Wissenschaft und TechnologieS


Bulb

200 Mal stärker als Stahl: "Wunder-Sieb" macht aus Salzwasser Trinkwasser

Wissenschaftler haben ein neuartiges Sieb entwickelt, das Millionen Menschen zu sauberem Trinkwasser verhelfen könnte.
Sieb
© University of Manchester
Ein Wissenschaftlerteam um den Physiker Professor Rahul Nair von der University of Manchester hat ein »Wundermaterial« aus Graphenoxid entwickelt, das 200 Mal stärker als Stahl ist und sowohl Wärme als auch Strom leiten kann. Dabei handelt es sich um ein kohlenstoffbasiertes 2D-Nanomaterial, deren Poren die Forscher so präzise verkleinerten, dass nur noch Wassermoleküle durch die Öffnungen dringen können und Salzkristalle hängen bleiben. So kann man es wie ein Sieb benutzen und beispielsweise Salz aus dem Meerwasser komplett herausfiltern. Am Ende hat man hochwertiges Wasser, das bedenkenlos getrunken werden kann.


Dies ist das erste eindeutige Experiment zu diesem System. Die Realisierung von skalierbaren Membranen mit gleichmäßiger Porengröße bis hin zur atomaren Skala ist ein wichtiger Schritt vorwärts und eröffnet neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Effizienz der Entsalzungstechnologie. Wir haben hiermit auch gezeigt, dass es realistische Möglichkeiten gibt, die beschriebene Methode zu steigern und graphenbasierte Membranen in den erforderlichen Siebgrößen in Massen zu produzieren", sagte Professor Rahul Nair dem BT.

Kommentar: Fragt sich nur wie man das Salz wieder aus dem Sieb bekommt.


Holly

Polens krummer Wald bleibt ein Rätsel

Trotz intensiver Bemühungen sind die Experten immer noch nicht in der Lage, zu ergründen, warum die Bäume in dem polnischen Wald Krzywy Las eine so seltsame Form aufweisen.
krummer Wald
© Artur Strzelczyk/Wikipedia
Der Krzywy Las ist ein ungefähr 1,7 ha großer Wald in der Nähe des polnischen Dorfes Gryfino. Sein Name bedeutet auf Deutsch Krummer Wald und bezieht sich auf die 94 deformierten Kiefern, die inmitten etwa 400 anderer normaler Kiefer stehen. Diese zwischen 11 bis 12 m hohen Bäumen sind ab einer Höhe von etwa 20 cm über dem Boden um circa 90 Grad gebogen und bei einigen reicht die Krümmung drei Meter hoch. Ihr Alter wird auf etwa 70 bis 80 Jahre geschätzt.

Das Phänomen ist uns heute deshalb so rätselhaft, weil das nahe gelegene Dorf Gryfino während des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört wurde und es einst Heimat derjenigen war, die noch wussten, was mit den um schätzungsweise 1930 gepflanzten Bäumen tatsächlich geschehen war - so nahmen die einzigen Zeitzeugen das Geheimnis dieses Waldes mit ins Grab. Die geläufigste Theorie lautet, dass die Bäume absichtlich so geformt wurden, um sie für den Bau von Möbeln, Schiffen oder ähnlichem zu verwenden. Doch nicht jeder ist davon überzeugt, dass dies der Fall war.


Galaxy

Wissenschaftler beginnen erstmals mit Abbildung eines Schwarzen Lochs

Grafik Schwarzes Loch
© ESO/M. KornmesserKünstlerische Darstellung eines aktiven Schwarzen Lochs im Zentrum einer Galaxie
Auch wenn es viele Darstellungen gibt, eine reale Abbildung eines Schwarzen Loches existiert bislang nicht. Nun beginnen Forscher mit einem ambitionierten Versuch: Abgebildet werden soll die direkte Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.

Wissenschaftler wollen vom heutigen Dienstag an mit einem weltumspannenden Netzwerk von Teleskopen zehn Tage lang die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs machen. Das Netzwerk des Event Horizon Telescopes soll dazu bis zum 14. April wiederholt auf insgesamt sechs Schwarze Löcher gerichtet werden, teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit. Teilnehmende Teleskope stehen am Südpol, in Chile, Spanien, Mexiko und den USA. Die Ergebnisse werden von zwei Supercomputern in Deutschland und in den USA zusammengerechnet.

