
© ESO/M. KornmesserKünstlerische Darstellung eines aktiven Schwarzen Lochs im Zentrum einer Galaxie
Auch wenn es viele Darstellungen gibt, eine reale Abbildung eines Schwarzen Loches existiert bislang nicht. Nun beginnen Forscher mit einem ambitionierten Versuch: Abgebildet werden soll die direkte Umgebung des Schwarzen Lochs im Zentrum der Milchstraße.Wissenschaftler wollen vom heutigen Dienstag an mit einem weltumspannenden Netzwerk von Teleskopen zehn Tage lang
die erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs machen. Das Netzwerk des Event Horizon Telescopes soll dazu bis zum 14. April wiederholt auf insgesamt sechs Schwarze Löcher gerichtet werden,
teilte das beteiligte Max-Planck-Institut für Radioastronomie mit. Teilnehmende Teleskope stehen am Südpol, in Chile, Spanien, Mexiko und den USA. Die Ergebnisse werden von zwei Supercomputern in Deutschland und in den USA zusammengerechnet.
Das Zentrum der MilchstraßePrimäres Ziel ist das rund 26.000 Lichtjahre entfernte, etwa 4,5 Millionen Sonnenmassen schwere Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie: Sagittarius A*. Das entstehende Bild soll die direkte Umgebung des sogenannten Ereignishorizonts zeigen, verschlingt das Schwarze Loch selbst doch alles - auch Licht. Einfallendes Material wird am Ereignishorizont ("Event Horizon") so stark beschleunigt, dass es intensive Strahlung abgibt. Die sollen die Radioteleskope empfangen. Bis das daraus rekonstruierte Bild veröffentlicht werden dürfte, werden aber Monate vergehen. Die Europäische Südsternwarte, die mit
dem ALMA beteiligt ist, will das Projekt
mit Blogeinträgen begleiten.
Neben Sagittarius A* haben die Forscher noch fünf andere Ziele ausgewählt. So ist die Galaxie M87 zwar 53 Millionen Lichtjahre von uns entfernt, aber das zentrale Schwarze Loch darin könnte mehr als 6 Millionen Sonnenmassen schwer sein. Diese beiden zentralen Beobachtungsziele werden von Centaurus A ergänzt, einer 13 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie mit zentralem Schwarzen Loch. Auch die 63 Millionen Lichtjahre entfernte elliptische Galaxie NGC 1052 soll abgebildet werden
. Mit OJ 287 und 3C 279 sollen darüber hinaus noch zwei 3,5 Milliarden und 5 Milliarden Lichtjahre entfernte Quasare - also aktive Schwarze Löcher in einem Galaxienkern - beobachtet werden.
Kommentar: Fragt sich nur wie man das Salz wieder aus dem Sieb bekommt.