Im Kreml herrscht Fassungslosigkeit: US-Präsident Barack Obama beschuldigt den russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich der Korruption. Die Russen wittern einen Destabilisierungs-Versuch. Doch selbst amerikanische Beobachter warnen davor, in Russland ein Chaos auszulösen - von dem letzten Endes die radikalen Nationalisten profitieren würden.
Der Kreml hat US-Korruptionsvorwürfe gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin
scharf zurückgewiesen. Die Äußerungen eines hohen Beamten des US-Finanzministeriums seien „empörend und beleidigend“, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau.
Der Kreml erwarte von der US-Regierung eine Erklärung. Peskow sagte, dass er gefeuert worden wäre, hätte er wie sein US-Kollege derartige Anschuldigungen öffentlich verkündet, berichtet die TASS. Putin wisse von den Anschuldigungen und halte sie
für beispiellos und empörend. Die in der TASS referierte Reaktion des Kreml ist
von auffallender Schärfe, weil die Russen darin eine Verletzung aller internationalen Gepflogenheiten sehen. Allerdings ist die Verteidigungslinie des Kreml nicht stringent, was darauf hindeutet, dass die Attacke aus Washington eine gewisse Wirkung gezeigt hat.
Der Beauftragte des US-Finanzministeriums für den Anti-Terror-Kampf und Sanktionen, Adam Szubin, hatte Putin in einer am Montag ausgestrahlten BBC-Dokumentation direkt der Korruption bezichtigt. Am Donnerstag stellte sich der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Joshua Earnest, hinter Szubin.
Dessen Erklärung decke sich mit der Position der US-Regierung.
In Ausschnitten aus einer Reportage des BBC-Programms „Panorama“ vom Montagabend wirft Szubin dem russischen Präsidenten vor, mit Bestechung zu arbeiten. Er habe seinen Freunden und engen Verbündeten mit staatlichen Mitteln zu Reichtum verholfen und diejenigen, denen er nicht zugetan sei, leer ausgehen lassen.
Kommentar: Es wird immer deutlicher, warum Putin und seine Regierung der eigentliche Feind der US-Elite sind: