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Mo, 29 Mai 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Die Wissenschaft des Geistes
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Beaker

Forschern gelingt Messung von Emotionen im Atem

Wissenschaftler haben mit Hilfe von Peter Jackson bewiesen: Anhand der Atemluft im Kinosaal ist die Stimmung der Zuschauer messbar.
© poba / iStock.com
Der Atem stockt... Beim Ausatmen verrät er aber, wie Menschen eine Kinoszene empfinden.
MAINZ. Dass sich die Spannung im Kinosaal nicht nur an der Mimik der Zuschauer, sondern auch in der Atemluft messen lässt, haben nun Forscher bewiesen.

Dem Duftmuster bei Filmen kamen die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie und der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz mit Hilfe von Massenspektrometern auf die Spur.

Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Scientific Reports.

Brain

Unser Gehirn arbeitet anders: Multitasking macht Menschen krank und verschlechtert die Arbeitsqualität

Multitasking, also mehrere Aufgaben zugleich zu erledigen, kennzeichnet den heutigen Arbeitsalltag. Studien zeigen indessen, dass darunter nicht nur die Qualität der Arbeit leidet, sondern auch die Gesundheit.
© alphaspirit/ fotolia.com
Multitasking? Unser Gehirn arbeitet anders, um effektiv sein zu können
Der Bericht „Multitasking und Auswirkungen auf die Fehlerverarbeitung - Psychophysiologische Untersuchung zur Analyse von Informationsverarbeitungsprozessen“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) kam zu dem Ergebnis, dass Multitasking dem Arbeitsprozess ebenso schadet wie der Gesundheit der Arbeiter.

Menschen, die mehrere Aufgaben zugleich bearbeiten sollen, machen mehr Fehler, und diese Fehler zeigen sich umso gravierender, je komplexer die jeweiligen Aufgaben sind.

Bulb

Studien beweisen: Placebos wirken sogar ohne Täuschung

© Sott.net
Überraschend wirksam: Placebos wirken selbst dann, wenn wir diese Scheinmedikamente wissentlich bekommen. Ihre schmerzlindernde Wirkung scheint demnach nicht von falschen Erwartungen und der Täuschung der Patienten abzuhängen, wie ein Experiment belegt. In diesem linderten Placebo-Pillen Rückenschmerzen der Teilnehmer um 30 Prozent - obwohl diese wussten, dass sie wirkungslose Zuckerpillen bekamen.

Der Placebo-Effekt sorgt dafür, dass selbst Scheinmedikamente eine mess- und spürbare körperliche Wirkung entfalten. Gängiger Lehrmeinung nach spielt für diese Wirkung vor allem die Erwartung des Patienten eine Rolle: Glaubt er, ein wirksames Mittel zu erhalten, dann scheint dies die Selbstheilungskräfte des Körpers zu mobilisieren. Weitere Einflussfaktoren sind die Art der Präsentation und die genetische Veranlagung.

Kommentar:


Eye 2

Umlenken der öffentlichen Meinung durch professionelle Manipulationen


Kommentar: Dieser Text beantwortet auf einleuchtende Art die Frage, aus welchen Gründen so erbittert versucht wird, jeden Widerspruch gegen die "offizielle Propaganda" zu unterbinden.


Mit freundlicher Erlaubnis zitiere ich einen Freund:
Mal ganz allgemein: Wenn alle anderen sagen “Es ist so” und man alleine der festen Überzeugung ist “Ist nicht so” dann sollte man als erstes mal seinen eigenen Standpunkt hinterfragen und Fakten checken bevor man vehement versucht alle anderen zu überzeugen.
Das ist eine sehr schöne Aussage. Daran lässt sich anknüpfen.

Anfang der 50er Jahre wurden in den USA sozialpsychologische Experimente durchgeführt (Video), bei denen sich herausgestellt hat, dass Menschen offensichtlich falsche Tatsachen behaupten, wenn sie in einer Gruppe sind und die Gruppe geschlossen die falsche Meinung vertritt.

Schauen Sie auf dieses Bild:
© Fred the Oyster
Welche der drei Linien rechts ist genauso lang wie die Linie auf der linken Seite? Das Bild ist absichtlich so konstruiert, dass man fast unmöglich einen Fehler machen kann. Unter normalen Bedingungen machen die Menschen auch keinen Fehler bei dieser Frage. Antwort C ist richtig. Wenn jedoch drei Personen nacheinander die gleiche falsche Antwort geben, dann neigt die vierte Person mit überraschend hoher Wahrscheinlichkeit von über 30% auch dazu, die falsche Antwort anzugeben.

Kommentar:


Info

Starker Cannabis-Konsum verdünnt die Knochen

© Agafapaperiapunta/ thinkstock
Starke Kiffer haben ein höheres Risiko später an Osteoporose zu erkranken.
Bedenkliche Droge: Haschisch schadet offenbar nicht nur dem Gehirn, sondern auch den Knochen. Denn wer regelmäßig Dope raucht, hat meist dünnere Knochen und bricht sich diese auch häufiger. Außerdem wiegen starke Kiffer weniger und haben einen niedrigeren Body-Mass-Index, wie eine Studie zeigt. Das erhöht ihr Osteoporose-Risiko zusätzlich.

