Wissenschaft und TechnologieS


Magic Wand

Plötzlich weg - Gletscher ließ kanadischen Fluss binnen vier Tagen verschwinden

Das Schmelzwasser des Kaskawulsh-Gletschers hat sich einen neuen Weg gebahnt - schuld daran dürfte der Klimawandel sein

Nahaufnahme der Schmelzwasserumleitung. Kaskawulsh
© jim best/university of illinoisNahaufnahme der Schmelzwasserumleitung.
Urban - Der Kaskawulsh-Gletscher im kanadischen Kluane-Nationalpark zählt zu den größten Gletschern des Landes. Sein Schmelzwasser strömt seit Jahrhunderten vor allem über den Slims River nach Norden und mündet schließlich in der arktischen Beringsee. Bis jetzt, denn im Frühjahr 2016 kam es zu einem dramatischen Routenwechsel: Die Wassermassen bahnten sich in kürzester Zeit einen anderen Weg und fließen seither über den Alsek River Tausende Kilometer weiter südlich in den Pazifik.

Forscher der University of Washington Tacoma legen nun im Fachblatt "Nature Geoscience" eine Rekonstruktion des Ereignisses vor, das sie als ersten dokumentierten Fall aktiver "Flusspiraterie" bezeichnen - weil ein Fluss dem anderen sozusagen das Wasser abgräbt. Auf Deutsch spricht man von Flussanzapfung. "Man kennt geologische Spuren solcher Ereignisse, aber unseres Wissens nach hat niemand einen solchen Prozess zu Lebzeiten dokumentieren können - und jetzt passiert es vor unserer Nase", sagte Daniel Shugar, Erstautor der Studie.

Kommentar: Eine Periode ungewöhnlich warmes Wetter ist noch kein Klimawandel. Geologische Veränderungen wie das oben Geschilderte kamen und kommen immer wieder vor. Derzeit ist es sehr populär von dem Klimawandel als einem einzigartigem nur unsere Zeit betreffendem, menschenverursachten Ereignis zu sprechen. Warmzeiten und darauffolgende Kälteperioden gab es jedoch immer wieder in der Geschichte der Menschheit.


Family

Nach einer Plastikfressenden Mikrobe gibt es jetzt eine Motten-Larve, die Plastik frisst

Ist das die Lösung für das globale Müllproblem? Eine Forscherin in Spanien hat eine Raupenart entdeckt, die Plastik frisst.
wachsmotte
© César Hernández/ CSICDie Entdeckung machten Forscher um Federica Bertocchin aus Spanien. Die Biologin ist Hobby-Bienenzüchterin. Bei der Säuberung eines Bienenstocks habe sie zu Hause im nordspanischen Santander, wo sie an der Universidad de Cantabria arbeitet, plötzlich "diese Würmchen" entdeckt.
Keine Frage, in der Welt der Wissenschaft gibt es etliche kluge Köpfe. Doch manchmal ist ausgerechnet der Zufall der beste Forscher. Zumindest gibt es dafür einige Beispiele: Die Entdeckung der bakterientötenden Wirkung des Penicillium-Schimmelpilzes 1928 durch Alexander Fleming gehört sicher zu den bekanntesten. Zwar war das Penicillin schon vorher beschrieben worden, doch erst eine zufällige Beobachtung von Fleming, die er in einer seiner Staphylokokken-Kulturen machte, brachte die Entwicklung von Antibiotika in Gang.

Genau so ein Zufall ist es, der nun Federica Bertocchini zu einer interessanten Entdeckung verholfen hat. "Ich beschäftige mich beruflich mit Hühnerembryos, bin aber Hobby-Bienenzüchterin", sagte die Biologin.

Bei der Säuberung eines Bienenstocks habe sie zu Hause im nordspanischen Santander, wo sie an der Universidad de Cantabria arbeitet, plötzlich "dieses Würmchen" entdeckt. "Es ernährt sich von Pollenresten und ist für uns Imker wie die Pest." Die Italienerin warf die Larven genervt in eine Plastiktüte. Und siehe da: "Nach einer Weile war der Beutel voller Löcher und die Larven waren draußen."

Telescope

Forscher bilden erstmals Brücke aus Dunkler Materie zwischen zwei Galaxien ab

Brücke aus dunkler Materie
© S. Epps & M. Hudson / University of WaterlooFalschfarbenabbildung zweier, durch eine Brücke aus Dunkler Materie (rot) verbundener Galaxien (weiß).
Waterloo (Kanada) - Kanadische Astronomen ist erstmals die Abbildung einer Struktur gelungen, die sie für eine Verbindungsbrücke aus Dunkler Materie halten, die zwei Galaxien miteinander verbindet.

