Willkommen bei SOTT.net
Mi, 07 Dez 2016
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
Karte

Family

Bessere Umweltanpassungen der Europäer durch Jäger und Sammler der Steinzeit

Umweltanpassungen in den Genen der Europäer stammen eher von Jägern als von Bauern

Moderne Menschen haben sich im Laufe von vielen Tausend Jahren an ihre Umwelt angepasst. Doch wie genau verschiedene Varianten des Erbguts zu dieser Anpassung beigetragen haben, war lange umstritten. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun das Erbgut von Menschen analysiert, die vor 45.000 bis 7.000 Jahren gelebt haben.

Die Analysen zeigen, dass die Anpassung an lokale Umweltbedingungen zu einem gehäuften Vorkommen bestimmter Genvarianten in Europäern geführt hat. Interessanterweise traten die meisten dieser adaptiven Varianten bereits bei frühen Jägern und Sammlern auf, jedoch nicht bei frühen Bauern. Jäger und Sammler, die mehrere Tausend Jahre vor Auftreten der Bauern in Europa lebten, waren also an die Umweltbedingungen vor Ort angepasst und haben diese Genvarianten an heute lebende Europäer weitergegeben.

Blackbox

Mittelalterliches Schwert mit Rätselhafter Gravur - Schwert einem Heiligen gewidmet?

Die seltsame Inschrift auf der Klinge eines mittelalterlichen Schwertes gibt Historikern Rätsel auf. Die eingelegte Buchstabenkombination lässt sich keiner bekannten Sprache zuordnen. Der Historiker Julian Harrison hat die Öffentlichkeit um Hilfe gebeten.

© Schwert aus Lincolnshire / British Library
Das Schwert mit der Innenschrift: +NDXOXCHWDRGHDXORVI+
London (Großbritannien). Das Schwert wurde 1825 in dem Fluss Witham in Lincolnshire gefunden und war auf den ersten Blick unscheinbar. Die 1,2 Kilogramm schwere und 96 Zentimeter lange Waffe stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde vermutlich in Deutschland geschmiedet. Laut Harrison handelt es sich um ein zweischneidiges Schwert, welches für diese Zeit typisch war. Ausgestellt wird das Schwert in der British Library als Teil der Ausstellung zur Magna Carta. Das Objekt ist Teil der Sammlung des British Museum.

Goldene Inschrift als Besonderheit

Erst auf den zweiten Blick erkannte der Wissenschaftler die Besonderheit des Schwertes. Mit Goldfaden wurde eine Inschrift in die Klinge gelegt, die Buchstabenreihe +NDXOXCHWDRGHDXORVI+. Die Kennzeichnung von Klingen war im Mittelalter nichts Ungewöhnliches und galt als Markenzeichen der herstellenden Schmiede. Meist waren es Widmungen an Gott oder den Träger.

Bacon

Die Paleo-Ernährung der Neandertaler: Viel Großsäugerfleisch mit ein wenig Pflanzenkost

Wissenschaftler des Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) in Tübingen haben die Ernährung von Neandertalern untersucht. Anhand von Isotopenzusammensetzungen im Kollagen der Urmenschenknochen zeigen sie, dass die Neandertaler sich überwiegend von großen Pflanzenfressern wie Mammuts und Nashörnern ernährten, jedoch auch pflanzliche Kost zu ihrem Speiseplans gehörte. Die zugehörigen Studien sind kürzlich in den Fachjournalen »Journal of Human Evolution« und »Quaternary International« erschienen.

© Bocherens
Die verschiedenen Jäger und ihre Beute.
Die Paleo-Diät ist einer der neuen Trends ernährungsbewusster Menschen - doch was genau stand bei unseren ausgestorbenen Verwandten eigentlich auf dem Speiseplan? »Wir haben uns die Ernährung von Neandertalern im Detail angeschaut«, erklärt Prof. Dr. Hervé Bocherens vom Senckenberg Center for Human Evolution and Palaeoenvironment an der Universität Tübingen und fährt fort: »Dabei konnten wir feststellen, dass die ausgestorbenen Verwandten des heutigen Menschens sich überwiegend von pflanzenfressenden Großsäugern wie Mammut und Wollnashorn ernährten.« 

Die zwei untersuchten Fundstellen in Belgien boten dem internationalen Wissenschaftlerteam rund um den Tübinger Biogeologen zahlreiche zwischen 45.000 und 40.000 Jahre alte Knochen von Mammuten, Wollnashörnern, Wildpferden, Rentieren, Wisenten, Höhlenhyänen, -bären und -löwen sowie Überreste von Wölfen. In unmittelbarer Nähe wurden auch Knochen mehrerer Neandertaler-Individuen entdeckt. Die Forschenden zeigen in ihren Studien anhand von Isotopenuntersuchungen am Knochen-Kollagen, dass sich die Nahrung der Neandertaler deutlich von der anderer Raubtiere unterschied. Kollagen ist ein wesentlicher organischer Bestandteil des Bindegewebes in Knochen, Zähnen, Knorpeln, Sehnen, Bändern und der Haut.