Das Zentrum der Milchstraße

Primäres Ziel ist das rund 26.000 Lichtjahre entfernte, etwa 4,5 Millionen Sonnenmassen schwere Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie: Sagittarius A*. Das entstehende Bild soll die direkte Umgebung des sogenannten Ereignishorizonts zeigen, verschlingt das Schwarze Loch selbst doch alles - auch Licht. Einfallendes Material wird am Ereignishorizont ("Event Horizon") so stark beschleunigt, dass es intensive Strahlung abgibt. Die sollen die Radioteleskope empfangen. Bis das daraus rekonstruierte Bild veröffentlicht werden dürfte, werden aber Monate vergehen. Die Europäische Südsternwarte, die mit dem ALMA beteiligt ist, will das Projekt mit Blogeinträgen begleiten.

Neben Sagittarius A* haben die Forscher noch fünf andere Ziele ausgewählt. So ist die Galaxie M87 zwar 53 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, aber das zentrale Schwarze Loch darin könnte mehr als 6 Millionen Sonnenmassen schwer sein. Diese beiden zentralen Beobachtungsziele werden von Centaurus A ergänzt, einer 13 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie mit zentralem Schwarzen Loch. Auch die 63 Millionen Lichtjahre entfernte elliptische Galaxie NGC 1052 soll abgebildet werden. Mit OJ 287 und 3C 279 sollen darüber hinaus noch zwei 3,5 Milliarden und 5 Milliarden Lichtjahre entfernte Quasare - also aktive Schwarze Löcher in einem Galaxienkern - beobachtet werden.

Fish

Erstaunlicher Fund am Bodensee: Erster Höhlenfisch Europas entdeckt

Höhlenschmerle
© Jasminca Behrmann-Godel/ Universität KonstanzDie etwa acht Zentimeter große Höhlenschmerle ist der erste Höhlenfisch, der in Europa entdeckt wurde.

Unerwarteter Fund: Forscher haben am Bodensee einen bisher unbekannten Höhlenfisch entdeckt - den ersten überhaupt in Europa. Das Tier lebt in unterirdischen Gängen im Versickerungsbereich der Donau und zog wahrscheinlich erst vor relativ kurzer Zeit unter die Erde. Demnach wanderte der Fisch nach dem Ende der letzten Eiszeit vor maximal 20.000 Jahren aus dem Fluss in das Unterwassersystem ein - und entwickelte sich daraufhin zu einem echten Höhlentier.


Höhlen sind kalt, dunkel und erscheinen auf den ersten Blick lebensfeindlich. Doch in diesen vermeintlich unwirtlichen Lebensräumen sind erstaunlich viele Tiere zuhause. Versteckt unter der Erde lebt eine artenreiche Fauna, die sich perfekt an ein Leben in völliger Dunkelheit angepasst hat. Zu diesen sogenannten Troglodyten gehören nicht nur Käfer, Krebse und Tausendfüßler - sondern zum Beispiel auch Höhlenfische.

Die schwimmenden Höhlenbewohner kommen unter anderem in Nord- und Südamerika sowie in Afrika vor, wo sie von Gewässern durchzogene, unterirdische Formationen besiedeln. Aus Europa hingegen waren Höhlenfische bisher nicht bekannt. Nach einem überraschenden Fund am Bodensee ist das nun allerdings anders.

Fireball

Kosmischer Geisterfahrer: Asteroid rast in Gegenrichtung nahe dem Jupiter

Die allermeisten Objekte kreisen in derselben Richtung um die Sonne. Nur einige wenige Asteroiden machen eine Ausnahme. Astronomen haben nur ein besonderes Exemplar entdeckt.
jupiter symbolbild
© NASA
Ein Asteroid kreuzt als kosmischer Geisterfahrer seit mindestens einer Million Jahren die Bahn des Jupiter. Der rund drei Kilometer große Brocken hat in unserem Sonnensystem schon mehr als Zehntausend Runden entgegen der üblichen Flugrichtung zurückgelegt, wie Forscher um Paul Wiegert von der Universität von West-Ontario im kanadischen London im Fachblatt Nature berichten. Der erst 2015 entdeckte Asteroid vermeidet dabei nicht nur eine Kollision mit dem Riesenplaneten, sondern auch mit den etwa 6000 anderen Asteroiden in dessen Gefolge - den sogenannten Trojanern.

Einer von ganz wenigen

Nur etwa 100 der ungefähr eine Million bekannten Asteroiden laufen entgegen der üblichen Flugrichtung in unserem Sonnensystem, der auch unsere Erde folgt. Der jetzt untersuchte Asteroid hat noch keinen Namen und nur eine Katalognummer: 2015 BZ509. Er ist jedoch der einzige, der dies nahe der Bahn eines großen Planeten tut. Er nähert sich dem Jupiter bis auf auf 176 Millionen Kilometer - etwas mehr als die Entfernung zwischen Erde und Sonne. Die Schwerkraft des Planeten sollte solch einen Geisterfahrer aber trotzdem über kurz oder lang einfangen beziehungsweise aus der Bahn befördern.


Kommentar: Die Zahl 100 bezieht sich nur auf die bislang entdeckten Asteroiden.


Bulb

Sehr sensitive Schnauze: Tyrannosaurier besaßen einen "sechsten Sinn"

Die riesigen, zweibeinigen Fleischfresser aus der Kreidezeit hatten viel mehr als nur kräftige Kiefer und große Zähne in ihrem Arsenal, um ihre Beute zu jagen.

Otisak dinosaurusa prečnika preko jednog metra pronađen u Boliviji
Die Entdeckung einer neuen Tyrannosaurier-Art, die vor 75 Millionen Jahren im heutigen US-Bundesstaat Montana lebte, hat offenbart, dass diese prähistorischen Raubtiere, genau wie unsere heutigen Krokodile, hochsensitive Schnauze besaßen, die es ihnen unter anderem ermöglichten, mit Leichtigkeit ihre Beute zu reißen. Diese neue Art erhielt die Bezeichnung Dasple-tosaurus horneri und war gut 2,2 Meter hoch, besaß einen massiven Schädel, 30 Zentimeter lange, scharfe Zähne, eine Kieferkraft von fast sechs Tonnen pro Quadratzentimeter, einen kräftigen Schwanz und vereinzelt gepanzerte Hautstellen, die über den gesamten Körper verteilt waren.

Mr. Potato

Untersuchung: Katzen mögen Menschen zumindest so gerne wie ihr Futter

Auch wenn Katzen hin und wieder unsere Liebkosungen scheuen: Ein Experiment zeigt, dass sie den menschlichen Kontakt zumindest so schätzen wie Futter. Und vielleicht sogar höher.
Cat book
Immer wieder wird Katzen nachgesagt, sie seien sture Einzelgänger, denen ihre Besitzer egal sind - mit den Vorzeigeschülern unter den treuen Haustieren, den Hunden, können sie jedenfalls kaum mithalten. So lieferte eine Studie Hinweise darauf, dass die Samtpfoten unsere Rufe zwar hören, ihnen aber nicht so bereitwillig folgen wie der beste Freund des Menschen. Eine andere verlautete, zwischen Katzen und ihren Besitzern bestehe keine sichere Bindung und die Vierbeiner orientierten sich in unbekannten Situationen kaum an ihren Lieblingsmenschen. Aktuelle Forschungsergebnisse liefern jetzt aber neue Hinweise, wonach es um die Liebe unserer zuweilen desinteressierten Gefährten doch nicht gar so schlecht bestellt ist: Sie lassen den Schluss zu, dass Katzen Menschen zumindest so gerne mögen wie ihr Futter.

Kristyn Vitale Shreve von der Oregon State University und ihre Kolleginnen hatten in mehreren Experimenten die Vorlieben von 50 Katzen getestet. Die eine Hälfte der Tiere lebte in einem Haushalt mit ihren Besitzern, die andere in einem Tierheim. Alle Katzen wurden vor dem Beginn des Experiments für 2,5 Stunden von Futter und sozialen Kontakten abgeschirmt, um dann ihre Vorlieben abzuklopfen.

