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Mo, 20 Nov 2017
Die Welt für Menschen, die denken

Verborgene Geschichte
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Question

„Stonehenge am Bodensee?“ - Archäologen bestimmten Alter von Holzfunden

© Amt für Archäologie Thurgau
Rätselhafte Hügelkette am Grund des Bodensees zwischen Romanshorn und Güttingen.
Kreuzlingen (Schweiz) - Die Entdeckung einer ganzen Kette aus Steinhügelschüttungen im Obersee des Bodensees sorgte 2014 für Aufsehen und Spekulationen über eine mögliche frühgeschichtliche Kultstätte (...GreWi berichtete). Nachdem im Frühjahr 2016 innerhalb der Hügelschüttungen mehrere Holzstücke geborgen werden konnten (...GreWi berichtete) liegen nun die Alterbestimmungen dieses Holzes vor.

Wie Hansjörg Brem vom Amt für Archäologie des Kantons Thurgau jetzt gegenüber „Grenzwissenschaft-Aktuell.de“ (GreWi) berichtet, handelte es sich bei diesen Holzstücken „nicht um Teile von Strukturen, sondern um Holz das später zwischen die Steine geriet oder allenfalls sogar mit den Steinen eingebracht worden ist. Die Fragestellung lautete deshalb: Wie alt sind die Hölzer und sind die geläufigen Verfahren für deren Datierung ausreichend?“

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Atlantis entdeckt? Regisseur James Cameron will Hinweise auf Atlantis entdeckt haben

Bei einer Expedition auf der Suche nach Beweisen für das angeblich versunkene Inselreich Atlantis, will der US-Regisseur und Tiefseeforscher James Cameron tatsächlich Hinweise auf die ebenso mystische wie umstrittene vorantike Hochkultur gefunden haben.

© natgeoTV.com
Einer der von Camerons Team „jenseits der Säulen des Herakles“ gefundenen bronzezeitlichen Anker.
West Hartford (USA) - Die Forscher um Cameron und den Archäologen und Expeditionsleiter Richard Freund von der University of Hartford bezeichnen die eigene Expedition als die „bislang umfangreichste und aufwendigste Suche nach dem einst von Platon beschriebenen „jenseits der Säulen des Herakles“ gelegenen Seemacht.

Begleitet von einem TV-Team von National Geographic begaben sich die Forscher sowohl im Atlantik als auch in Griechenland und im gesamten Mittelmeerraum auf die Suche.

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Bernsteinzimmer: Polnische Archäologen behaupten, das Zimmer gefunden zu haben

Polnische Forscher nehmen an, dass das Bernsteinzimmer sich in den unterirdischen Tunneln bei dem Schloss in der Stadt Pasłęk befinden könnte. Bei den Untersuchungen mit Hilfe von tomographischen Geräten und Radaranlagen im Herbst 2016 wurde eine gewisse Anomalie festgestellt, berichtet der TV-Sender TVN24. Sie könnte ein Beweis dafür sein, dass zwischen dem Schloss und der benachbarten Bartholomäuskirche ein unterirdischer Tunnel existiert, wo das "achte Weltwunder" gelagert bleiben kann.
© Wikipedia
Der Meinung der Archäologen nach lässt sich diese Vermutung auch mit historischen Fakten festigen. So haben die Deutschen zum Ende des Zweiten Weltkriegs Teile von Museumskollektionen aus Königsberg nach Pasłęk evakuiert. Zwar hat die Rote Armee die meisten Exponate aus der Stadt gebracht, doch fand man nach einigen Jahrzehnten immer noch einige Keramikerzeugnisse mit Museumsbeschriftungen in dieser Gegend. Die örtlichen Behörden sollen die Ausgrabungen bereits genehmigt haben, heißt es in der Mitteilung des TV-Senders. Die neue Etappe der Suche soll im kommenden Sommer beginnen.

Eine Gruppe deutscher Rentner führte 2015 Grabungen in Wuppertal durch, um das von unschätzbarem Wert bekannte Bernsteinzimmer zu finden, das die Nationalsozialisten der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg stahlen und seit 1945 als verschollen gilt. Der achtundsechzig Jahre alte Karl-Heinz Kleine, der die Suche leitete, war der Auffassung, dass der Schatz sich irgendwo in den Tunneln und Bunkern der Stadt befindet. Wuppertal war einst die Heimat Erich Kochs, des Verwaltungschefs der Nazis in Ostpreußen, welcher der Verantwortliche für die Beförderung des Meisterwerks war.

