Unbekannte werfen in Florstadt (Wetteraukreis) Steine auf eine Flüchtlingsunterkunft und einen islamischen Gebetsraum. In der Nähe der Tatorte hinterlassen sie Schreiben mit fremdenfeindlichem Inhalt. Bewohner des Heimes berichten von zwei bis drei Männern.
In Florstadt im Wetteraukreis sind in der Nacht zu Mittwoch eine Flüchtlingsunterkunft und ein islamischer Gebetsraum mit Steinen beworfen worden. Wie die Polizei mitteilte, hatten Unbekannte gegen 1.15 Uhr faustgroße Zierkieselsteine gegen die im Ortsteil Nieder-Florstadt gelegene Asylunterkunft geschleudert, zwei Fenster gingen zu Bruch. Es entstand ein Sachschaden von rund 2000 Euro, keiner der 18 Bewohner wurde verletzt.
Wie nach Polizeiangaben erst am Mittwochmorgen auffiel, wurde in der Nacht auch der Gebetsraum der lokalen Ahmadiyya-Gemeinde mit Steinen beworfen, der nur einige Straßen von der Unterkunft entfernt liegt. Dort wurden zwei Fensterscheiben beschädigt. Ob beide Taten zusammenhingen, sei noch nicht klar, hieß es. Die Ahmadiyya-Gemeinde in Florstadt plant den Bau einer Moschee, nutzt aktuell aber noch einen kleinen Gebetsraum.
Zumindest beim Angriff auf das Flüchtlingsheim geht die Polizei von einer fremdenfeindlich motivierten Tat aus. Wie eine Sprecherin der Frankfurter Rundschau sagte, seien an der Unterkunft selbst und im Ortskern von Florstadt handbeschriebene Zettel mit eindeutigen Parolen wie „NPD“, „SS“ und „Tötet Ausländer“ gefunden worden. Noch habe man keine Anhaltspunkte, wem die eher ungelenke Handschrift zuzuordnen sei, sagte die Sprecherin. Die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft hätten im Tatzeitraum eine Gruppe von zwei bis drei Männern am Haus gesehen, es sei aber nicht klar, ob diese im Zusammenhang mit den Steinwürfen stünden.
Kommentar: