Jeder scheint etwas verwirrt über den kürzlichen "Brexit" zu sein, worum es dabei ging, wer dahinter stand, wer daraus Nutzen ziehen wird, wer dafür bezahlen muss, etc., etc.
Zunächst einmal wird die Abstimmung zum "Brexit" gar nichts ändern. Das Vereinigte Königreich wird die EU nicht verlassen, darum ging es nicht und ist nicht wirklich möglich - es sei denn wir müssten annehmen, dass die Anglo-'Elite' sich daran erfreut, den kompletten Zerfall des Vereinigten Königreichs an sich zu sehen. Die Realität der Situation ist die, dass die britischen Politiker und Hintermänner, die das Referendum vorangetrieben haben, sich nicht bloß Artikel 50 des Vertrags von Lissabon berufen und erklären können, dass das Vereinigte Königreich die EU verlässt. In der Tat, wie sich in den vergangenen Tagen gezeigt hat, sind sie äußerst zurückhaltend darin, so zu handeln. Und aus gutem Grund.
Bevor die Verbindung des Vereinigten Königreichs zur EU aufgelöst werden kann, müssten all die regionalen Parlamente in Schottland, Nordirland und Wales allesamt einem solchen Schritt zustimmen. Doch eine Mehrheit der Leute in Schottland und Nordirland hat gegen den 'Brexit' gestimmt, und die Erste Ministerin Schottlands hat klargestellt, dass sie und ihre führende SNP-Partei niemals eine Loslösung von der EU akzeptieren können und - bevor das geschieht - ein weiteres Referendum zur schottischen Unabhängigkeit abhalten werden, das unweigerlich in einem überwältigenden 'Ja' resultieren wird (genauso wie beim letzten Mal). Das nordirische Provinzparlament wird ebenfalls recht unwahrscheinlich bei jeglichen Maßnahmen, die EU zu verlassen, mitgehen - aufgrund von Problemen, die dies bezüglich der Republik Irland aufwerfen würde.
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