
© Foto: dpa/EPA/Olivier AngrioAnschlag in Nizza: Ziel war die Uferpromenade
Deutsche Sicherheitskreise sehen nach dem
Anschlag in Nizza eine noch größere Gefahr von Nachahmertaten als bei früheren Terrorangriffen. „Jeder kann mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge rasen“, sagte ein Experte. „Das Tatmittel ist einfach zu beschaffen und trotzdem gibt es ein gewaltiges Medienecho.“ Die Tat von Nizza könne auch in Deutschland gewaltorientierte Salafisten, „die ohnehin vorhaben, etwas zu tun, zusätzlich anstacheln“.
Verwiesen wird zudem auf die Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), in der Sympathisanten schon länger zu solchen Anschläge aufgerufen werden. Selbst wenn der IS oder Al-Qaida nichts mit dem Anschlag zu tun hätten, sei zu erwarten, dass "sie sich drauf setzen".
Im September 2014 hatte der IS-Sprecher Abu Mohammed al Adnani mit einer Audiobotschaft im Internet die Anhänger der Terrormiliz weltweit gedrängt, auf eigene Faust tätig zu werden. „Zerschlagt ihre Köpfe mit einem Stein, schlachtet sie mit einem Messer, überfahrt sie mit einem Auto, werft sie von einem hohen Punkt, erstickt oder vergiftet sie“, sagte der Syrer. Als potenzielle Opfer nannte er „ungläubige Amerikaner oder Europäer, vor allem die dreckigen und boshaften Franzosen“. Mit dem Anschlag in Nizza sei die Propagandahetze womöglich in die Tat umgesetzt worden, hieß es in Sicherheitskreisen.
Verbindung zur Messerattacke in HannoverExperten sehen auch eine Verbindung zur
Messerattacke der 15-jährigen Safia S. in Hannover. Die Schülerin hatte im Februar im Hauptbahnhof von Hannover einem Bundespolizisten in den Hals gestochen. Der Beamte überlebte nur knapp. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen die Jugendliche wegen des Verdachts, sie habe bei einem Aufenthalt in der Türkei von IS-Mitgliedern den Auftrag zu einer „Märtyreroperation“ bekommen und dann in Deutschland entsprechend gehandelt. „Auch hier war das Tatmittel einfach zu bekommen“, sagte ein Experte.
Kommentar: Dramatische Ereignisse überschlagen sich. Kurz nach dem Anschlag in Nizza dieser Putschversuch in der Türkei. Dieser Putschversuch kommt nach einer Richtungsänderung in den Beziehungen zwischen der Türkei und Russland in den letzten Wochen. Erdogan machte dabei eine Kehrtwende um 180 Grad indem er erklärte, dass die Türkei nun mit Russland gegen ISIS in Syrien und Irak kooperieren würde.
Und jetzt dies.
Im 20. Jahrhundert gab es bereits einige Militärputsche in der Türkei. Es gab einen großen Skandal nachdem Erdogan an die Macht kam, wurde die Existenz eines geheimen Netzwerkes von "Gladio" Agenten enthüllt (in der Türkei 'Ergenekon' genannt), die gewissermaßen das Land im Hintergrund für die Westmächte betrieben.
Die Frage ist, gibt es diesen Putsch wegen des kürzlichen Gesinnungswechsel Erdogans in Bezug auf Russland und Syrien? Wie Joe Quinn letztes Jahr anlässlich des Abschusses des russischen Militärflugzeuges schrieb, werden die türkischen Geheimdienste mehr oder minder von Gladio/NATO aufgebaut und betrieben.
Wer genau hinter diesem Putsch steckt bleibt abzuwarten. Aber Erdogan verdächtigt schon seit einiger Zeit Gülen und hat ihn sogar beschuldigt das russische Flugzeug letztes Jahr abgeschossen zu haben.
Wenn das wahr sein sollte, dann ist dies ein Putsch des CIA. Seien wir doch ehrlich, das wäre für sie nicht das erste Mal.
Es wäre nicht schwierig es positiv zu sehen, falls Erdogan und sein Anhang in der Versenkung verschwinden sollten.
Interessanterweise hat die französische Regierung vor zwei Tagen ihre Botschaft in Istanbul "aus Sicherheitsgründen" geschlossen.
Eine andere Möglichkeit wäre, dass Erdogan den Putsch kommen sah und dann eine letzte Anstrengung unternahm um sich selbst als Beschützer zu verkaufen indem er seine Regierung mit Russland neu ausrichtet.