Kommentar:


Footprints

Glashandwerker und ihre Kunst im Frühmittelalter

Glas ist ein Produkt, das aus gewöhnlichem Sand bei etwa 1700 °C erschmolzen werden kann. Da solche Temperaturen bis in die Neuzeit hinein nicht kontrolliert zu erzeugen waren, nutzte und nutzt man zusätzlich sogenannte Flussmittel, die die Schmelztemperatur senken, sowie als dritten Bestandteil einen sogenannten Stabilisator - im Allgemeinen Kalk - , der
© Wikipedia Commons
das molekulare Netzwerk des Glases stärkt.

Von den historischen Flussmitteln sind insbesondere zu nennen:
  1. Die seit über 4000 Jahren verwendete, sodahaltige Asche von Meeres- oder Wüstenpflanzen, sogenannten Halophyten, die bis heute ununterbrochen im Mittleren Osten im Gebrauch ist.
  2. Die im frühen ersten Jahrtausend v.u.Z. eingeführte und insbesondere im klassischen Römischen Reich verwendete mineralische Soda aus Ägypten.
  3. Die Holzasche der mitteleuropäischen Pflanzenarten Buche, Eiche und Farn, die erstmals in Funden aus der 776 oder 777 erbauten Königspfalz Karls des Großen in Paderborn nachgewiesen ist; sie stellt eine Anpassung des alten, orientalischen Glasrezeptes an europäische Verhältnisse dar.
Zur Herstellung von Glas müssen Sand, Flussmittel und Stabilisator in einem festen Verhältnis gemischt werden; dies war die Aufgabe eines Glasschmelzers, der bis in die Zeit des Hochmittelalters hinein die Glasmasse in riesigen Öfen zu erschmelzen hatte. Das hierin erzeugte Glas wurde zerkleinert und ging anschließend an lokal ansässige Sekundärglashütten, die bei gemäßigten Temperaturen die Glasbröckchen erneut einschmolzen, um sie zu Hohl- oder Flachglasprodukten zu verarbeiten. Diese zweigeteilte Produktionsweise war im Römischen Reich Stand der Technik; sie führte zu einer leichten Verfügbarkeit des Rohglases auf den Märkten und war somit stoffliche Grundlage für einen zum großen Teil selbstbewussten und freien Handwerkerstand, der selbst filigrane Diatretgläser herzustellen wusste, wobei dem zuständigen Handwerker bei der Ausführung dieser Arbeit vom Gesetz Haftungsausschluss zugestanden wurde.

Kommentar:


Bulb

Video: Peking vor fast 100 Jahren

Im Internet sind seltene Videoaufnahmen vom Alltagsleben der chinesischen Hauptstadt aufgetaucht, wie es vor knapp hundert Jahren aussah. Das haben wir einem Kanadier zu verdanken, der Peking in den Jahren zwischen 1920 und 1929 gefilmt hat.


Wolf

Schon Steinzeitmenschen liebten ihre Hunde: Grabbeigaben und sorgsame Bestattungen

Grabbeigaben und sorgsame Bestattung sprechen für enges Verhältnis zum Haustier
© University of Alberta
Dieser Hund wurde vor 5.000 bis 8.000 Jahren inmitten menschlicher Gräber bestattet.
Verbunden selbst im Tod: Schon vor 8.000 Jahren behandelten Menschen ihre Hunde kaum anders als sich selbst. Sie bestatteten sie in Gräbern mit Grabbeigaben und oft sogar gemeinsam mit "ihren" Menschen. Das belegen steinzeitliche Hundegräber, die Archäologen in einem menschlichen Friedhof am Baikalsee entdeckt haben. Analysen belegen zudem, dass die Hunde damals schon Menschenspeise naschen duften - ähnlich wie noch heute.

Question

Was geschah mit ihnen? Am Ende der letzten Eiszeit verschwand Großteil von Europas Bevölkerung und wurde durch neue ersetzt

Zum Ende der letzten Eiszeit verschwand ein Großteil der frühen Bewohner des europäischen Festlands. Sie wurden damals durch eine neue Bevölkerung ersetzt. Dies geschah nicht nur einmal. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Studie, die auf genetischen Analysen fossiler Knochen basiert. Was ist damals geschehen?
© Shutterstock / iurii
Forscher haben Knochen prähistorischer Menschen mit modernen genetischen Methoden untersucht und sind dabei zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt. Die uralten Überreste stammen aus verschiedensten Regionen Europas: aus Italien, Deutschland, Belgien, Frankreich, Tschechien und Rumänien. All diese weit über den Kontinent verteilten Fundstücke liefern repräsentative Daten zu genetischen Veränderungen in der Bevölkerung Europas.

Jene menschlichen Fossilien haben sich damit nun als stumme Zeugen dramatischer Umwälzungen entpuppt, deren Ursachen nach wie vor rätselhaft bleiben. Die bereits vor rund einem Monat veröffentlichte Studie beginnt nun immer größere Kreise zu ziehen.

Kommentar:


Bad Guys

Erdfälle gab es früher schon, doch nicht so häufig wie heute - Woran liegt das?