Wie das Team um den Astronomieprofessor Mike Hudson und Seth Epps von der University of Waterloo aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (DOI: 10.1093/mnras/stx517) berichtet, handelt es sich bei der darin veröffentlichte Aufnahme um ein Komposit verschiedener Aufnahmen, das erstmals die Verbindung von Galaxien durch ein „kosmisches Netzwerk aus Dunkler Materie“ zeigt, wie es bislang „unbeobachtbar“ war.

Dunkle Materie selbst ist eine immer noch ebenso rätselhafte wie umstrittene Substanz, die rund 25 Prozent unseres Universums ausmachen soll, jedoch mit gewöhnlicher Materie lediglich durch ihre Schwerkraft interagiert und selbst Licht weder abgibt, absorbiert oder reflektiert.

Better Earth

Erster mongolischer Satellit erreicht die Erdumlaufbahn

Die Mongolei hat an diesem Mittwoch ihren ersten Satelliten ins All geschickt. Der künstliche Erdtrabant heißt Mongol Sat-1. Mit dessen Hilfe will der Staat seine Möglichkeiten im Fernseh- und Telekommunikationsbereich erweitern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Satellit Erdumlaufbahn
© SputnikErster mongolischer Satellit erreicht Erdumlaufbahn (Symbolbild)
„Das Projekt, dessen Grundstein vor über zehn Jahren gelegt worden war, konnte nun endlich vollbracht werden. Das ist ein historischer Schritt vorwärts. Wir sind stolz darauf, dass die Mongolei ihren ersten Sputnik ins All geschickt hat“, erklärte Mijeegombyn Enchbold, Vorsitzender des Großen Staats-Chural (des heimischen Parlaments). Der Satellit war mit Unterstützung des Betreiberunternehmens Asia Broadcast Satellite (ABS) in den Orbit gebracht worden. Weitere Angaben zu Preis und Eigenschaften des Apparats wurden nicht bekanntgegeben.

Fireball

650 Meter großer Asteroid flog heute in geringem Abstand an der Erde vorbei

650-Meter-Brocken fliegt so nah vorbei wie seit 2004 kein anderer dieser Größe
Asteroid 2014 JO25
© NASADer Asteroid 2014 JO25 kreuzt heute knapp hinter der ERde die Erdbahn - für einen so großen Brocken kommt er uns dabei relativ nahe.
Naher Vorbeiflug: Heute Mittag passiert ein 650 Meter großer Asteroid die Erde in relativ geringem Abstand. Der Brocken fliegt zwar in 4,6-facher Mondentfernung an unserem Planeten vorbei, dennoch ist dies die engste Passage eines so großen Asteroiden seit 13 Jahren. Weltweit werden Astronomen die Chance nutzen, den Asteroiden mit Teleskopen zu beobachten - denn über seine genaue Größe und Beschaffenheit ist bisher kaum etwas bekannt.

Rund 15.000 erdnahe Asteroiden sind bisher bekannt und werden überwacht. Unter diesen sind vor allem größere Brocken von mehreren hundert bis zu rund einem Kilometer Durchmesser. Würden sie die Erde treffen, könnten die Folgen ähnlich verheerend sein wie nach dem Einschlag des "Dinokillers" vor rund 65 Millionen Jahren.

Nächste Annäherung heute Mittag

Einer dieser eher größeren Asteroiden passiert heute Mittag unsere Erde - glücklicherweise in sicherer Entfernung. Der 650 Meter große Asteroid 2014 JO25 wurde erst vor rund drei Jahren von den Astronomen des NEOWISE-Programms der NASA entdeckt. Bisher ist daher nicht viel mehr über ihn bekannt als seine ungefähre Größe und die Tatsache, dass er eine eher helle Oberfläche besitzt.

Kommentar:


Bulb

"Kein anderes Tier wie dieses": Erstmals lebender Riesen-Schiffsbohrwurm entdeckt: "Schwefel-Magen"

US-Forscher haben auf den Philippinen zum ersten Mal einen riesigen Schiffsbohrwurm lebend zu Gesicht bekommen.
Riesen-Schiffsbohrwurm
© Marvin Altamia/YouTubeRiesen-Schiffsbohrwurm
Dass es diese großen, seltsam aussehenden Kreaturen gibt, wissen unsere Wissenschaftler bereits seit dem 18. Jahrhundert, doch ein lebendiges Exemplar bekamen sie nie zu sehen. Bisher zeugten nur einige wenige leere Gehäuse oder angespülte Kadaver der Tiere von ihrer Existenz. Erst im Jahr 2010 wurde eine gezielte Suche nach dem Schiffsbohrwurm (Kuphus polythalamia) gestartet, nachdem in einem lokalen TV-Nachrichtenbericht auf den Philippinen die Geschichte eines Mannes bekannt wurde, der einen solchen Wurm zu medizinischen Zwecken gegessen hatte. Dieser Bericht brachte Daniel Distel vom Ocean Genome Legacy Center an der Northeastern University in Boston auf die Spur dieses Meeresbewohners, das er bereits seit 20 Jahren suchte. Nach zwei Expeditionen in der Region konnten sie im schlammigen Boden einer philippinischen Lagune eine Kolonie dieser Kreaturen aufspüren und ein ein Meter großes Exemplar fangen.


Doch eigentlich ist Kuphus polythalamia gar kein Wurm, sondern eine Muschel, die eine röhrenartige Schale besitzt, völlig schwarz ist und bis zu zwei Meter groß werden kann. Im Gegensatz zu den typischen Bohrwürmen hat diese Art keine holzverdauenden sondern schwefelverdauende Bakterien im Magen, das macht ihn unter den Weichtieren einzigartig. „Es gibt kein anderes Tier wie dieses", sagte Distel dem New Scientist.

Cowboy Hat

Argentinien: 70 Mio Jahre alte Dinosaurier-Eier mit Embryos gefunden

Dinosaurier-Ei Embryo Zeichnung
© Künsterische Darstellung

In der südargentinischen Provinz Neuquén sind Dinosaurier-Eier mit Überresten von Embryos gefunden worden. Sie sind 70 Millionen Jahre alt, wie die argentinische Nachrichtenagentur Telam berichtet.


Dieser Fund sei von einer immensen Bedeutung für die Wissenschaftler, sagte die Chefin des Departements für den Schutz des Kulturerbes, Claudia Della Negra.

„Sie (die Wissenschaftler - Anm. d. Red.) erforschen die Embryos völlig und haben schon eine Analyse der embryonalen Haut und der Zähne gemacht“, so Della Negra.

Ihr zufolge sind die Eier bis zu unserer Zeit in einem guten Zustand erhalten geblieben, weil auf dem Territorium, auf dem sie gefunden wurden, früher ein Sumpf war, der dann unter vulkanischen Ablagerungen begraben wurde.

Kommentar:
  • Es galt als unmöglich - und doch: Erstmalige Entdeckung von Dinosaurier-Blutgefäßen



Blue Planet

SOTT Fokus: Das Elektrische Universum - Teil 30: Geographische Neigung und die magnetische Umkehrung

Teil 3: Irdische Auswirkungen der Annäherung von Nemesis und seinem begleitenden Kometenschwarm

Kapitel 30: Geographische Neigung und die magnetische Umkehrung

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© electricYouniversE.comAbbildung 167: Die magnetischen und geographischen Pole im Verhältnis zur Ekliptik.
Die Erde hat zwei verschiedene Polarten: Die geographischen Pole und die magnetischen Pole. Die geographischen Pole definieren die Achse um die sich die Erde dreht. Die magnetischen Pole sind die Punkte, an denen die Linien des Erdmagnetfeldes vertikal sind. Wie Sie in Abbildung 167 sehen können, befinden sich die geographischen und magnetischen Pole auf zwei unterschiedlichen Achsen. Keine von diesen beiden Achsen ist senkrecht zur Ebene der Ekliptik - die Ebene des Sonnensystems (lila). Anstatt senkrecht zu sein (schwarze gestrichelte Linie), weist die geographische Achse (grüne Linie) der Erde eine 23.5° Neigung in Bezug auf die Ekliptik des Sonnensystems auf und die magnetische Achse (schwarze Linie) hat eine 11° Neigung in Bezug auf die geographische Achse der Erde. Hätte unser Planet eine uniformitarische und ereignislose Entwicklungsgeschichte erlebt, sollten der geographische und magnetische Pol absolut senkrecht stehen (Abbildung 168).

Die Neigung der geographischen Pole

Zuerst werden wir uns auf den geographischen Pol und seine 23° Neigung fokussieren. Wie oben bereits erwähnt wurde, wenn unser Planet für Milliarden von Jahren beständig selbst Materie angezogen und gleichzeitig ruhig innerhalb der Wiege des Sonnensystems rotieren würde, zusammen mit seinen Freunden im ruhigen Kindergarten des Sonnensystems - was tatsächlich die offizielle Theorie ist - dann sollte die Rotationsachse vertikal sein. Selbst die klassische Mechanik - die die elektrische Natur des Universums nicht berücksichtigt - zeigt, dass ein externer Faktor notwendig ist, damit die Rotationsachse der Erde sich derart von der Vertikalen unterscheidet. Schon im Jahr 1878 wurde folgendes Gesetz ausgedrückt:

Kommentar: Das vollständige Buch gibt es hier auf Englisch:


Info

Studie: Elefanten besitzen weit bessere kognitive Fähigkeiten als angenommen

Elefant mit Frau,kognitive Fähigkeiten Elefant
© Dale/Plotnik
Neue Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass Elefanten ein Maß der Selbsterkennung besitzen, das bei Tieren sehr selten vorzufinden ist.

Die Fähigkeit, sich von anderen Individuen und Objekten getrennt wahrnehmen zu können, kann man bei Tieren nur schwer untersuchen. Die Wissenschaftler um den Verhaltensforschers Joshua Plotnik von der Universität Cambridge wollten in ihrer Studie genau das herausfinden und haben einen Test gemacht, ob Elefanten eine eigene Körperwahrnehmung besitzen oder nicht. Dazu wurden verschiedene Asiatische Elefanten auf eine Matte gestellt, an der ein Stab festgebunden war. Sie erhielten die Aufgabe, den Stab zu nehmen und ihn einem Forscher zu übergeben, der sich in der Nähe befand.

Verblüffender Weise erkannten die Tiere sehr schnell, dass sie erst ihren schweren Körper von der Matte entfernen mussten, um den Stab übergeben zu können, der an der Matte festgebunden war. „Das ist ein vermeintlich einfacher Test, doch seine Implikationen sind sehr tiefgründig, Die Elefanten verstanden, dass ihre Körper im Weg waren, also traten sie zur Seite, um die Aufgabe erfüllen zu können. Bei einem ähnlichen Test konnten das kleine Kinder erst ab einem Alter von etwa zwei Jahre lösen. In Verbindung zu den Spiegeltests bedeutet dies, dass Elefanten in der Lage sind, sich selbst getrennt von Objekten oder ihrer Umgebung zu erkennen und dass sie ein gewisses Maß an Selbster-kennung besitzen könnten, der im Tierreich ziemlich selten ist", wird Dr. Josh Plotnik im Independent zitiert.

Die detaillierte Studie wurde im Fachjournal Scientific Reports veröffentlicht.

Kommentar:


Cheeseburger

Ernährung des Vaters beeinflusst kognitive Fähigkeiten der Nachkommen

fast food
BONN. Der Lebensstil des Vaters beeinflusst die kognitiven Fähigkeiten der Nachkommen - zumindest bei Mäusen. Werden männliche Nager Folsäure-, Methionin- und Vitamin-B12-reich gefüttert, schneiden ihre Nachkommen in Gedächtnistests relativ schlecht ab, berichtet das Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Die Diät beeinflusst demnach epigenetische Muster des Erbguts und diese Umprogrammierung überträgt sich teilweise über die Spermien auf die nächste Generation (Mol Psychiatry 2017; online 4. April).

"Bereits eine vorübergehende Änderung der väterlichen Diät kann dazu führen, dass die Nachkommen ein vermindertes Lernvermögen entwickeln. Dies zeigte sich insbesondere im Navigationstest. Das räumliche Gedächtnis war beeinträchtigt", wird Dr. Dan Ehninger, Forschungsgruppenleiter am DZNE,Väin der Mitteilung zitiert. Unregelmäßigkeiten gab es auch in den Gehirnen der Tiere: Im Hippocampus reagierten die Nervenverbindungen nur vergleichsweise träge auf elektrische Reize. Ein Hinweis dafür, dass die neuronale Plastizität herabgesetzt war. Passend dazu war auch das Gen "Kcnmb2", das diese Fähigkeit mit beeinflusst, herunter reguliert.