Cannabis gilt als eine der beliebtesten illegalen Drogen - und wird zunehmend auch als legales Heilmittel eingesetzt. Doch der regelmäßige Konsum von Haschisch birgt auch Risiken. So kann Cannabis den Ausbruch von Psychosen fördern, die Gehirnwellen durcheinanderbringen und die Fitness der Spermien verringern. Ob Kiffen dagegen dumm macht, ist bis heute umstritten.

Kommentar:


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Blickpunkt Wahrheit: Ein Blick in unser Unbewusstes: Wissen wir, wer wir sind, oder sind wir uns selbst fremd?


Modell eines Menschen: Kutsche, Pferd, Kutscher, Meister
Sigmund Freud dürfte jedem ein Begriff sein. Doch ist alles Unbewusste wirklich nur verdrängt? Ist Selbsterkenntnis nur ein Taschenspielertrick? Oder können wir wie Archäologen unser Unbewusstes ausgraben und offenlegen? Timothy D. Wilson ist einer der weltweit führenden Sozialpsychologen, der sich in vielen Untersuchungen und Experimenten dieser Frage gewidmet hat - was denn wirklich unser Unbewusstes ist - und dabei viele neue und wichtige Erkenntnisse entdeckt hat.

Der Mensch besitzt ein leistungsfähiges, komplexes und adaptives Unbewusstes, das entscheidende Bedeutung für sein Überleben in der Welt hat. Da jedoch dieses so wirksam operierende Unbewusste unseren Blicken entzogen und weitgehend unzugänglich ist, beeinträchtigt es unsere Selbsterkenntnis. Blindheit für den eigenen Charakter kann Menschen veranlassen, nachteilige Entscheidungen zu treffen. Wir müssen die Ursachen unserer Reaktionen verstehen, um unerwünschte Einflüsse auf unsere Gefühle und unser Verhalten zu vermeiden.

Bell

Gegen gesellschaftliche Perspektivlosigkeit: Apell für genaues Hinschauen, Verstehen und mehr Miteinander

© querdenkende.com

Mutlos weder zurück noch nach vorne blicken?


Mechanisches, gar stundenlanges Vollrichten bestimmter Bewegungsabläufe erfordert auf gewisse Weise eine Konzentration, selbst wenn man dabei tatsächlich abschaltet, zumindest in Phasen. Hinterher verbleiben da Momente, in denen die Frage im Raum steht: Worüber habe ich nur gegrübelt? Meistens entrinnen diese Gedankengänge, um irgendwo in den Tiefen der Erinnerung zu verweilen, vielleicht irgendwann dann doch noch zurückzukehren.

Darf man hierbei von einer Form der Meditation sprechen, einer Trance im Tun während gleichbleibend sich wiederholender Arbeitsgänge? Auf alle Fälle, wer es schon durchlebte, weiß dies nachzuempfinden. Du hast eine zeitlang in deinem Leben solche Jobs vollrichtet, dich stets bemüht, dich weiterzubilden, nicht nur weil die Gesellschaft das gern sah, sondern erst recht, um dir selbst zu beweisen, daß du gern mit offenen Augen lernend durchs Leben gehst.

Erfahrungswerte kann uns niemand nehmen

Auf diese Weise gingen sie dahin, die Jahrzehnte eines arbeitsintensiven Lebens, in dem Langeweile niemals aufkam und das nicht nur, weil du eine Familie gegründet, sorgenvoll die eigenen Kinder hast aufwachsen sehen, sondern weil du in deiner Wißbegier dir immer wieder die Frage stelltest, was du noch nicht erreichtest, woran es lag oder was du alles unternehmen mußt, um selbst diese Hürden zu meistern. Oder aber läßt es dich kalt, wissend nach einem erfülltem Leben, daß Grenzen dir aufzeigen, dir überhaupt kaum Chancen verbleiben, etwas ändern zu können

Gewährt gerade eine Gesellschaft des sozialrassistischen Abbaus mit der daraus resultierenden zwischenmenschlichen Kälte noch Freiräume, dem anderen seinen jahrzehntelangen Stolz noch zu gönnen, wie man unschwer allein schon an den bösartigen Stellschrauben eines deutschen Hartz-IV-Systems im Alltag längst beobachten kann?

Angefangen von den menschenverachtenden Sanktionen bis hin zu Familienzwistigkeiten, in denen sich gegenseitig belauert wird, wer denn der bessere Mensch sei, nur weil die eigenen Kinder kaum eine Chance auf dem Arbeitsmarkt oder umgekehrt sie den Eltern vorschreiben, wie diese zu leben haben? Sind wir schon so weit gekommen, daß die Gesellschaft sich mißtrauisch beäugt, mit Schuldzuweisungen aufeinander eindrischt, während die eigentlichen Urheber sich ins Fäustchen lachend abwenden? Wir sind es, die genauer hinschauen müssen!