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"Verlorener" Kontinent unter Mauritius entdeckt

Fragmentierte Landmasse: Unter der jungen Vulkaninsel Mauritius liegen Reste eines urzeitlichen Kontinents. Das belegen rund drei Milliarden Jahre alte Einschlüsse in Zirkonkristallen aus einer Gesteinsformation auf der Insel. Die "Mauritia" getaufte Landmasse verband noch vor rund 90 Millionen Jahren Indien mit Madagaskar, brach dann aber in kleine Stücke, wie Forscher im Fachmagazin "Nature Communications" berichten.
© Susan J. Webb/ University of the Witwatersrand
Auf den ersten Blick ist Mauritius eine junge Vulkaninsel. Doch im Untergrund versteckt sich Milliarden Jahre alte Kontinentkruste.
Vor rund 130 Millionen Jahren brach vom alten Südkontinent Gondwana ein Stück ab und begann, nach Norden zu driften. Vor rund 90 Millionen Jahren trennten sich Madagaskar und die Seychellen von diesem Fragment ab, der Rest wanderte weiter nordwärts und bildet heute Indien. Im Gegensatz zu diesen alten, kontinentalen Krustenteilen, galt die Insel Mauritius bislang als rein vulkanisches und weniger als zehn Millionen Jahre altes Gebilde.

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Stalagmiten aus Tropfsteinhöhlen liefern Klimadaten vergangener Zeiten

Stalagmiten aus Tropfsteinhöhlen zeigen veränderten Einfluss der Nordatlantischen Oszillation auf Wetterregimes in Mitteleuropa und Marokko

© Jasper Wassenburg
Bab Mafraque Höhle im Mittleren Atlas, Marokko: Flowstones und Stalaktiten.
Die Nordatlantische Oszillation (NAO) ist der vorherrschende Luftdruckmodus über dem Nordatlantik, der vor allem das Winterklima in Europa wesentlich beeinflusst. Je nach Ausprägung der NAO kann es zu milden oder sehr kalten Wintern, aber auch zu starken Stürmen kommen. Geowissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) versuchen, den Verlauf der NAO während der letzten 10.000 Jahre zu rekonstruieren, um damit auch künftige Entwicklungen abzuschätzen. Sie nutzen dazu Tropfsteine aus unterirdischen Höhlen als Klimaarchiv und entwickeln Methoden, um die gespeicherten Klimaindikatoren möglichst genau auszuwerten. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Nordatlantische Oszillation auf ein Abschmelzen der Eisschilde in der Zukunft wahrscheinlich sehr sensibel reagieren würde - mit den entsprechenden Auswirkungen auf das Klima und ökologischen und ökonomischen Folgen.

Dr. Jasper Wassenburg arbeitet hauptsächlich mit Stalagmiten aus Höhlen des Mittleren Atlas, einer Gebirgskette in Nordwest-Marokko. Stalagmiten sind Tropfsteine, die vom Boden nach oben wachsen. Die Kalkablagerungen bestehen hauptsächlich aus Kalzit, teilweise auch aus dem verwandten Kalziumkarbonat Aragonit. »Aragonit lässt sich, wenn er gut erhalten ist, hervorragend datieren. Daher bevorzugen wir Stalagmiten aus Aragonit gegenüber solchen aus Kalzit “, erklärt Wassenburg, Mitarbeiter in der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Denis Scholz am Institut für Geowissenschaften.

Kommentar:

Droht eine neue Eiszeit? Forscher sehen erneut Abschwächung des Golfstroms


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Mesa Verde: Pueblo-Indianer besaßen hohe Geometriekenntnisse

Ein 800 Jahre alter Zeremonialbau in der Nähe der berühmten Felsenwohnungen von Mesa Verde verblüfft die Forscher, denn sie wurde unter Verwendung der gleichen Basis-Geometrie errichtet, wie man sie auch schon bei den antiken Bauten zwischen Griechenland und Ägypten angewendet hatte.
© Google Earth
Der Sonnentempel im Mesa-Verde-Nationalpark
Mesa Verde (span. für Grüner Tafelberg) ist ein Nationalpark im südwestlichen Teil des US-Bundesstaates Colorado und beinhaltet rund 4.000 geschützte, archäologische Stätten, insbesondere die erst Ende des 19. Jahrhunderts vollständig erforschten, gut erhaltenen Felsbehausungen präkolumbischer Anasazi-Stämme. Nun stand der Sonnentempel (Sun Temple) von Mesa Verde, ein kleiner Komplex aus Mauerwerke, der sich auf einer Mesa gegenüber den Felsenwohnungen des Cliff-Palastes befindet, im Mittelpunkt der Studie der Forscher. Und bei der genaueren Untersuchung der Zeremonialstätte aus dem 12. Jahrhundert n. Chr. mussten sie verblüfft feststellen, dass bei seinem Bau eine Basis-Maßeinheit von 30,5 Zentimetern angewendet wurde. Das deutet darauf hin, dass diese frühen Pueblo-Architekten, die den Komplex entworfen haben, eine allgemein gültige, abgestimmte »Norm«-Maßeinheit benutzten - wie beispielsweise die Ägypter mit ihrer Königselle (52,36 Zentimeter).

Wie die Wissenschaftler der Arizona State University um die Physikerin und Statistikerin Dr. Sherry Towers im Fachjournal »Journal of Archaeological Science: Reports« schreiben, waren sie von diesem »Geniestreich« der frühen Pueblo-Indianer erstaunt, denn eine derartige präzise Geometrie hatte man ihrer Architektur nicht zugetraut. „Diese Ergebnisse stellen den ersten potentiellen quantitativen Beweis für die Kenntnisse fortgeschrittener geometrischer Gebilde einer prähistorischen nordamerikanischen Gesellschaft dar. Das ist deshalb besonders bemerkenswert, da die alten Pueblo-Völker weder eine Schrift noch ein Zahlensystem besaßen", so Towers.

Palette

Frankreich: 38.000 Jahre alte Felskunst mit rätselhaften Punkten entdeckt

Rätselhafte Punkte: In einem Felsunterstand in Frankreich haben Archäologen eine der ältesten Felszeichnungen Europas entdeckt. Es handelt sich um die rund 38.000 Jahre alte Ritzzeichnung eines Auerochsen, der von Punktreihen umgeben ist. Das Besondere daran: Solche Punktreihen finden sich auch in der Grotte von Chauvet und in Höhlenbildern aus der Schwäbischen Alb. Das spricht für eine ortsübergreifende Bedeutung dieser Symbole - auch wenn sie noch nicht entschlüsselt ist.

© Musée national de Préhistoire/ Ph. Jugie
Die 38.000 Jahre alte Ritzzeichnung aus dem Abri Blanchard zeigt einen stilisierten Auerochsen umgeben von Punkten.
Schon die ersten Vertreter des Homo sapiens in Europa hinterließen vor rund 40.000 Jahren ihre Kunst an Höhlenwänden und auf Felsbrocken. Diese Kunst der Aurignacien-Kultur reicht von Handabdrücken über einfache Tierfiguren bis hin zu halbabstrakten Darstellungen von Körperteilen und rätselhaften Punktreihen.

Auerochs mit Punkten

Jetzt haben Raphaelle Bourillon von der University of Oxford und ihre Kollegen ein weiteres Beispiel dieser seltsamen Punktreihen entdeckt - eines der bisher ältesten bekannten Kunstwerke mit diesem abstrakten Motiv. Sie entdeckten das Kunstwerk auf einer Steinplatte im Felsuntertand Abri Blanchard in der Dordogne.

Die rund 38.000 Jahre alte Ritzzeichnung zeigt einen stilisierten Auerochsen, der von Punktreihen umgeben ist. "Dieses Bild zeigt signifikante technische und thematische Ähnlichkeiten mit der Höhle von Chauvet, die sich auch in anderen Felszeichnungen aus dem Abri Blanchard finden", berichten die Forscher. "Die geordneten Punktreihen finden sich in Chauvet, in Süddeutschland und auf einigen andern Objekten aus dem Abri Blanchard und den umgebenden Aurignacien-Stätten."

