Wissenschaft und TechnologieS


Cloud Precipitation

Starke Regenfälle in Australien erwecken Urzeitkrebse zum Leben

Urzeitkrebs Triops australiensis
© Northern Territory Parks and WildlifeDer Urzeitkrebs Triops australiensis
Eine prähistorische Krebs-Art wurde durch starke Regenfälle in Australien nach langjähriger Wartezeit endlich zum Leben erweckt.

Der Rückenschaler Triops australiensis ist ein lebendiges Fossil, das seit Millionen von Jahren fast unverändert geblieben ist. Er zählt zudem zu den zähesten Tieren unseres Planeten und lebt die meiste Zeit unter dem heißen Wüstensand. Seine im Boden vergrabenen Eier sind so hart, dass sie in der Lage sind, Extremtemperaturen und Dürreperioden bis zu zehn Jahre ohne Wasser überleben zu können.

Telescope

Große Anzahl der entdeckten Exoplaneten sind eigentlich "unmöglich"

Mini-Neptune
© NASA Ames/JPL-CaltechMini-Neptune in unterschiedlichen möglichen Größen
Graz (Österreich) - Eine große Anzahl der bislang entdeckten Exoplaneten, also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, sollte es in ihrer bislang angenommenen Form eigentlich gar nicht geben. Zu diesem Schluss kommen österreichische Astronomen und -physiker und sprechen von einem „Exoplanetenparadoxon“.

Wie das Team um Patricio Cubillos und Luca Fossati vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) aktuell im Fachjournal Monthly Notices of the Royal Astronomical Society (MNRAS; DOI:10.193/mnras/stw3103) berichtet, haben sie herausgefunden, „dass 15 - 20 Prozent der bekannten Neptun-ähnlichen Exoplaneten mit geringen Dichten gar nicht existieren dürften. Offensichtlich wurden bei ihrer Beobachtung Masse, Temperatur und/oder Radius fehlinterpretiert.“

Kommentar: Paradigmenwechsel: Astronomen finden für unmöglich gehaltene Doppelsternsysteme


Blue Planet

Neue Studie: Komplexes Leben könnte schon einmal auf der Erde existiert haben

Erde und Mond
© Pixabay
Seattle (USA) - Schon lange bevor das mehrzellige Leben, wie wir es heute kennen, überhaupt erst entstanden ist, könnten mindestens schon einmal komplexe Lebensformen auf unserem Planeten existiert haben. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der University of Washington. Die Erkenntnisse könnten auch bei der Suche nach außerirdischem Leben hilfreich werden.

Wie das Team um Michael Kipp, Eva Stüeken und dem Astrobiologen Roger Buick aktuell im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences (DOI: 10.1073/pnas.1615867114) berichtet, gab es auf der jungen Erde schon rund eine Milliarde Jahre vor der Entstehung des heutigen Lebens Bedingungen, unter denen sich in den Ozeanen komplexes Leben hätte entwickeln können.

Kommentar: Paradigmenwechsel: Astronomen finden für unmöglich gehaltene Doppelsternsysteme


Jupiter

Astronomen beobachten gewaltige stehende Welle in der Venus-Atmosphäre

Venus
© Fukuhara et al. / Planet-C / Nature GeoscienceAufnahmen der Venus vom 7.-11. Dezember 2015
Tokyo (Japan) - In der wolkenschwangeren Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Venus haben Astronomen eine bogenförmige, gewaltige Struktur - ähnlich einer stationären Welle - entdeckt, die die Wissenschaftler vor ein Rätsel stellt. Noch 2010 war die bogenförmige Struktur nicht vorhanden und ist mittlerweile auch wieder verschwunden.

Wie das Team um Tetsuya Fukuhara und Makoto Taguchi von der Rikkyo University aktuell im Fachjournal Nature Geoscience (DOI: 10.1038/ngeo2873) berichtet, entdeckten sie die gewaltige Veränderung in der Venusatmosphäre anhand von Aufnahmen der japanischen Sonde „Akatsuki“.

Insgesamt erstreckt sich die „stationäre Welle“ innerhalb der oberen Atmosphärenschichten über rund 10.000 Kilometer von Polregion zu Polregion: „Interessanterweise bewegte sich die Struktur mehrere Tage lang überhaupt nicht und verharrte während der Beobachtungszeit stationär über der zentralen Gebirgsregion Aphrodite Terra.“

Kommentar:


Bulb

Russland und USA: Wissenschaftler hoffen auf Leben in der Venus-Atmosphäre

Während sich die Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem derzeit auf den Mars und die Eismonde von Jupiter und Saturn konzentriert, wollen russische und US-amerikanische Wissenschaftler mit einer zukünftigen Mission Leben auf der Venus, bzw. in deren oberen Atmosphärenschichten suchen. Nicht zuletzt sind es bislang unerklärte dunkle Streifen in der Venus-Atmosphäre, die die Forscher auf dortiges Leben hoffen lassen.
Venus
© ESA/MPS/DLR/IDAAuch auf dieser Ansicht der Venus im ultravioletten Licht, aufgenommen von der europäischen Sonde „Venus Exress“, sind die bislang unerklärten dunklen Streifen in der Venus-Atmosphäre deutlich zu erkennen.
Madison (USA) - Wie das „Astrobiology Magazine“ der NASA berichtet, soll die angedachte Mission „Venera-D“ mit einer unbemannten Drohne die Venusatmosphäre erforschen und unter anderem die Zusammensetzung der dunklen Streifen genau untersuchen. Diese Streifen absorbieren ultraviolettes Sonnenlicht und könnten, wie Missionswissenschaftler erläutern, auch aus Mikroben bestehen.

Angedacht ist der Start der Gemeinschaftsmission von NASA und ROSKOSMOS für 2025 und soll neben der Atmosphärendrohne auch aus einer Landeeinheit für die Erkundung der Venusoberfläche bestehen.

Evil Rays

Zu welchem Zweck? Forscher lösen mit Laser gezielt "Killer-Instinkt" bei Mäusen aus

Killerinstinkt Mäuse
© Courtesy of Ivan de AraujoMaus beim Angriff auf eine Grille.
New Haven (USA) - Wissenschaftler der Yale University haben genau jenen Schaltkreis im Hirn von Mäusen isoliert, der bei den Tieren für die räuberische Jagd und das Töten der Beute verantwortlich ist. Durch die Stimulation dieser Hirnregion - das zeigten die Forscher eindrucksvoll in weiteren Experimenten - gelang es ihnen, bei den Tieren ganz spontan den „Killer-Instikt“ und einen zombieartigen Tötungstrieb auszulösen.

Wie die Forscher um Professor Ivan de Araujo von der Yale University School of Medicine aktuell im Fachjournal Cell (DOI: 10.1016/j.cell.2016.12.027) berichten, handele es sich konkret um Neuronen (also Hirnzellen) im Emotions- und Motivationszentrum des Gehirns, der sogenannten Amygdala. Diese sind sowohl für das Auslösen des Jagd- und Tötungstriebs wie auch der Muskelaktivität in Kiefer und Nacken zum Zubeißen der Tiere zuständig.

Fish

Sensation: Forscher beobachten und filmen erstmals lebende rubinrote Seedrachen

Erstmals vor gerade einmal knapp zwei Jahren anhand toter Exemplare wissenschaftlich beschrieben, ist es Meeresbiologen jetzt erstmals gelungen sogenannte lebende Rubinrote Seedrachen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

Rubinroter Seedrache
© Scripps OceanographyEin Rubinroter Seedrache in seiner natürlichem Umgebung (Standbild Video).
La Jolla (USA) - Wie die Forscher des Scripps Research Institute an der University of California und des Western Australian Museum berichten, gelangen ihnen die Beobachtungen mit Hilfe ferngelenkter Miniroboter vor dem Recherche Archipel an der Küste Westaustraliens, vor dem in 50 Metern Tiefe.


Bei Seedrachen handelt es sich um kleine sogenannte Fetzenfische, die zu den Seenadeln zählen und deren Aussehen an das von Seepferdchen erinnert und die durch ihre fetzen- und blattförmigen Anhängsel in den Seegrasfeldern perfekt getarnt sind.

