Die deutschen Geheimdienste legen eine erstaunliche Theorie vor: Russland soll hinter Cyber-Angriffen des IS stecken. Eine solche, unbelegte These könnte zum Vorspiel einer militärischen Auseinandersetzung mit Moskau werden. Deutschland schlägt sich in diesem Konflikt auf die Seite der falschen Amerikaner: Es wäre besser, US-Präsident Obama zu unterstützen, der zum Ende seiner Amtszeit ein erstaunliches Maß an Weitsicht und Mut beweist.

© dpaHillary Clinton und Angela Merkel, im November 2011 bei einer Afghanistan-Konferenz in Bonn.
Der Spiegel bezeichnet in seiner neuen Ausgabe Hillary Clinton als „Amerikas letzte Hoffnung“ bezeichnet und gibt ihr den Auftrag mit: „Hillary Clinton muss die Welt vor Donald Trump bewahren“. Warum der schräge Vogel Trump in einer der ältesten Demokratien eine Gefahr für die Welt sein soll, wird nicht ganz klar - zumal die USA keine Diktatur sind, sondern ein Problem eher damit haben, dass sich die Instanzen - Repräsentantenhaus, Senat, Höchstgerichte, Präsident - zu sehr neutralisieren.
Dieser Zustand führt dazu, dass das Macht-Vakuum von anderen Kräfte gefüllt wird - etwa der Rüstungsindustrie, der Energie-Branche oder der Wall Street-Banken.
Allerdings will Clinton nicht Präsidentin der USA werden, um die Welt vor Donald Trump zu bewahren: Sie will die Welt vielmehr vor den Russen bewahren, die, sehr zum Ärger Clintons, der sie finanzierenden Saudis und der Neocons ausgerechnet in Zusammenarbeit mit US-Präsident Barack Obama
erfolgreich gegen den IS kämpfen.
Obama hat seine Lektion im Hinblick auf den IS gelernt: Im Januar 2014 hatte er im Gespräch mit
David Remnick vom New Yorker die Terror-Miliz noch als „jayvee“-Team bezeichnet - also als zweitklassige College-Mannschaft, mit der Amerikaner quasi im Vorübergehen besiegen würden. Später hat Obama seine Einschätzung korrigiert und ging vor einigen Monaten bei 60 Minutes sogar so weit, die Strategie der USA, die Islamisten mit Söldnern zu bekämpfen, als gescheitert zu bezeichnen. Kurz nach dem Interview schloss sich Obama mit Russlands Präsident Putin zusammen - seither kämpfen Amerikaner und Russen mehr oder weniger gemeinsam in Syrien und dem Irak gegen die außer Kontrolle geratenen, von den Golf-Staaten finanzierten Kampfgruppen.
Kommentar: Was hinter diesem Rücktritt steht, bleibt abzuwarten. Da Indien vor Kurzem sein militärisches Bündis mit den USA gegen China gestärkt hat, stellt sich die Frage, ob sich Indien nun an die US-Regierung bindet und sich damit von der BRICS-Staatengemeinschaft abwendet. Nach dem Putsch in Brasilien sieht dieser Schritt stark danach aus, dass die US-Regierung alles unternimmt, an der BRICS-Staatengemeinschaft zu sägen, mit dem Ziel, diese zu verhindern und ihre Monolpolstellung als "Supermacht" ins Wanken zu bringen. Andere Quellen (s.u.) berichten allerdings davon, dass der indische Premierminister Modi in engem Kontakt mit Putin steht und auch kurz nach seiner USA-Reise ein Telefonat mit ihm führte. Warten wir es ab.