Die forensische Anthropologin Ewa Klonowski identifiziert seit 19 Jahren Opfer aus dem Bosnien-Krieg. Im Interview mit der SZ spricht sie darüber, was sie antreibt.
© ReutersSchädel eines Opfers, dessen Überreste erst 2007 gefunden wurde beim Ort Budak in der Nähe von Srebrenica.
Frau Klonowski, wie erinnern Sie sich an die Tage des Srebrenica-Massakers im Juli 1995?Ich kann mich sehr gut daran erinnern, selbst wenn ich damals nicht viel von dem wusste, was sich dort abspielte. Es ist wie in Syrien heute. Man kann in den Nachrichten sehen, dass dort furchtbare Dinge passieren, aber man bekommt nur ein bruchstückhaftes Bild davon. Im Juni 1995 hörte ich, dass die Verteidiger von
Srebrenica versuchten, den Belagerungsring zu sprengen. Mir war nicht klar, dass die Lage bereits hoffnungslos war. Kurz darauf begannen die Massaker. Die westlichen Regierungen müssen es gewusst haben, man konnte damals auf Satellitenbildern sehen, wie die Menschen auf Lastwagen zu den Hinrichtungsorten gebracht wurden. Man konnte auch die bereits ausgehobenen Massengräber sehen.
20 Jahre nach dem Völkermord gibt es immer noch unidentifizierte Opfer. Warum dauert das so lange?Es gab ja noch viele andere Massaker außer dem Genozid in Srebrenica. Insgesamt wurden 70 Massengräber in Bosnien entdeckt. Darunter primäre, sekundäre und sogar tertiäre Gräber. Das bedeutet, die Serben haben viele Opfer nachträglich exhumiert und an anderer Stelle wieder begraben, um die Spuren zu verwischen. Das geschah mithilfe von Baggern und anderen Maschinen. Viele Körper wurden dabei in Stücke gerissen. Manchmal haben wir nur einen einzigen Knochen, der einer bestimmten Person zugewiesen werden kann. Die bosnische Regierung war anfangs noch nicht in der Lage, die Leichen zu identifizieren und DNS-Analyse gibt es erst seit 2002.
Kommentar: Wenn wirklich ernsthaft an der Schaffung der "Vereinigten Staaten von Europa" gearbeitet werden würde, dann sollte man meinen, ein solcher Fall sei von vornherein einkalkuliert gewesen. Tatsächlich wurde bereits 2007 ein Papier zu Diskussion gestellt, indem es um ein Insolvenzrecht für Staaten innerhalb der Europäischen Union ging. 2010 dann erneut, mit Ansage der ARD. Lange war es still geworden, bis 2015 das Thema erneut mehrfach aufkam.
Allein die Tatsache, dass es offensichtlich unmöglich war, solch einen Entwurf in die Realität umzusetzen zeigt, wie unfähig die Europäische Union anscheinend ist. Man könnte hier den Entscheidungsträgern Absicht unterstellen oder gar behauten, es sei Teil ein größeren Plans gewesen und die Situation in Griechenland sei bewusst so gewollt. Sehr viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass es sich hier schlicht um Inkompetenz, Gier und dem Ringen um persönliche Macht handelt und die aktuelle Situation einfach das Ergebnis der psychopathischen Unfähigkeit ist, die Konsequenzen des eigenen Handelns zu erkennen. In unserer Serie "Der Psychopath" können wir unter anderem Folgendes lesen: So ist es ihnen völlig egal, was ihre Aktionen in diesem merkwürdigen Ding namens "Zukunft" an Konsequenzen haben könnten. Einzig die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse im Jetzt ist wichtig.
Es mag einfacher zu verdauen sein, wenn man glaubt, alle Ereignisse wären genau so gewollt und hätten ein Ziel, auch wenn man es selbst nicht kennt. Sehr viel beunruhigender ist, wenn die Führung in Wirklichkeit aus inkompetenten, gierigen und selbstverliebten Psychopathen besteht und wir wirklich Passagiere auf dem Narrenschiff sind:
Man kann nur für die Menschen in Griechenland hoffen, dass es noch hier und da vernünftige Menschen gibt, die den ernst der Lager erkennen und entsprechend handeln.