Impaktor war doppelt so groß und zehnmal so schwer als bisher angenommen

© Luc Viatour/ CC-by-sa 3.0Das Mare Imbrium - die große dunkle Senke links oben – entstand durch den Einschlag eines Protoplaneten.
Sturzflug eines Giganten: Der Einschlag, der das lunare Mare Imbrium schuf, war doppelt so groß und zehnmal so schwer wie bisher angenommen - dafür sprechen geologische Spuren auf dem Mond und ein Laborexperiment. Mit einer Größe von rund 250 Kilometern war der Impaktor demnach bereits ein richtiger Protoplanet, wie Forscher im Fachmagazin
Nature berichten. Seine Bruchstücke könnten zum heftigen Einschlagsregen vor 3,8 Milliarden Jahren beigetragen haben.
Das lunare Mare Imbrium ist von der Erde aus gut als dunkles, rechtes Auge des "Mann im Mond" zu erkennen. Mit einem Durchmesser von gut 1.100 Kilometern ist es nach dem
Oceanus Procellarum das zweitgrößte Mare des Mondes. Geschaffen wurde das Mare Imbrium durch einen gewaltigen Einschlag vor rund 3,8 Milliarden Jahren. Darauf deuten unter anderem kreisförmige Randwälle aus ausgeschleuderten Brocken und speichenartig nach außen laufende Gräben hin. Sie sprechen dafür, dass der in flachen Winkel einschlagende Asteroid einst aus dem Nordwesten gekommen sein muss.
Rätsel um "falsch" ausgerichtete Furchen Doch es gibt auch Furchenstrukturen im Mare Imbrium, die bisher nicht ins Bild passten. Ihre Ausrichtung wich von der der anderen Einschlagsspuren ab. "Dieser zweite Satz von Gräben war ein echtes Rätsel", erklärt Peter Schultz von der Brown University in Providence. "Keiner wusste so recht, woher diese Strukturen kamen."
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