Laut einer kürzlich veröffentlichten Umfrage der Wochenzeitung „Die Zeit“ haben 60 Prozent der Deutschen kein Vertrauen mehr in die Medien. Dieses Ergebnis führte zu einer neuen Debatte der Nachrichtenmacher, in der sich viele Vertreter des journalistischen Mainstreams fragen, was sie denn bloß falsch machen. Ein aktuelles Interview mit Elmar Theveßen, dem Nachrichten-Chef des ZDF, zeigt auf bizarre Art und Weise auf, warum auch dieser Versuch der medialen Selbstkritik wieder in die Sackgasse führt.
Es gäbe so viel zu besprechen, wenn sich die Zeit-Redakteurin Jana Gioia Baurmann mit Elmar Theveßen, dem Nachrichtenchef des ZDF, zum Interview trifft: Die Tatsache, dass die Leitmedien in Deutschland fast immer einem transatlantischen Narrativ folgen, Fragen der inneren Pressefreiheit, wie sieht es mit der politischen Ausgewogenheit bei der Besetzung der Redaktionen aus? Und vor allem: Trauen sich deutsche Alpha-Journalisten überhaupt noch, offen die Regierenden zu kritisieren oder sind sie selbst längst Teil dieses Machtapparats geworden?
Doch das gesamte Gespräch, das heute in der Print-Ausgabe der Zeit abgedruckt wurde, mäandert um eine einzige Frage, nämlich die, wie brutal Bilder sein dürfen, die in den Abendnachrichten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gezeigt werden. Hier befindet sich Theveßen offenbar auf sicherem Terrain. Lang müssen die Debatten in deutschen Redaktionsstuben sein, ob eine vom
Islamischen Staat geköpfte Geisel im Angesicht ihres Todes „würdevoll“ diesem entgegenblickt, oder ob das Zeigen solcher Bilder den Zuschauern vorenthalten werden sollte. Es folgt die Frage, ob Bilder verpixelt oder unverpixelt gezeigt werden sollen, als Stand- oder Bewegtbild - es nimmt einfach kein Ende.
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