Fortaleza. - Die Gruppe der wirtschaftlich und politisch aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) hat in Konkurrenz zu Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) eine eigene Entwicklungsbank gegründet. Auch eigene BRICS-Währungsreserven sollen gebildet werden. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, Bank und Fonds sollten zunächst mit 50 Milliarden US-Dollar ausgestattet werden und ihren Sitz in Shanghai (China) haben. Mittelfristig sollten beide Institutionen über 200 Milliarden Dollar Kapital verfügen.

© Li Xueren/Xinhua/Landov/dpaDie Staats- und Regierungschefs der Brics-Staaten auf dem Gipfeltreffen in Fortaleza
Nach einem Gipfeltreffen in der brasilianischen Stadt Fortaleza
erklärten die BRICS-Staaten, der Entwicklungsbank und Währungsfonds sollten mit jeweils 100 Milliarden US-Dollar Kapital aufgefüllt werden, das die beteiligten Länder zu gleichen Teilen finanzieren. Sowohl die Bank als auch der Fonds orientierten sich an den Strukturen der nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten gegründeten Bretton-Woods-Institutionen IWF und Weltbank, sagte José Alfredo Lima vom Außenministerium Brasiliens.
Erster Präsident der Entwicklungsbank soll der BRICS-ERklärung zufolge ein Inder werden, während der Vorsitz des Aufsichtsrates von Russland gestellt werde. "Die BRICS-Staaten haben in den vergangenen Jahren Reformvorschläge gemacht, besonders für den Internationalen Währungsfonds, die aber nicht beachtet worden sind. Die Gründung des eigenen Währungsfonds und der eigenen Bank ist eine Reaktion darauf",
zitiert die Tagesschau den brasilianischen Diplomaten Lima.
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