Kommentar:


People

Notsituationen machen Menschen hilfsbereiter - Egoisten jedoch egoistischer

Forscher lassen 104 Probanden Szenarien am Computer durchspielen
Berlin - Die Hilfsbereitschaft eines Menschen gerade im Notfall hängt stark von der Persönlichkeit ab. Aktuelle Ergebnisse von Forschern des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zeigen, dass die meisten Menschen helfen würden - und einige sogar mehr als in harmlosen Alltagssituationen.

"Notsituationen scheinen die ursprüngliche Tendenz zur Kooperationsbereitschaft einer Person zu verstärken", so Forscherin Mehdi Moussaïd. Die Experten haben 104 Probanden Szenarien am Computer durchspielen lassen. Bei dem von ihnen entwickelten "Helfen- oder Flüchten-Dilemma-Spiel" mussten sie unter finanziellem und zeitlichem Druck in zwei verschiedenen Situationen - einer alltäglichen und einer Gefahrensituation - entscheiden, ob sie Zeit verlieren, um anderen zu helfen, bevor sie zum Ziel kommen oder ob sie sich selbst in Sicherheit bringen.

Kommentar:


Brain

Forschung: Wie Erinnerungen entstehen

© pixelio.de, Lupo
Bücher: Forscher gehen dem Lernen auf den Grund
Gehirn-Rezeptor TrkB spielt wichtige Rolle bei Synapsen-Transformation

Durham/Jupiter - Erinnerungen werden über Veränderungen in den Synapsen abgespeichert. Forscher der Duke University und des Max Planck Florida Institute for Neuroscience konnten unerwartete molekulare Mechanismen in diesem Bereich nachweisen. Die in Nature veröffentlichten Ergebnisse könnten neue Einblicke in die Entstehung von Krankheiten wie Epilepsie ermöglichen.

Kleine Noppen, große Wirkung

Laut Mitautor James McNamara von der Duke University beginnt die Wissenschaft jetzt zu verstehen, wie Erinnerungen in gesunden Gehirnen entstehen und auch wie sich ein normales Gehirn in ein an Epilepsie erkranktes verwandelt. Beim Erwerb neuer Erinnerungen verstärken sich die Verbindungen zwischen bestimmten Neuronen. Vor allem die Infos empfangenden Enden der Neuronen, kleine Noppen, werden etwas größer.

Kommentar:


Video

Menschliche Wahrnehmung ist voller Fehler: Der Completion-Effekt im Gehirn

Tübingen (USA) - Fußballtore, die alle - und insbesondere der Schiedsrichter - sehen, die aber in Wirklichkeit gar keine waren, sind nur ein Beispiel dafür, dass wir Menschen manchmal Dinge sehen, wie sie so eigentlich gar nicht passiert sind oder gar nicht da waren. Eine aktuelle Studie hat sich diesem Problem jetzt angenommen und bestätigt, dass selbst, wie im Falle des Schiedsrichters, eine Fachexpertise nicht vor falschen Wahrnehmungen schützt. Das ist auch und gerade für grenzwissenschaftliche Untersuchungen und Fallbeurteilungen interessant.

Die Pressemitteilung der Universität Tübingen, verdeutlicht die Problematik am Beispiels des sogenannten „Phantomtors von Hoffenheim“ im Bundesligaspiel von 1899 Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen am 18. Oktober 2013: „Ein Schuss, ein fliegender Ball, ein Loch im Außennetz, ein Tor. Alle sahen das Tor der Leverkusener, so entschied auch der Schiedsrichter, was für die Hoffenheimer eine Niederlage bedeutete. Tatsächlich hatte der Ball jedoch die Torlinie nie überschritten. Ganz klar: Fehler des Schiedsrichters. Oder?“

Wie die Forscher um Professor Markus Huff aus dem Arbeitsbereich Allgemeine Psychologie der Universität Tübingen aktuell im Fachjournal Cognitive Research: Principles and Implications (DOI:10.1186/s41235-016-0008-5) erläutern, sei dem Schiedsrichter die Fehlentscheidung nicht anzulasten, denn „der menschlichen Wahrnehmung entgehen viele Informationen, die das Gehirn errate und ergänze - zuweilen in fehlerhafter Weise.“

Kommentar: Es gibt eine ganze Reihe von kognitiven Interpretationsfehlern im menschlichen Denken, die man kennen sollte. Ein sehr empfehlenswertes Buch zu diesem Thema ist Gestatten, mein Name ist Ich: Das adaptive Unterbewusste - eine psychologische Entdeckungsreise von Timothy D. Wilson.

Gerade im Hinblick auf das Erkennen von pathologischen Personen und deren Suggestionen und Manipulationen ist es wichtig, sich mit diesem Thema gut vertraut zu machen, um sich und andere schützen zu können. In unserer nächsten SOTT Radio Show befassen wir uns mit Wilsons interessantem Buch und den Implikationen.

  • Chris Hedges: Die Zivilisation der Blinden und Wie man denkt