Airplane Paper

SpaceX schreibt Weltraumgeschichte und verwendet eine Rakete erneut

Mit recycelbaren Raketen will das US-Unternehmen die Kosten in der Raumfahrt deutlich senken. Nun wurde eine Rakete zum zweiten Mal ins Weltall geschossen.
SpaceX rocket
© NASA
Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat erstmals einen Satelliten mit einer wiederverwendeten Antriebsrakete ins Weltall geschickt. Die Rakete startete in der Nacht zum Freitag um 0.27 Uhr (MESZ, 18.27 Uhr Ortszeit) vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida. Knapp zehn Minuten später landete die Falcon-9-Rakete auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik. Die zweite Stufe der Rakete brachte den Satelliten SES-10 in seine Umlaufbahn, der Signale nach Südamerika und Mexiko weiterleiten soll.

SpaceX-Gründer und Selfmade-Milliardär Elon Musk feierte den Einsatz als "unglaublichen Meilenstein in der Geschichte des Weltalls". 15 Jahre hatten Entwickler laut Musk an der Wiederverwendbarkeit von Antriebsraketen gearbeitet, mit der Raumfahrt-Missionen deutlich günstiger werden sollen. Der Start einer solchen Rakete kostet SpaceX zufolge mindestens 62 Millionen Dollar (58 Millionen Euro). Durch die mehrmalige Verwendung könnten die Kosten deutlich sinken.

Fireball

Mit einem Fernglas beobachtbar: Komet Tuttle-Giacobini-Kresak kommt der Erde sehr nah

Nur etwa einmal im Jahr bietet sich die Chance, einen vorbeifliegenden Komenten so gut zu sehen wie jetzt 41P/Tuttle-Giacobini-Kresak. Mit einer guten Kamera lässt sich der Eisbrocken im Bild einfangen. Vor allem Anfang April stehen die Chancen gut.
41P/Tuttle-Giacobini-Kresak
© Roland Fichtl
Der Komet mit dem komplizierten Namen „41P/Tuttle-Giacobini-Kresak“ soll im April so nah an der Erde vorbeifliegen, wie seit 100 Jahren nicht mehr.

Der Komet wurde zuerst 1858 gesichtet und dann wieder 1907 und 1951. Das berichtet die Nasa. Er umkreist die Sonne in einer Periode von etwa 5,4 Jahren. Nun, am 1. April, steht seine engste Annäherung an die Erde seit mehr als 100 Jahren bevor. Er soll sich der Erde dann laut Space.com auf eine Distanz von 21,2 Millionen Kilometer nähern. Das entspreche in etwa einem Siebtel der Distanz zwischen Erde und Sonne.

Kommentar:
  • Das Elektrische Universum - Teil 21: Zunahme der Kometenaktivität



Nebula

Suche nach „Planet Neun“: Vier neue unbekannte Objekte im Sonnensystem entdeckt

Im Rahmen eines auf nur wenige Tage angelegten Bürgerwissenschafts-Projekts zur Mithilfe bei der Suche nach dem bislang lediglich mathematisch vorhergesagten „neunten Planeten“ am äußeren Rand unseres Sonnensystems, wurden in den Beobachtungsdaten des SkyMapper-Teleskops am Siding Spring Observatory im australischen New South Wales gleich vier bislang unbekannte Objekte im Sonnensystem entdeckt. Unter diesen könnte sich auch der gesuchte Planet befinden.
Planet X Planet 9
© Caltech/R. Hurt, IPAC (Illu.), zooniverse.org/projects/skymap/planet-9 (Teleskopaufn.)Suche nach „Planet Neun“ (Illu. O.) in den Bilddaten des Siding Spring Observatory (u.).
Coonabarabran (Australien) - Wie die Astronomen um Dr. Brad Tucker von der Australian National University (ANU) zum gemeinsam mit der BBC-Sendung „Stargazing Live“ organisierten Projekt „Planet9Search“ berichten, zeige die „Entdeckung“ der bereits bekannten Kleinplaneten bzw. Asteroiden Chiron und Comacina, dass das Projekt tatsächlich in der Lage wäe, den gesuchten „Planet Neun“ auch tatsächlich zu finden - sollte er existieren und sich während der Beobachtungszeiten innerhalb der mit dem Teleskop sichtbaren Himmelsregionen befunden haben.

Insgesamt hatten sich mehr als 20.000 Personen an der Suche beteiligt und dabei fast fünf Millionen Objekte klassifiziert.