Kommentar:


Fire

Spiel mit dem Feuer - wie Eiszeitjäger Europas Landschaft prägten

Haben die Jäger und Sammler vor 20.000 Jahren bereits gezielt Feuer eingesetzt, um so den steppenartigen Charakter der eiszeitlichen europäischen Landschaft zu erhalten? Eine kürzlich im Fachjournal »PLOS ONE« veröffentlichte Studie lässt dies plausibel erscheinen. Es wäre einer der frühesten Hinweise auf einen großflächigen Eingriff des Menschen in die natürliche Vegetation seiner Umgebung.

© Mauricio Antón [CC BY 2.5], via Wikimedia Commons
Rekonstruktion der letzten Kaltzeit.
Mit der Eiszeit verbindet man vor allem ein Bild: Eine Landschaft aus klirrender Kälte und glitzerndem Schnee durch die Mammuts, Bisons und Wollnashörner streifen. Die neue Studie legt nahe, dass es bisweilen aber auch recht hitzig zugegangen sein dürfte. »Wahrscheinlich haben Jäger und Sammler in der Eiszeit vorsätzlich Feuer gelegt und so dazu beigetragen, den offenen Charakter eiszeitlicher Steppenlandschaften in Europa zu schaffen und zu erhalten. Wo das Klima dichte Wälder zugelassen hätte, wurden durch den Einfluss der eiszeitlichen Menschen Steppenlandschaften und lichte, park-ähnliche Wälder geschaffen«, so Dr. Mirjam Pfeiffer, eine Ko-Autorin der Studie vom Senckenberg Biodiversiät und Klima Forschungszentrum.

Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler, indem sie archäologische Funde zu menschlichen Aktivitäten und dem Einsatz von Feuer sowie eiszeitliche Sedimente und Aschereste, die im Boden überdauert haben, auswerteten und mit Vegetationssimulationen verglichen.

Kommentar: Es ist eine Erklärung, dass die damaligen Menschen Feuer gelegt haben könnten. Weitere Möglichkeiten sind, dass Meteoriten, Blitze oder ein aktiveres elektrisches Universum dafür verantwortlich gewesen sein könnten. Jedoch haben sich in der Geschichte der Menschheit Erdveränderungen und der Mensch die Umwelt immer wieder beeinflusst.


Cow Skull

Knochenfunde legen nahe: Besiedlung Amerikas muss um 10.000 Jahre zurückdatiert werden

© Bourgeon et al. / PLOS ONE, CC-by-sa 4.0
Schnittspuren an einem Knochenstück aus einem rund 24.000 Jahre alten Pferdekiefer. Er wurde in Alaska entdeckt.
Ritzspuren auf 24.000 Jahre alten Knochen sprechen für überraschend frühe Präsenz des Menschen

Spannender Fund: Die Vorfahren der Indianer könnten Amerika fast zehntausend Jahre früher erreicht haben als bisher gedacht. Hinweise darauf liefern nun bis zu 24.000 Jahre alte Klingenspuren an Tierknochen. Diese wurden in einer Höhle im Norden Alaskas entdeckt - und damit auf Höhe der ehemaligen Landbrücke über die Beringstraße. Dort herrschte selbst während der Eiszeit ein milderes Klima, das den frühen Einwanderern das Überleben ermöglichte, wie die Forscher im Fachmagazin "PLoS ONE" berichten.

Klar ist: Die Vorfahren der amerikanischen Ureinwohner wanderten aus Asien nach Nordamerika ein - wahrscheinlich über die damals noch existierende Landbrücke über die Bering-See. Wann diese erste Besiedlung stattfand, ist jedoch strittig. Archäologische Funde in Florida und in Argentinien belegen, dass es schon vor mindestens 14.500 Jahren Menschen auf dem amerikanischen Kontinent gab. Doch der eisfreie Korridor von der Beringstraße ins Innere Nordamerikas war erst vor rund 12.500 Jahren passierbar. Möglicherweise zogen die ersten Indianervorfahren daher entlang der Westküste Amerikas nach Süden.

