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So, 28 Aug 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Hinter den Schlagzeilen: Psychopathie für Dummies - Hollywood-Film oder Thema, das uns alle angeht?

© sott.net
Psychopathen regieren unsere Welt. Sechs Prozent der Weltbevölkerung sind genetisch geborene Psychopathen. Wissen sie, was das für den Rest von uns bedeutet?
Die meisten Menschen denken an Monster aus Hollywood-Filmen, wenn sie das Wort Psychopath hören: Hannibal Lecter, American Psycho... Doch ist Psychopathie wirklich nur eine kuriose Randerscheinung? Geht es wirklich nur um kriminelle Serienmörder, wie sie in Filmen und manchmal in der Zeitung beschrieben werden? Oder sehen wir uns hier mit einem enorm wichtigen Problem konfrontiert, das uns alle betrifft - in unserem täglichen Leben, in Politik, Wirtschaft und Medien, in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen?

Diese Fragen diskutierten wir diese Woche in unserer Sott Radio-Show "Hinter den Schlagzeilen".

Laufzeit: 01:33:04

Herunterladen: OGG, MP3


Alle unsere Radioshows verfügbar auf unserer SOTT Radio Network Seite!


Info

Ältere Menschen weniger risikobereit durch Abnahme des Dopaminspiegels im Alter

Der Abbau von Dopamin führt zu einem Rückgang der Risikobereitschaft bei alten Menschen
© WoGi/fotolia.com
Alten Menschen wird nachgesagt, dass sie allgemein weniger Risiken eingehen. Aber ist diese Aussage auch richtig? Und wenn ja, welche Risiken vermeiden unsere ältern Mitbürger eigentlich?
Ältere Menschen sind meist etwas vorsichtiger und konservativer, verglichen mit jungen Leuten. Liegt das an der Weisheit und Erfahrung des Alters? Forscher fanden jetzt heraus, dass im Alter das Niveau eines chemischen Stoffes im Gehirn abnimmt. Dadurch ist unser Verhalten dann weniger impulsiv und wir gehen weniger Gefahren ein, um unsere Ziele zu erreichen.

People 2

Frisch verliebt oder lange zusammen? Lebenslange Liebe ist an der Gehirnaktivität ablesbar

US-Forscher vergleichen Aktivitätsmuster von Frisch- und Langzeit-Verliebten
© drubig-photo/fotolia.com
US-Forscher konnten durch eine neue Studie den Beweis für lebenslange Liebe liefern.
Wer frisch verliebt ist, erlebt die verrücktesten Dinge: Ob „Schmetterlinge im Bauch“, Herzklopfen oder das unstillbare Bedürfnis nach der Nähe des Partners: Die Hormone sorgen dafür, dass Verliebtsein zu einem emotionalen und geistigen Ausnahmezustand führt. Doch gilt das nur für den Anfang einer neuen Liebe? US-amerikanische Forscher von der Stony Brook University im US-Staat New York haben die Gehirnaktivität von Menschen in glücklichen Langzeitbeziehungen und frisch Verliebten untersucht und entdeckten dabei erstaunlicherweise sehr ähnliche Muster.

Kommentar:


Cardboard Box

Ersatz für echte Akzeptanz: Likes auf sozialen Medien aktivieren Belohnungszentrum des Gehirns

Facebook, Instagram und Co sind aus dem Leben vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Wer besonders tolle Bilder oder Beiträge postet, tut sich dabei auch selbst etwas Gutes.

"Likes" auf Facebook aktivieren das Belohnungssystem des Gehirns
Twitter, Facebook, Instagram, Snapchat ...: Die Zahl der sozialen Netzwerke, in denen man sich präsentieren kann, wächst beständig - und mit ihnen auch die Zahl der Studien, die sich damit beschäftigen. Die Wirkung der Netzwerke im Hirn ist bisweilen vergleichbar mit der von Schokolade. Darauf weist eine Studie von Lauren Sherman von der University of California in Los Angeles und ihrem Team hin: Beliebte Beiträge aktivieren demnach das Belohnungszentrum im Denkapparat und beeinflussen auch das Verhalten von Testpersonen im Teenageralter. Die Wissenschaftler hatten 32 Heranwachsende im Alter zwischen 13 und 18 Jahren ins Labor gebeten und ihnen in einem kleinen Experiment 148 Bilder auf dem Computer gezeigt. Parallel zu den Fotos - von denen rund ein Drittel von den Probanden selbst stammte - tauchte jeweils die Zahl der Likes auf, die diese Bilder angeblich erhalten hatten. Gleichzeitig beobachteten die Forscher die Hirnaktivität der Teenager im Magnetresonanztomografen.

Kommentar:


Question

Hirnschädigung führt zu veränderter Persönlichkeit: Italiener spricht nur noch Französisch, verhält sich wie typische Karikatur eines Franzosen

Nach einer Hirnschädigung spricht der 50-jährige Italiener 'JC' auf einmal nur noch Französisch - gebrochen zwar, aber mit umso mehr Verve. Forscher sind verblüfft.
© Colourbox.de
Ein 50-jähriger Italiener besteht nach einer Hirnschädigung darauf, nur noch Französisch zu sprechen (Symbolbild).
Italienische Forscher beschreiben den kuriosen Fall eines 50-jährigen Patienten, der nach einer Hirnschädigung darauf besteht, nur noch Französisch zu sprechen. Vor seiner Erkrankung habe der Mann, den sie JC nennen, sein Schulfranzösisch 30 Jahre lang vernachlässigt, entsprechend schlecht beherrsche er es. Nun aber verhalte sich JC "wie die typische Karikatur eines Franzosen", schreiben Nicoletta Beschin, Angela de Bruin und Sergio Della Sala.

Control Panel

Komapatienten: Wer aus dem Koma erwacht, lässt sich am Glukoseverbrauch vorhersagen

Ein Patient ohne sichtbare Reaktion kann einen Rest Bewusstsein haben. Das zu erkennen ist schwierig - ebenso wie die Vorhersage zu den Chancen, wieder aufzuwachen. Jetzt wurde entdeckt, wie es geht.
© Getty Images
Illustration eines Komapatienten. Forscher haben eine Studie mit neuen Prognosen bei Hirnschäden vorgelegt
Nach einer schweren Hirnschädigung steht oft die Frage im Raum: Hat der Patient noch einen Rest Bewusstsein, wird er irgendwann wieder aufwachen? Rückschlüsse darauf erlaube der Glukoseverbrauch des Gehirns, berichten Forscher nun. Der momentane Bewusstseinsgrad lasse sich daran ebenso ablesen wie die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient binnen eines Jahres das Bewusstsein wiedererlangt, schreibt das Team im Fachmagazin Current Biology.

Allein in Deutschland leben schätzungsweise 8000 bis 10.000 Wachkomapatienten, wie es in einem Übersichtsartikel im Fachblatt Aktuelle Neurologie heißt. Jährlich gibt es demnach etwa 2000 bis 3000 neue Fälle. Der überwiegende Teil dieser Patienten werde von Angehörigen gepflegt. Für diese ist oft eine ganz zentrale, mit vielen Hoffnungen und Ängsten verknüpfte Frage, wie die Chancen des Patienten stehen.

Hearts

Berührendes Experiment zu Vorurteilen: Nur vier Minuten in die Augen schauen verändert alles

Ein Flüchtling und ein Europäer sitzen sich gegenüber. Die Sprachbarriere verhindert ein Gespräch, es herrschen Unsicherheit und Stille. Aber nach vier Minuten ist plötzlich alles anders.
© Amnesty Poland/YouTube
Er sei ein starker Mann, so die Deutsche, nachdem sie vom Schicksal des Syrers erfuhr
Der US-Psychologe Arthur Aron entwickelte vor rund 20 Jahren 36 Fragen, dank deren Beantwortung sich Menschen sympathischer werden und sogar ineinander verlieben sollen. Fragen wie "Haben Sie eine geheime Ahnung, woran Sie sterben werden?" oder "Erzählen Sie Ihrem Gesprächspartner von einem peinlichen Moment in Ihrem Leben".

Nach dem Fragenkatalog folgt der wichtigste Moment: Seinem Gegenüber für vier Minuten in die Augen schauen. Das ist laut Aron der finale Eisbrecher und der Moment, in dem sich zwei Menschen verlieben und tiefe Sympathien füreinander entwickeln.

Kommentar:


Hearts

Wissenschaftler haben Gehirnregion gefunden, die für das Gewissen zuständig ist

Der Teil des Gehirns, der Menschen allen anderen bekannten Tieren überlegener macht, und der auch als eine innere Stimme funktioniert, wurde nun endlich gefunden.

Wissenschaftler der Universität Oxford haben zum ersten Mal einen Teil des menschlichen Gehirns gefunden, der ganz anders aussieht als die Gehirne anderer Primaten. Er ist Teil des Ventrolateralen Frontalen Cortex, eine Region des Gehirns, von der man seit über 150 Jahren weiß, dass sie die höchsten Aspekte von Erkenntnis und Sprache beinhaltet.

„Wir haben einen Bereich im menschlichen frontalen Cortex gefunden -- der Gehirnbereich, der bekanntlich mit höheren Planungs- und Entscheidungs-Prozessen beschäftigt ist --, von dem wir denken, dass er sehr menschlich ist. Es scheint keine Entsprechung in Affen zu geben. Dieser Bereich wurde auch mit Multi-Tasking in Verbindung gebracht“, sagte der Autor der Studie, Franz-Xaver Neubert der Universität Oxford.

Kommentar: Übersetzung aus dem Englischen von Sott.net.


People

Flynn-Effekt: Intelligenz wird durch unser Umfeld beeinflusst - Umgang mit intelligenten Menschen steigert eigenen IQ selbst im hohen Alter

Der Umgang mit intellektuellen Menschen kann den IQ erhöhen
© tai111/fotolia.com
Sicherlich hat jeder von uns schon in seinem Leben einmal gehört, dass man sich seinen Umgang genau aussuchen sollte. Freunde, Bekannte, Arbeitkollegen und Familienmitglieder haben einen großen Einfluß auf unser Handeln und unsere Ansichten. Forscher stellten jetzt fest, dass unser Umfeld sogar unseren IQ erhöhen oder auch verringern kann.
Sicherlich haben unsere Freunde, Bekannte, Geschwister, Kollegen und Partner einen gewissen Einfluss auf unser Verhalten und unsere Ansichten. Aber wirken sich diese Personen auch direkt auf unsere Intelligenz aus? Forscher fanden jetzt heraus, dass unser Intelligenzquotient (IQ) im Erwachsenenalter erhöht werden kann, wenn wir unsere Zeit mit intelligenten Personen verbringen.

Unsere Intelligenz scheint nicht festgelegt zu sein. Es wäre demnach möglich, dass unser näheres Umfeld die menschliche Intelligenz beeinflusst. Mediziner stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass unser sogenannter IQ um einige Punkte steigen kann, wenn wir uns viel mit intelligenten Menschen umgeben. Die Stimulation durch intellektuelle Kollegen, Partner, Freunde oder Familienmitglieder erhöht also unsere Intelligenz. Die Ergebnisse der Studie werden im nächsten Monat von Professor James Flynn von der University of Otago in einen Buch veröffentlicht.

Kommentar: Es handelt sich hier um eine wichtige Lehre aus der Forschung zur Epigenetik: Während unsere genetische Ausstattung uns mit bestimmte Grundvoraussetzungen und Wahrhscheinlichkeiten ausstattet, so bestimmen unsere Gene nicht unser "Schicksal". Ein großer Teil der Manifestation unserer Gene hängt von unseren täglichen Entscheidungen ab: welches Umfeld wir wählen, welche Nahrung wir zu uns nehmen, welchem Lebensstil wir folgen. Diese Faktoren beeinflussen, welche Gene "an-" oder "ausgeschaltet" werden.

Jedoch gibt es in Bezug auf die Entwicklung der menschlichen Intelligenz im Allgemeinen auch andere Untersuchungen: Mutationen in der menschlichen Genetik seit Beginn der Landwirtschaft: "Die Menschen werden immer dümmer"

Hinzu kommen noch andere gewichtige Faktoren, die eher für eine Verdummung der Menschen im Allgemeinen spricht:

1. In jedem faschistischen Staat gehören Intellektuelle zu den ersten Opfern. Somit wurden über Jahrhunderte hinweg immer wieder die "klügsten Köpfe" aus dem Genpool der Menschheit entfernt.
2. Die bewusste Verdummung der Bevölkerung auf allen gesellschaftlichen Ebenen durch Medien, Politik, Gifte in Medizin und Nahrung - oder kurz gesagt: "Brot und Spiele".

Somit hängt es an jedem von uns selbst zu wählen, welchen Weg man für sich wählt, und seine Entscheidungen entsprechend seinem Ziel auszurichten.


Bulb

Neu entdeckte Fähigkeit: Das Gehirn von Schizophrenen versucht sich selbst zu heilen

Neuste Forschungsergebnisse bringen Hoffnung für Menschen mit Schizophrenie
© psdesign1/fotolia.com
Menschen mit Schizophrenie leiden unter einer Vielzahl charakteristischer Störungen. Eine Behandlung gestaltet sich meist als äußerst schwierig. Jetzt konnte festgestellt werden, dass unser Gehirn anscheinend die Fähigkeit hat, sich selbst zu reorganisieren.
Wenn Menschen unter Schizophrenie leiden, treten eine Vielzahl charakteristischer Störungen auf. Diese beeinträchtigen die Wahrnehmung, das Denken, unsere sogenannten Ichfunktionen, den Willen, den Antrieb sowie die Psychomotorik. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Gehirne von Patienten mit Schizophrenie allerdings die Fähigkeit haben, sich selber zu reorganisieren und die Krankheit zu bekämpfen.

Ein internationales Team unter Leitung kanadischer Wissenschaftlern vom Lawson Health Research Institute und dem Robarts Research Institutes at Western University stellte jetzt bei einer Untersuchung fest, dass die Gehirne von Menschen mit Schizophrenie sicher selber reorganisieren und reparieren können. Dies ist der erste Beweis für die Fähigkeit unseres Gehirns, die Auswirkungen von Schizophrenie umzukehren. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift Psychology Medicine.

Kommentar: Es gibt viele Hinweise darauf, dass psychische Erkrankungen, darunter auch Schizophrenie eine enge Verbindung mit einer schlechten, nährstoffarmen und giftstoffreichen Ernährung haben (Gluten ist ein Beispiel). Außerdem gibt es zahlreiche interessante Fälle, in denen Menschen von ihrer Schizophrenie geheilt wurden. Hier z.B. der TED Talk von Eleanor Longden, die an Schizophrenie erkrankt war und Heilung erfuhr (auf Englisch):


Und hier ein (englischer) TED Talk über die überraschend wichtige Rolle der Ernährung bei psychischen Erkrankungen:


Hier auch ein sehr ungewöhnliches, aber sehr eindrucksvolles Buch über eine Frau, die eine sechs Monate lange schizophrene Episode erlebte und ihr Innenleben schildert: Operators and Things: The Inner Life of a Schizophrenic