Erkenntnisse des US-Journalisten Seymour Hersch, dass Assad im eigenen Volk keine militante Opposition zu fürchten hatte.
Wie war Syrien als Sie im Januar 2009 dort ankamen?
V. P. Haran:
Syrien war ein friedvolles Land und es gab keine unterschwelligen Spannungen. Der syrischen Wirtschaft ging es gut und die durchschnittliche Wachstumsrate lag bei mehr als 5 Prozent. Arbeitslosigkeit lag bei circa 8 Prozent, doch arbeitslose Syrer konnten Arbeit in den Golf-Staaten finden. Es gab jedoch eine hohe Quote an gebildeten Arbeitslosen. Syrien befand sich auch in einer komfortablen Position hinsichtlich von Auslandsschulden bei 12,5 Prozent des BIP. Ein Großteil davon wurde Russland geschuldet,
welches aber viele der Schulden abschrieb. Das echte Problem war die Dürre im Nord-Osten, die zu einer massiven Umsiedlung in den Süden und den Süd-Westen geführt hatte.
Kommentar: Das trifft gerade auf einen psychopathischen Machtmenschen wie Erdogan zu, der nachweislich die Terroristen der Daesh unterstützt. Seine Rede ist daher im wahrsten Sinne des Wortes doppelzüngig: Eine Volksgruppe in der Türkei wird zu Terroristen deklariert, und wirkliche Terroristen werden unterstützt - so wie es der eigenen machthungrigen Agenda dient. Und Akademiker verhaften zu lassen, nur weil sie Frieden wollen, sagt doch alles über Erdogan!