
© ReutersDer als "Attentäter" vom Berliner Weihnachtsmarkt identifizierte Tunesier Anis Amri der vielleicht nichts damit zu tun hatte.
Nach dem Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt überbieten die politischen Parteien einander in aktionistischen Forderungen: verstärkte Videoüberwachung, schnellere Abschiebungen, Fußfesseln für "Gefährder". Der Fall Amri selbst bleibt nebulös.Zu den erst jüngst zutagegetretenen Sachverhalten zählt die Tatsache, dass der als Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz ausgemachte Tunesier Anis Amri den Sicherheitsbehörden früher als bisher dargestellt als IS-Sympathisant
bekannt war.
So sei der Tunesier bereits im Dezember des Jahres 2015 von Flüchtlingen bei der Ausländerbehörde des Kreises Kleve ausdrücklich "wegen mutmaßlicher Kontakte zum so genannten IS" gemeldet worden. Die entsprechende Anzeige wurde der zuständigen Staatsschutzstelle Nordrhein-Westfalen weitergeleitet.
Ermittler der Sicherheitsbehörden waren Amri vor seinem Anschlag über Monate hinweg deutschlandweit auf der Spur. Auch wussten sie um seine Besuche in Salafisten-Moscheen und kannten den abgelehnten Asylbewerber unter mindestens 14 verschiedenen Identitäten.
Zudem gab es bereits im September und Oktober Warnungen dahingehend, dass Amri einen Anschlag plane. Dies bestätigte nun auch Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann in der jüngst einberufenen Sondersitzung des NRW-Innenausschusses. Demnach erhielt das Landeskriminalamt in diesem Zeitraum auch von tunesischen und marokkanischen Sicherheitsbehörden Informationen darüber, dass der Tunesier Sympathisant des sogenannten Islamischen Staats (IS) sei und über entsprechende Kontakte verfüge.
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