Südharz. Ahnenforscher Steffen Iffland berichtet: "Im Karstgebiet gehören Erdfälle zum täglichen Leben unserer Vorfahren. Kleinere blieben unbeachtet oder wurden wieder verfüllt, aus größeren Erdfällen konnte man sogar seinen Nutzen ziehen.
© Steffen Iffland
Um die genaue Position des Erdfalles der alten Aufnahme in das heutige Gelände zu übertragen, legte Steffen Iffland ein heutiges Luftbild über das von 1945.
Dies geschah dann, wenn der Erdfall sich mit Wasser füllte und anschließend als Teich oder See seine weitere Verwendung fand. In den Chroniken der Dörfer unseres Landkreises finden wir hierzu zahlreiche Belege. So kennen wir bei Liebenrode auf einer Anhöhe eine Reihe tiefer gesunkener Teiche, die zum Teil mit Krebsen und Karpfen besetzt wurden. Sie heißen der "Rosselsee", die "Grundgrube", der "Milchsee" und der "Wiedertäufersee".

Bei Appenrode finden wir den "Rüsselsee", in Ellrich die "Pontelteiche", beiNiedersachswerfen den "Tanzteich" und zwischen Hochstedt und Kleinwechsungen die "Seelöcher". In der näheren Umgebung befindet sich das "Grundlose Loch" und wenige Meter weiter der sogenannte "Schauckelteich". Einige von Ihnen sind schon ausgetrocknet und nur noch an einer Vertiefung erkennbar, von Anderen weiß man heute schon gar nicht mehr die Namen.

Kommentar:

  • Thüringen: In Nordhausen tut sich die Erde auf und verschluckt Gebäudeteile



Pharoah

Schon Jahrtausende vor Hatschepsut und Kleopatra saß eine Frau auf dem Pharaonenthron: Königin Neithhotep

Bereits Jahrtausende vor Hatschepsut und Kleopatra saß eine Frau auf dem Pharaonenthron. Das und noch mehr verraten uralte Inschriften, die jüngst im Sinai entdeckt wurden.
© iStock / R-O-M-A
Der trockene ägyptische Wüstensand hat schon mancherlei fragile Objekte aus pharaonischer Zeit bis in die Gegenwart hinein überliefert, so zuletzt hölzerne Barken aus der Zeit von König Huni. Doch für Oberflächenfunde erweist er sich als tückisch: Weil er die Wärme so schlecht speichert, schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht immer wieder extrem stark, und wenn er vom Wüstenwind hochgewirbelt und fortgeblasen wird, wirkt er wie Schmirgelpapier. Allesamt zerstörerische Faktoren, die vor allem Felsreliefs und -inschriften stark in Mitleidenschaft ziehen.

So nimmt es nicht wunder, dass an den steinigen Berghängen der weit verzweigten Wüstentäler des Sinai immer wieder bislang übersehene Felsbilder aufgefunden werden, die dann aber so starke Erosionsschäden aufweisen, dass sie oftmals nur für kurze Zeit und nur bei günstigem Licht erkennbar sind. Eine solche Gruppe von etwa 60 Darstellungen hat 2012 ein französisches Forscherteam unter Pierre Tallet von der Pariser Sorbonne im Wadi Ameyra, rund 18 Kilometer östlich der Küstenlinie des Golfs von Suez im Landesinneren des Südsinai entdeckt und in einer kürzlich erschienenen Publikation vorgestellt.

Eye 1

Forscher stellen fest: Mini-Handabdrücke in Sahara-Höhle sind nicht menschlich

© Emmanuelle Honoré
Innern der Handnegative erwachsener Menschen wurden bislang als Abdrücke von Babyhänden interpretiert. Sie stammen aber nicht von Menschen.
Die „Höhle der Bestien“ (Wadi Sura II) in der ägyptischen Sahara beinhaltet rund 5000 mehr als 7000 Jahre alte Felszeichnungen und wurde für die Darstellungen mysteriöser kopfloser Figuren mit langen Schwänzen, mit häufig nur drei Füßen und stierähnlichen Körpern sowie für zahlreiche menschliche Handabdrücke bekannt. Seit ihrer Entdeckung 2002 sorgten zudem die Abbildung winziger Menschenhände für Rätselraten unter den Forschern. Jetzt zeigt eine neue Analyse, dass es sich dabei gar nicht um - wie bislang vermutet - Abdrücke von Babyhänden handelt. Vielmehr weisen die Handnegative Merkmale von Echsen auf.

Wie Emmanuelle Honoré vom McDonald Institute for Archaeological Research aktuell in der Fachzeitschrift „Journal of Archaeological Science“ (DOI: 10.1016/j.jasrep.2016.02.014) berichtet, finden sich in der Höhle insgesamt 13 kleinste Handabdrücke, eingebettet in die Handflächen der Handnegative von Erwachsenen.

Gegenüber „National Geographic“ berichtet die Forscherin, wie schockiert sie war, als die erstmals bemerkte, wie klein diese „Kinderhände“ tatsächlich waren: „Sie waren sehr viel kleiner als die Hände menschlicher Babys - zugleich waren aber die Finger deutlich zu lang.“