Die Türkei drängt die USA auf die Auslieferung des Predigers Gülen. Eine türkische Zeitung legt Recherchen vor, wonach die CIA in den Putsch verwickelt gewesen sein soll. Die US-Regierung bemüht sich um die Kalmierung der Lage.

© dpaUS-Präsident Barack Obama mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beim G20 in Antalya.
Knapp einen Monat nach dem Putschversuch in der Türkei drängt die Regierung in Ankara die USA
verstärkt zur Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen. Das Justizministerium habe den US-Behörden den Antrag der Staatsanwaltschaft Istanbul zur Festnahme Gülens weitergeleitet, berichtete der Sender CNN Türk am Samstag. Präsident Recep Tayyip Erdogan sieht seinen im US-Exil lebenden Erzrivalen als Drahtzieher des Umsturzversuchs. Gülen weist dies zurück. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte, die Türkei könne in der Frage der Auslieferung Gülens keine Kompromisse mit den USA eingehen.
Die Washingtoner Regierung verhalte sich inzwischen aber kooperativer. Details nannte Yildirim nicht, kündigte aber einen Besuch von US-Vizepräsident Joe Biden noch im August an.
Die Auslieferung Gülens könnte für die USA insoweit unangenehm sein, als sich herausstellen dürfte, wer wirklich hinter den Putsch steht. Die Zeitung
Yeni Safak Daily behauptet, der Putsch sei von der CIA geplant worden. Erhebliche Geldmittel seien dafür zu Verfügung gestellt worden.
Die Zeitung beharrte darauf, dass das Weiße Haus über den Putsch Bescheid gewusst habe.
Dies hat die Regierung von Obama bisher immer bestritten. Maßgeblich beteiligt sein soll der ehemalige ISAF-Kommandant John F. Campbell. Er soll zuvor mit seinem Team Informationen über alle Offiziere des türkischen Militärs gesammelt haben, um deren politische Ausrichtung herauszubekommen und anschließend die Auswahl für das Putschpersonal zu treffen. Campbell soll sich mit türkischen Militärs in Incirlik getroffen haben. Im Vorfeld des Putschversuchs wurden über die nigerianische United Bank of Africa (UBA) Gelder in die Türkei transferiert, die als „Überzeugungsmittel“ für türkische Militärs dienen sollten, damit diese am Putsch teilnehmen. Die Finanzmittel wurden von der UBA auf Konten von 80 „speziellen“ Personen - Kurieren - in der Türkei transferiert, so das Blatt. Diese machten Barabhebungen und leiteten die Gelder an die türkischen Empfänger weiter.
Insbesondere bei den finanziellen Transfers von Nigeria in die Türkei soll die CIA eine Schlüsselrolle gespielt haben.
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