Nebula

Astronomen vermuten: Extrasolare Herkunft von Planet Neun

Während Astronomen immer noch fieberhaft um den Nachweis für die Existenz eines aufgrund gemeinsamer, von der Norm abweichender Umlaufbahneigenschaften ferner Objekte im Sonnensystem, vermuteten weiteren großen Planeten im äußersten Sonnensystem ringen, spekulieren US-Astronomen bereits darüber, dass dieser Planet ursprünglich gar nicht Teil unseres Sonnensystems war und einst einsam durchs All trieb.
Planet 9
© Caltech/R. Hurt (IPAC)Künstlerische Interpretation des mutmaßlich neunten Planeten im Sonnensystem. Die Forscher vermuten, dass es sich um einen Planeten handelt, der Uranus und Neptun gleichen könnte (Illu.).
Las Cruces (USA) - Wie das Team um James Vesper und Professor Paul Mason von der New Mexico State University (NMSU) auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society (AAS) berichtete, sei es „wahrscheinlich, dass es sich bei dieser Welt um einen von der Sonne eingefangenen sogenannten ‚Rogue Planet‘ handelt.“ Hierbei handelt es sich um „Einzelgängerplaneten“, Planeten also, die - ungebunden an einen Stern - durchs All fliegen.

In 156 Computersimulationen haben die Astrophysiker Begegnungen solcher Einzelgänger unterschiedlicher Größen und Flugbahnen mit unserem Sonnensystem simuliert.

Moon

Forscher: Unser Mond ist offenbar älter, als ursprünglich gedacht

Mond Beobachtung
© Sputnik/Vladimir Sergeev
Wissenschaftler der Universität von Kalifornien in Los Angeles (UCLA) haben festgestellt, dass der Mond wesentlich älter ist, als früher angenommen wurde. Dies teilte am Donnerstag ein Pressebericht auf der Webseite der Universität mit.

Demnach beträgt das Alter des Erd-Mondes mindestens 4,51 Milliarden Jahre. Diese Schlussfolgerungen stützten sich auf die Analyse von acht Zirkon-Mineralproben, die die amerikanischen Astronauten 1971 beim Appolo-14-Flug zum Mond auf der Oberfläche des Himmelskörpers gesammelt hatten und die bis heute ihre ursprüngliche Gestalt bewahrt haben sollen.

„Zirkon ist die beste Uhr in der Natur“, erläutert der Professor für Geochemie und Astrochemie an der UCLA, Kevin McKeegan. „Er kann am besten die geologische Geschichte fixieren und deren Ursprung offenbaren.“

Frühere Hypothesen über das Mondalter stützten sich ihm zufolge auf eine Analyse des Mondgesteins, das durch die zahllosen Meteoriteneinschläge auf der Mondoberfläche aber „verunreinigt“ worden sei. Derartige Gesteinsproben hätten laut dem Professor lediglich Auskunft über den Zeitpunkt irgendwelcher Ereignisse in der Geschichte des Erdtrabanten geben können.

Die neue Studie besagt nun, dass sich der Mondbereits 60 Millionen Jahre nach der Geburt des Sonnensystems herausgebildet hatte. Früher meinte man, das sei erst 100 bis 200 Millionen Jahre nach dem Entstehen unseres Sonnensystems geschehen.

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Moon

Hat es mehrere Erdmonde gegeben? Neue Theorie zur Entstehung unseres Mondes

Mond
© Sebastian Voltmer, astrophoto.deDer Erdenmond.
Rechovot (Israel) - Israelische Wissenschaftler präsentieren eine neue Theorie zur Entstehung unseres Mondes. Demnach soll unser heutiger Mond nicht der erste, sondern vielmehr der letzte in einer ganzen Reihe früherer und kleinerer Monde sein, die unsere Erde einst umkreist haben und sich durch Kollisionen zum heutigen Mond zusammengefunden haben.

Wie Professor Raluca Rufo vom Weizmann Institute, Professor Hagai Perets von Technion und Oded Aharonso aktuell im Fachjournal Nature Geoscience (DOI: 10.1038/ngeo2866) berichten, widerspricht ihre Theorie der bisherigen Lehrmeinung, wonach der heutige Mond das Ergebnis der gewaltigen Kollision eines einzelnen, in etwa marsgroßen Objekts (Theia) mit der jungen Erde ist.

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