Massenhaft Tierknochen

Jetzt liefern Funde aus Alaska weitere überraschende Informationen. Laurianne Bourgeon von der Universität Montreal und ihre Kollegen haben im Laufe der letzten zwei Jahre mehr als 36.000 Fragmente fossiler Tierknochen untersucht, die bereits vor gut 40 Jahren in den Bluefish Caves im Norden Yukons entdeckt wurden.

Erste Datierungen ließen damals vermuten, dass diese Tierknochen bis zu 30.000 Jahre alt sein könnten. Weil in der Nähe der Knochen auch einige Fragmente von Steinklingen gefunden wurden, vermuteten einige Forscher, dass zumindest ein Teil dieser Tiere von frühen Menschen getötet und zerlegt worden sein könnten - eine Ansicht, die damals von der Mehrheit der Archäologen nicht geteilt wurde.

"Unzweifelhaft von Menschen gemacht"

Um zu klären, ob die Tiere der Bluefish Caves durch Menschen oder doch allein durch natürliche Feinde und Umstände zu Tode kamen, suchten Bourgeon und ihre Kollegen alle Knochen akribisch nach Spuren menschlicher Bearbeitung ab. Als typisch dafür gelten vor allem Ritzungen, wie sie von Steinklingen beim Entbeinen der Jagdbeute verursacht werden.

Und tatsächlich: Bei 15 Knochenfragmenten entdeckten die Wissenschaftler Klingenspuren: "Diese Reihen von geraden, V-förmigen Ritzungen auf der Oberfläche der Knochen wurden von Steinwerkzeugen verursacht, wie sie zum Häuten von Tieren verwendet wurden", sagt Bourgeons Kollegin Ariane Burke. "Diese Spuren wurden unzweifelhaft von Menschen gemacht." Weitere 20 Relikte tragen mögliche Spuren menschlicher Bearbeitung.

Bomb

Jahrzehnte des Terrors in Westeuropa: Opferzahlen sinken aber die Angst wächst

Weltweit gab es seit 1970 über 156'000 Terroranschläge. In der Schweiz ist seit 20 Jahren niemand mehr einem Attentat zum Opfer gefallen. Doch in den 70er- bis 90er-Jahren ermordeten Terrorgruppen teils Hunderte Menschen jährlich in Westeuropa. Eine Übersicht von 1970 bis Berlin 2016.
© fivethirtyeight
Europa wurde von 1970 bis Mitte der 90er-Jahre wiederholt von Terrorwellen heimgesucht. Aktuell gilt in einigen EU-Staaten wieder erhöhte Terrorgefahr. Doch das subjektive Gefühl täuscht, dass der Terror in Europa mehr Tote als früher fordert.
Zusammenfassung: In den 70er- bis 90er-Jahren töteten meist europäische Terrorzellen jährlich 100 bis 400 Menschen in Europa. Seit der Jahrtausendwende nehmen die Attentate in Westeuropa und in der Schweiz stark ab. Von 2001 bis 2015 entfielen nur 0,3 Prozent der Terroropfer auf Westeuropa. Hauptsächlich aufgrund der Attentate in Paris und Nizza stieg die Opferzahl zuletzt wieder auf rund 150 Menschen pro Jahr, sprich auf das Niveau der 80er-Jahre. Weltweit nimmt der Terrorismus seit 2005 zu - rund 80 Prozent aller Opfer sind Muslime.
Dem subjektiven Gefühl, dass sich Terroranschläge in Westeuropa häufen, stehen die nackten Zahlen gegenüber, die das Gegenteil beweisen. 199 Menschen starben in der EU laut Europol bei Terrorattacken von 2006 bis 2015. Was oft vergessen geht: Bereits in den 80er-Jahren forderte der Terror in Europa jährlich über 150 Opfer. In den 70er-Jahren starben in Westeuropa teils über 400 Menschen pro Jahr bei unzähligen Attentaten.

Kommentar: Das Leben hält für die Meisten uns mehr Gefahren im Verkehr oder im Haushalt bereit als durch Terror. Trotzdem wird die immer noch minimale Terrorgefahr massiv überschätzt. Nach jedem Terrorangriff werden Gesetze angepasst, Kontrollen und die Überwachung ausgeweitet oder auch unsere Freiheiten beschnitten. Cui Bono? Und wohin wird die Reise gehen?